
Nach dem 0:4 bei Juventus Turin im ersten Zwischenrunden-Spiel stand die Werkself vor der Heim-Partie gegen den spanischen Vizemeister Deportivo La Coruna unter Druck. „Wenn wir in der Verlosung bleiben wollen, müssen wir unbedingt gewinnen“, forderte Bayer 04-Coach Klaus Toppmöller, dessen Team am Wochenende zuvor bei Werder Bremen seine erste Saisonniederlage in der Bundesliga hatte hinnehmen müssen (1:2), aber dennoch Spitzenreiter im deutschen Fußball-Oberhaus blieb. La Coruna hatte bis dato noch keines seiner sieben Spiele in dieser Champions-League-Saison verloren, in seinem ersten Zwischenrundenspiel den FC Arsenal 2:0 besiegt und kam als Tabellenführer der Gruppe D nach Leverkusen.
Bayer 04 nahm vor ausverkauftem Haus in der BayArena gleich das Heft in die Hand. Zé Roberto vergab bereits nach fünf Minuten die erste große Chance, konnte einen feinen Pass von Oliver Neuville aber nicht verwerten. Angetrieben von Michael Ballack und Bernd Schneider kombinierten sich die Gastgeber immer wieder gekonnt nach vorne, wo vor allem Zé Roberto und Oli Neuville ständig für Unruhe in der Deportivo-Defensive sorgten. Die Gäste verlegten sich vornehmlich aufs Verteidigen, ihr Stürmerstar Roy Makaay kam kaum zur Geltung. Bis zur Pause blieb es beim für die Spanier schmeichelhaften 0:0. Nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild, allerdings zunächst ohne große Möglichkeiten für die Werkself. Erst Zé Roberto brach den Bann, als er einen Freistoß aus 20 Metern zum 1:0 ins rechte Toreck zirkelte (64.). Schon drei Minuten später gelang Neuville nach Vorarbeit von Calle Ramelow das 2:0 (67.). Erst jetzt agierte Deportivo offensiver, aber Ballacks Kopfballtreffer zum 3:0 nach einer Ecke von Zé Roberto machte schließlich alles klar (79.).
Der wunderschöne Freistoßtreffer von Zé Roberto, mit links und viel Effet erzielt, stellte die Weichen auf Sieg und brachte die BayArena zum Kochen. Großartig dann auch die Entstehung des zweiten Treffers, als zunächst der Brasilianer im Mittelfeld einen Angriff des Gegners unterband, Calle Ramelow sich den Ball schnappte und die Kugel nach Doppelpass mit Ulf Kirsten höchst filigran in den Lauf von Oliver Neuville chippte. Der ließ dann Deportivo-Torhüter Molina mit einem Schuss aus 13 Metern keine Abwehrchance.
Zé Roberto erzielte nicht nur das wichtige 1:0, sondern war auch am zweiten Treffer beteiligt und bereitete den dritten per Eckball vor. Ausgerechnet der Brasilianer, an dem Deportivo im Sommer selbst noch großes Interesse gezeigt hatte, wurde zum Man of the match.
„Wir haben uns nach den zwei Niederlagen in Turin und Bremen nicht verrückt machen lassen“, hob Bayer 04-Kapitän Jens Nowotny nach der Partie die Mentalität der Truppe hervor. Auch Coach Klaus Toppmöller zeigte sich erleichtert: „Jetzt hat dieses Krisengerede endlich ein Ende. Wir brauchten viel Geduld in diesem Spiel. Es war erstaunlich, was meine Mannschaft an Kraft noch zuzusetzen hatte. Und später hat sie noch Traumkombinationen gezeigt. Fantastisch.“ Gäste-Trainer Javier Irureta gestand: „Bayer war zum Schluss stärker, und wir konnten uns nach dem 0:1 nicht mehr aufrichten.“
Die Rheinische Post hielt nach dem 3:0-Sieg fest: „Bayer ist nach dem totalen Reinfall von Turin also durch den Haupteingang zurückgekehrt auf die europäische Bühne. Die vom Publikum enthusiastisch verfolgte Renaissance der Leverkusener Kunst am Ball vollzog sich allerdings erst mit Verspätung.“ Für den Kicker „ging der Erfolg der Leverkusener völlig in Ordnung, Bayer hätte schon im ersten Durchgang alles klar machen können, ja müssen“. Die größte spanische Tageszeitung, El Pais, schrieb hingegen: „Depor verblutet in Deutschland, Leverkusen überrollt Iruretas Team.“
Bayer 04: Butt – Zivkovic, Lucio, Nowotny, Placente – Schneider, Ramelow, Ballack (87. Vranjes), Zé Roberto – Neuville (86. Berbatov), Kirsten (74. Bastürk)
La Coruna: Molina – Hector, Donato, Naybet, Romero – Emerson , Mauro Silva, Scaloni (71. Djalminha), Valeron (76. Tristan), Fran (59. Amavisca) - Makaay
Tore: 1:0 Zé Roberto (64.), 2:0 Neuville (67.), 3:0 Ballack (79.)
Gelbe Karte: Scaloni
Chancenverhältnis: 12:3
Torschüsse: 13:6; aufs Tor: 7:0
Ecken: 8:1
Schiedsrichter: Kyros Vassaras (Griechenland)
Zuschauer: 22.500 (ausverkauft)






Spätestens nach dem 2:0 durch Oliver Neuville herrschte pure Euphorie in der BayArena. Die Fans sangen „Karneval bei Bayer“ und brachten ihrem Liebling Ulf Kirsten bei dessen Auswechslung in der 74. Minute ein vielstimmiges Ständchen. Denn der Torjäger feierte an diesem Tag seinen 36. Geburtstag und freute sich sichtlich über die Happy-Birthday-Gesänge aus der Nordkurve.
Alles wieder offen: Weil im Parallelspiel der FC Arsenal mit 3:1 gegen Juventus Turin gewonnen hatte, verbuchten nun alle Teams in Gruppe D nach zwei Spieltagen jeweils drei Punkte. Erst am 19. Februar 2002 würde es für die Werkself in der BayArena mit der Partie gegen den FC Arsenal weitergehen.

Defensivspielerin Juliette Vidal wird Bayer 04 Leverkusen im Sommer nach zwei Jahren verlassen. Wohin die 27 Jahre alte Französin, deren Vertrag ausläuft, wechseln wird, steht noch nicht fest.
Mehr zeigen
Einmal selbst auf dem Rasen stehen, auf dem sonst die Profis der Werkself spielen – für zahlreiche Bayer 04-Mitglieder wurde dieser Wunsch beim diesjährigen Mitglieder-Kick Wirklichkeit. Rund 400 aktive Teilnehmer aller Altersklassen nutzten die Gelegenheit, die BayArena aus einer ganz neuen, besonderen Perspektive zu erleben. Und auch auf den Rängen war einiges los: Insgesamt zog das Event mehr als 1.000 Besuchende an und bildete einen stimmungsvollen Abschluss der Saison.
Mehr zeigen
Auf hochkarätigen Turnieren in drei Ländern traten sämtliche Junioren-Teams von Bayer 04 durchaus erfolgreich gegen den Ball: Neben dem überzeugenden Turniersieg der U15 in Essen landeten auch die U17 in Stemwede, die U14 in den Niederlanden sowie die U11 in Österreich mit Rang drei auf dem Treppchen. Derweil sorgten die U16-Juniorinnen mit einem 11:1 gegen die U17 des 1. FC Köln für klare Verhältnisse im Derby. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
Mehr zeigen
Als Bundesliga-Dritter erwischte die Werkself nach der Winterpause einen Fehlstart ins Jahr 2026, fand im Laufe der Wochen allmählich aber zurück in die Erfolgsspur und gehörte wie im Vorjahr zu den Top 16 in Europa und den Top 4 im DFB-Pokal. In der Bundesliga blieb die Werkself zudem in Sachen Champions-League-Qualifikation bis zum Ende im Rennen. Weil sich aber zwischen gute Leistungen und „big points“ immer wieder auch Rückschläge in die Auftritte der Werkself schlichen, reichte es am Schluss nicht ganz für die Königsklasse. Eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen endete auf Rang sechs und in der Qualifikation für die UEFA Europa League. Teil II des Rückblicks auf die Saison 2025/26.
Mehr zeigen