
Emotional ging es in der BayArena schon vor Spielbeginn her. Die italienischen Fans sangen ihre Hymne gewohnt inbrünstig mit und klatschten anschließend anerkennend Beifall bei der ebenso lautstark vorgetragenen Hymne der Ukraine.
Bayer 04 hatte Anfang Oktober einer entsprechenden Anfrage des ukrainischen Fußball-Verbandes zugestimmt, das Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2024 in der Heimspielstätte des Fußball-Bundesligisten austragen zu können. Die Ukraine ist wegen des Angriffskrieges Russlands bei offiziellen Heim-Länderspielen aktuell auf Ausweichstätten angewiesen.
Für den Sprung auf Platz zwei der Gruppe C und die damit verbundene sichere EM-Teilnahme musste für die vor der Partie drittplatzierte Ukraine ein Sieg her, um an den punktgleichen Italienern vorbeizuziehen. England hatte sich das EM-Ticket als Gruppensieger bereits vorzeitig gesichert.
Die über 26.400 Zuschauer in der BayArena, darunter auch Ukraines Rekord-Torschütze und Ballon d’Or-Gewinner Andriy Shevchenko, sahen von Beginn an ein temporeiches und intensives Fußballspiel mit zahlreichen Großchancen auf beiden Seiten. Tore fielen bis zum Schlusspfiff jedoch nicht, sodass sich Italien durch das 0:0-Unentschieden die Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland sicherte.

Die Ukraine nimmt Ende März 2024 an den Play-off-Turnieren teil und hat damit weiterhin eine Chance auf die EM-Endrunde im Sommer. Grund dafür war das Abschneiden in der UEFA Nations League 2022/23, die Endplatzierung in der EM-Qualifikationsgruppe nach der Partie in der BayArena spielte für die Play-off-Plätze keine Rolle.
Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bayer 04, hatte im Vorfeld von einem „kleinen Zeichen der Solidarität“ gesprochen. „Für viele ukrainische Menschen, die zurzeit im Rheinland ihre zweite Heimat gefunden haben, ist dieses Spiel in der BayArena eine großartige Gelegenheit, ihr heimisches Team aus nächster Nähe unterstützen zu können – genauso wie für die zahlreichen italienischen Bürger, die in unserer Region leben.“

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