
Nach zwei Kurz-Einsätzen in den vergangenen beiden Partien lief Sven Bender im allerletzten Spiel seiner aktiven Karriere noch einmal von Beginn an auf. Mit der Nr. 5 in der Startelf ging Bayer 04 also ins finale Duell mit Borussia Dortmund. Für den 32-Jährigen ein ganz besonderes letztes Spiel, schließlich hatte er acht Jahre lang beim BVB gespielt, bevor er unters Bayer-Kreuz gekommen war. 89 Minuten gab Hannes Wolf ihm, ehe er unter Applaus Platz machte für einen, mit dem man gar nicht mehr gerechnet hatte...




„Ich werde definitiv nicht mehr spielen“ – sowohl Lars Bender selbst als auch die Fans waren davon ausgegangen, dass der Rechtsverteidiger sich nach seiner Meniskus-Operation still und leise verabschieden würde. Am Samstag dann die Überraschung: Auf dem Kaderzettel war unter den Auswechselspielern die Nr. 8 aufgelistet! Lars Bender hatte sich vorab trotz Verletzung zwar mit der Mannschaft ins Quarantäne-Hotel begeben, einen allerletzten Einsatz hatte aber wohl niemand mehr zu hoffen gewagt. Doch dann wurde das kleine Wunder in der zweiten Halbzeit immer realistischer, als Lars beim Aufwärmen an der Seitenlinie gesichtet wurde. In der 89. Minute war es dann tatsächlich soweit: Zusammen mit Julian Baumgartlinger, der nach einem Kreuzbandriss sein Comeback gab, lief Lars Bender ein letztes Mal auf den Platz. Sein Zwillingsbruder machte den Platz für ihn frei.

Und es wurde noch irrer! Foulelfmeter für die Werkself – und alle Leverkusener Akteure waren sich einig: Den muss Lars schießen! BVB-Keeper Roman Bürki blieb „erstarrt“ im Tor stehen (😉) und unsere Nr. 8 traf zum Abschluss seiner Karriere tatsächlich zum ersten Mal in der Saison und insgesamt 27. Mal für Bayer 04. Ein wahnsinniges Abschiedsgeschenk. Und definitiv eine Geschichte, die in der schwarz-roten Vereinshistorie noch lange erzählt werden wird.




Cheftrainer Hannes Wolf, für den das Spiel in Dortmund ebenfalls den Abschied aus Leverkusen darstellte, sagte nach dem Spiel auf der Pressekonferenz: „Zum Ende war das Ergebnis nicht mehr wichtig, da haben die Emotionen die größere Rolle gespielt. Die Benders haben den Fußball die letzten 15 Jahre geprägt, sind absolute Vorbilder. Dass Lars diesen Abschied bekommen hat, ist einfach schön!"
Nach Abpfiff erhielten die Zwillinge zahlreiche Glückwünsche ihrer eigenen, aber auch der gegnerischen Mannschaft sowie den Teams um den Teams. Die Dortmunder Vergangenheit von Sven Bender haben die Schwarz-Gelben natürlich ebenso nicht vergessen und ihren „Manni“ gebührend verabschiedet.
Ein letztes Mal nach einem Spiel vor das Mikrofon – diesen Gang machten die Bender-Brüder zusammen und stellten sich bei Sky vor die Tonangel. Als Moderator Ulli Potofski die erste Frage stellte, stockte Beiden die Stimme. „Das ist heftig“, presste Lars um Fassung ringend die ersten Worte heraus. Und auch Sven musste sich erst einmal sammeln: „Mir bleibt gerade einfach die Sprache weg...“ Kurz gesammelt, hatte Lars dann doch noch eine wichtige Botschaft an alle da draußen: „Eine Fußballmannschaft ist ein Sinnbild dafür, wie eine Gesellschaft aussehen sollte. Zusammenzustehen! Ein gemeinsames Ziel zu haben! Es ist völlig egal, wer da neben dir sitzt, wie er aussieht, wo er herkommt, was für eine Religion er hat oder was für einer Kultur er entspringt. Zusammenstehen! Nicht spalten lassen! Das ist die Botschaft, die ich aussenden möchte. Das nehme ich mit aus meiner Karriere.“

Zurück in Leverkusen wartete dann auch schon das nächste Highlight! Vor der BayArena hatten sich einige Fans versammelt, die ihren Capitano nicht ganz ohne würdigen und persönlichen Abschied gehen lassen wollten. Der Mannschaftsbus wurde mit lauten Gesängen und roten Pyro-Lichtern in Empfang genommen. Die Zwillinge verschlug es Mitten ins Getümmel. Lars Bender bekam von den Fans die Ehrenspielführer-Binde überreicht, Beide ließen sich anschließend feiern und stießen mit einem Bierchen mit ihren Fans an. Und der frischgebackene Ehrenspielführer versprach, in die BayArena zurückzukehren, sobald Fans wieder im Stadion erlaubt sind!
Darauf werden wir ihn festnageln! So gerne hätten die Fans persönlich Adieu gesagt, das wurde auch bei den vielen emotionalen Tweets und Posts auf den Leverkusener Social-Media-Kanälen deutlich. „@kevin_scheuren“ etwa twitterte: „Lars und Sven Bender sind Legenden. Es ist so unglaublich schade, dass wir nicht alle zusammen diese Abschiede feiern können.“ „@xKathaSnow“ schrieb: „Diese Elfmetergeschichte und Lars... ja, da sind Tränen geflossen.“ Glückwünsche gab es unter anderem auch von den Bayer Giants Leverkusen, die ebenfalls gerührt waren: „Uns lassen solche Abschiede auch nicht kalt: Mach es gut, Lars.“


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