#RoadtoGlasgow – OnThisDay: Bayer 04 – Olympique Lyon 2:4 (1:2)

Die Niederlage gegen den französischen Vizemeister schmerzte nicht allzu sehr, weil die Werkself bereits vor der Partie für die Zwischenrunde qualifiziert war.
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Ausgangslage

Im Fernduell mit dem FC Barcelona ging es nur noch um die Frage, wer Gruppensieger werden würde. Für Olympique Lyon, auch das stand fest, würde es als Tabellendritter im UEFA-Cup weitergehen. Bayer 04-Coach Klaus Toppmöller nutzte die komfortable Situation, um kräftig zu rotieren und einigen Leistungsträgern eine Pause zu gönnen. Jens Nowotny, Ulf Kirsten, Oliver Neuville und Michael Ballack gehörten gar nicht erst zum Aufgebot, Carsten Ramelow und Yildiray Bastürk nahmen zunächst auf der Bank Platz. Dafür kamen Leute aus der zweiten Reihe wie Boris Zivkovic, Pascal Ojigwe, Jurica Vranjes und Thomas Brdaric von Beginn an zum Einsatz.

Spielverlauf

Dass Bayer 04 zuvor noch nie in dieser Formation gespielt hatte, merkte man dem Team an. Nach vorne gelang zunächst wenig und hinten fehlten bei den Angriffen der kombinationssicheren Franzosen oft Zuordnung und Abstimmung. So ging Lyon durch zwei Tore von Carriere wenig überraschend mit 2:0 in Führung. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hämmerte Zoltan Sebescen einen indirekten Freistoß aus 24 Metern sehenswert zum Anschlusstreffer in den linken Winkel. Nach der Pause steigerten sich die Gastgeber und glichen durch einen Kopfball von Dimitar Berbatov schnell aus (52.). In der besten Phase der Werkself vergaben Bernd Schneider und Thomas Brdaric die größten Chancen auf eine mögliche Führung. Die löchrige Leverkusener Defensive lud Lyon aber immer wieder zu Kontern ein. Nee (64.) und Govou (81.) nutzten dies schließlich für zwei weitere Treffer zum verdienten 4:2-Sieg der Gäste.

Momente des Spiels

Der Strahl von Zoltan Sebescen zum 1:2 war das schönste der sechs Tore an diesem Abend und zugleich auch der erste Champions-League-Treffer des Verteidigers. Ein ähnlich sehenswertes Tor wäre fast auch Bernd Schneider gelungen, der beim Stand von 2:2 einen direkten Freistoß über die Mauer an den rechten Pfosten zirkelte. Kurz darauf schlugen auf der anderen Seite die Gäste zum dritten Mal zu.  

Spieler des Spiels

Zoltan Sebescen schoss nicht nur ein herrliches Tor, sondern bereitete mit einer perfekten Flanke auch den Ausgleich von Dimitar Berbatov indirekt vor. Die Nummer 26 der Werkself schaltete sich immer wieder über die rechte Seite in die Angriffe ein und zeigte auch in der Defensive eine ordentliche Leistung.

Stimmen

Auch wenn es nur „ein Spiel um die Goldene Ananas“ (Reiner Calmund) war, gab sich Trainer Klaus Toppmöller nach den 90 Minuten doch ziemlich angefressen: „Es war furchtbar, von der Bank aus dieses Hin- und Hergeschiebe mit ansehen zu müssen. So stelle ich mir Fußball nicht vor, keine Leidenschaft, keine Begeisterung, kein Biss, kaum Engagement.“ Dass gerade bei den Spielern, die sonst weniger zum Einsatz kamen, nicht alles rund lief, konnte der geschonte Carsten Ramelow hingegen verstehen. „Die mussten auf dem Platz erstmal Kontakt zueinander finden“, sagte der Nationalspieler.

Pressespiegel

Auch in der Presse fand man wenig Gefallen am Dargebotenen. „Mitunter vermochte man sich des Eindrucks nicht zu erwehren, die Deutschen und Franzosen hätten sich hier zu einem Freundschaftstreffen verabredet“, schrieb etwa die Rheinische Post, die mit Blick auf den „zweiten Anzug“ der Leverkusener auch feststellte: „Aussagekräftige Bewerbungsschreiben in Bezug auf eine Festanstellung in der ersten Formation flatterten dem Coach nicht auf den Tisch.“ Die Kölnische Rundschau stellte in Anspielung auf den 31. Oktober, an dem die Partie stattfand, sogar einen „Hauch von Halloween“ fest. „Dieses dilettantische Schauspiel war schon ein bisschen zum Gruseln.“ Die französische Le Monde hingegen freute sich, dass Lyon „ein letztes Ehrengefecht“ gewonnen hatte.

Statistik

Bayer 04: Butt – Sebescen, Lucio, Zivkovic, Placente – Schneider, Ojigwe (46. Bastürk), Vranjes, Zé Roberto – Berbatov (72. Daun), Brdaric

Olympique Lyon: Coupet – Chanelet, Müller, Laville – Deflandre, Juninho (68. Govou), Linares, Delmotte, Laigle, Carriere (77. Violeau) – Nee

Tore: 0:1 Carriere (32.), 0:2 Carriere (38.), 1:2 Sebescen (45+2.), 2:2 Berbatov (52.), 2:3 Nee (64.), 2:4 Govou (81.)

Gelbe Karten: Sebescen – Müller, Laigle

Chancenverhältnis: 8:8

Torschüsse: 21:16; aufs Tor: 9:10

Ecken: 8:3

Schiedsrichter: Valentin Ivanov (Russland)

Zuschauer: 22.500

Bilder des Spieltags

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Support

Die Fans in der BayArena ließen sich die Stimmung nicht vermiesen, auch wenn das eigene Team sicher nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Die Zwischenrunde war ja ohnehin erreicht. Und so feierten sich die Anhänger von Schwarz-Rot eben selbst mit Gesängen und Polonaisen auf der Tribüne oder schmähten den Nachbarn auf der anderen Rheinseite.    

Stand der Dinge: Gruppe F

Der FC Barcelona gewann das Parallelspiel zu Hause gegen Fenerbahce Istanbul durch einen Treffer von Rivaldo in der Nachspielzeit mit 1:0 und war mit 15 Punkten Gruppenerster vor Bayer 04 mit 12 Zählern. Als Dritter hatte sich Lyon für die nächste Runde im UEFA-Cup qualifiziert. Fenerbahce landete punktlos auf dem letzten Platz. Für Bayer 04 ging es in der Zwischenrunde nun mit der Partie bei Juventus Turin am 29. November weiter.

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