
Bereits seit Wochenbeginn stand Heiko Herrlich nur eine personell dezimierte Werkself zur Verfügung. Zahlreiche Bayer 04-Spieler wurden von ihren jeweiligen Nationalteams für Länderspiele berufen oder fehlten auf dem Trainingsplatz aufgrund von Verletzungen. Daran änderte sich auch am Donnerstagnachmittag beim Testspiel gegen den VfL Bochum nichts. Und so standen in der Startaufstellung von Heiko Herrlich zwar viele namhafte Akteure, die meisten waren in den vergangenen Wochen aber eher wenig bis gar nicht zum Einsatz gekommen. So wie zum Beispiel Lars Bender. Nach langer Verletzungspause sollte er gegen Bochum gut eine Stunde lang Spielpraxis sammeln, während hingegen sein Zwillingsbruder Sven wegen Rippenbeschwerden geschont wurde. "Es ist gut, dass Lars zuletzt beschwerdefrei trainieren konnte. Heute hat er es sehr gut gemacht und 60 Minuten das gezeigt, was wir von ihm kennen. Wir wollten aber kein Risiko gehen und keine neuerliche Verletzung provozieren", erklärte Herrlich.
Die Bochumer begannen im Ulrich-Haberland-Stadion vom Anstoß weg forsch und hatten bereits nach einer Minute die erste große Chance. Bayer 04-Ersatzkeeper Ramazan Özcan konnte den Schuss des Bochumer Stürmers Johannes Wurtz aber abwehren. Nur wenig später hatte der ehemalige österreichische Nationaltorwart dann das Nachsehen – VfL-Stürmer Lukas Hinterseer zeigte sich kaltschnäuzig und vollendete eine Hereingabe von der rechten Seite aus kurzer Distanz zur frühen 1:0-Führung für den Zweitligisten (3.).
Die Werkself, bei der auf der rechten Abwehrseite in Person von Jan Boller sogar ein U19-Spieler von Beginn an auflief, ließ phasenweise munteren Angriffsfußball aufblitzen, gab sich aber wie schon in den letzten Partien großzügig bei der Chancenverwertung. Anders die Mannschaft von VfL-Trainer Ismail Atalan: Nach einem Ballverlust im linken Mittelfeld zeigten sich die Bochumer erneut kompromisslos, Wurtz versenkte einen trockenen Schuss aus 17 Metern unhaltbar im linken unteren Eck – zum 0:2 aus Sicht der Gastgeber (19.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Lars Bender dann mit einem wuchtigen Kopfball dann die Chance zum Anschlusstreffer, aber der gut aufgelegte Bochumer Keeper Felix Dornebusch bewahrte sein Team mit einem großartigen Reflex einmal mehr vor dem Gegentreffer. So ging es für die Schwarz-Roten mit einem 0:2 in die Kabine.
In der zweiten Halbzeit sahen die rund 850 Zuschauer ein temporeiches Fußballspiel mit Chancen auf beiden Seiten – und das obwohl Herrlich fünf weiteren U19-Spielern Einsatzzeit bei den Profis gewährte. In der 69. Minute hatte die Werkself dann endlich Grund zu Jubeln: Marlon Frey konnte von der linken Strafraumseite mit einem sehenswerten Schlenzer ins lange Eck sehenswert zum 1:2 verkürzen. Weniger Fortune hatten Leon Bailey mit einem wuchtigen Freistoß (73.) und der eingewechselten A-Junior Ömer Tokac (86.) einem satten Fernschuss. Denn beide Male hatte die Latte des VfL-Tores im Weg gestanden.Kurz vor Schluss konnte sich dann der ebenfalls eingewechselte Ersatzkeeper Niklas Lomb auszeichnen und das dritte Gegentor für die Werkself verhindern, als er einen Kopfball aus kurzer Distanz von der Linie kratzte. So blieb es letztlich beim 1:2. "Trotz der vielen Wechsel im zweiten Durchgang bin ich mit der gezeigten Leistung zufrieden - anderes als in der ersten Halbzeit", lautete das Fazit von Heiko Herrlich.
Bayer 04: Özcan (46. Lomb) – Boller (63. Stappmann), Kohr, Ramalho – L. Bender (63. Shala), Frey (72. Samoura)– Bellarabi (46. Stanilewicz), Wendell – Volland (72. Tokac), Kießling, Bailey

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Prognosen lassen sich für das Duell der Tabellennachbarn am Samstagnachmittag, 17. Januar (Anstoß: 15.30 Uhr/live bei Sky und im Werkself-Radio, Konferenz bei DAZN) nur schwer aufstellen. Zwar macht auf Seiten der Werkself die höchste Auswärtssiegquote Mut, die TSG Hoffenheim spielt jedoch ihre zweitbeste Bundesligasaison und hat nur eine der letzten zehn Partien verloren. Ein gutes Omen für einen Bayer 04-Dreier: Schiedsrichter Daniel Schlager pfiff bereits den letzten Auswärtssieg der Leverkusener bei der TSG (4:1). Die Kurzpässe.
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