Schmidt über Jedvaj: Haben zu kleine Hosen an

Von Brandt bis Schreck: Neun Spieler haben die Werkself im Sommer 2019 beziehungsweise vor der Rückrunde verlassen. Wir haben uns die Leistungen der Leihspieler und Abgänge in den vergangenen Monaten mal etwas genauer angeschaut. In Teil eins: das Leih-Trio.
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Tin Jedvaj (FC Augsburg)

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Der Innenverteidiger genoss wie Luka Modric (Real Madrid) oder Mateo Kovacic (Chelsea) die hochgeschätzte Jugendarbeit des kroatischen Top-Klubs Dinamo Zagreb. Mit 17 Jahren wechselte Tin Jedvaj zur AS Rom, die ihn ein Jahr später dann nach Leverkusen verlieh. An der Dhünn wusste Jedvaj zu überzeugen, die Offiziellen nahmen ihn im Januar 2015 schließlich fest unter Vertrag. Viereinhalb Jahre lief der inzwischen 24-fache kroatische Nationalspieler fortan mit dem Kreuz auf der Brust auf – bis zu seiner Leihe nach Augsburg im vergangenen Sommer.

Vom 2. bis zum 24. Spieltag nur in zwei Partien nicht die volle Distanz abgespult: Jedvaj avancierte im Südwesten Bayerns zur unersetzbaren Defensiv-Stammkraft. Auf 31 Einsätze sowie zwei Tore für den FCA, bei dem er seit März von seinem Ex-Werkself-Coach Heiko Herrlich trainiert wird, kann er insgesamt zurückblicken. Lob gab es für Jedvaj unter anderem von Herrlich-Vorgänger Martin Schmidt, der im Dezember vergangenen Jahres in Bezug auf einen möglichen Verbleib des Innenverteidigers beim FCA über den Sommer hinaus sagte: „Wenn er so weiterspielt, haben wir zu kleine Hosen an. Er ist Stammspieler bei Kroatien und spielt im Sommer die EM (die EM 2020 wurde aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf 2021 verlegt, Anm. d. Red.). Nicht nur die Bundesliga wird sich nach ihm die Finger lecken.“

Joel Pohjanpalo (Hamburger SV)

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Nach dem Meister-Hattrick zwischen 2011 und 2013 mit dem finnischen Spitzenklub HJK Helsinki lieh Bayer 04 den sympathischen Offensivmann im Sommer 2013 aus, gab ihn allerdings direkt zum VfR Aalen weiter, um beim damaligen Zweitligisten Spielpraxis zu sammeln. In der Saison darauf kehrte Joel Pohjanpalo per Leihe nach Helsinki zurück, im Anschluss lief er – ebenfalls auf Leihbasis – bis Sommer 2016 für Fortuna Düsseldorf auf. Nach dreieinhalb Jahren unterm Bayer-Kreuz, die leider von einigen Verletzungen gekennzeichnet waren, verpflichtete ihn im Januar dieses Jahres dann der Hamburger SV für die Rückserie.

Mit den Hanseaten kämpfte der Finne im Unterhaus um den Aufstieg in die Bundesliga. Pohjanpalo traf in 14 Einsätzen für den HSV stolze 9-mal und schoss sich mit dieser beeindruckenden Quote in nur einer Halbserie intern zum zweitbesten Torschützen hoch (mit Lukas Hinterseer). Die Mission Aufstieg verpasste der Nordklub aber letztlich am 34. Spieltag durch ein 1:5 gegen den SV Sandhausen.

Panos Retsos (Sheffield United)

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Im südafrikanischen Johannesburg geboren zog es Panagiotis Retsos – meist „Panos“ genannt – früh nach Griechenland. Dort begann er seine Karriere im Alter von fünf Jahren bei einem Klub vor den Toren Athens. Mit zehn Jahren wechselte der Defensivallrounder in die Jugendabteilung des griechischen Top-Klubs Olympiakos Piräus. Retsos gelang 2015 der Sprung in die Profimannschaft. Fortan durchlief er auch alle U-Nationalteams Griechenlands. Im Sommer 2017 verpflichtete ihn Bayer 04, in der Zeit an der Dhünn wurde Retsos auch fünfmal für die A-Nationalmannschaft berufen. Ende Januar dieses Jahres entschied man sich bei Bayer 04 gemeinsam mit dem Verteidiger für eine Leihe.

Das Ziel: Sheffield United. Premier League. Der Aufsteiger war das Überraschungsteam der Saison, befand sich zu der Zeit inmitten des Kampfes um die europäischen Plätze – zwischen den Tottenham Hotspur und Manchester United, Arsenal und dem FC Everton. Während die Nordengländer bis zum vorletzten Spieltag noch Chancen auf die EL-Teilnahme hatten, ist für Retsos das Kapitel Sheffield bereits beendet. Nach lediglich 14 Minuten Spielzeit im FA Cup und keiner Liga-Minute endete der Leih-Vertrag des Griechen bereits zum 30. Juni, die Spielzeit in England läuft bekanntermaßen noch.

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