
„Wenn die Spieler nach dem Training auf dem Rücken liegen, dann weiß ich: Die Einheit war gut. Wenn danach noch geredet und gelacht wird, war das FKT nicht richtig“, schmunzelt Bosz. Die FKT-Einheit im Trainingslager in La Manga schien demnach eine ziemlich gute gewesen zu sein, denn nach Abpfiff ließen sich die Werkself-Profis auf den Rasen fallen und musste erst einmal wieder zu Luft kommen. Beim FKT steht nicht die Spielweise, sondern die Kondition im Fokus: „Am Ende geht es nur darum, wie viel jeder einzelne Spieler gelaufen und vor allem gesprintet ist“, erklärt Bosz.
In zwei Mannschaften lässt er seine Spieler auf dem halben Spielfeld in mehreren Durchgängen mit jeweils einer Minute Pause dazwischen gegeneinander antreten. Im Moment liegt die Werkself bei 4x13 Minuten. „Wir erhöhen die Zeit immer wieder. Zum Anfang der Saison haben wir mit 3x12 Minuten begonnen, haben uns dann immer weiter gesteigert auf 3x13, 4x12 Minuten usw.“, so der Niederländer. Die Intensität ist bei FKT besonders hoch, sie simuliert die Belastung wie bei einem 90-minütigen Spiel, nur ohne Unterbrechungszeit.
Auf den ersten Blick mögen 4x13 Minuten wenig klingen, doch dabei handelt es sich um so genannte Netto-Minuten, erläutert Bosz: „Ein normales Spiel hat ungefähr zwischen 52 und 58 Netto-Minuten“, in der restlichen Zeit rollt der Ball nicht. „Deswegen sind 4x13 Minuten tatsächlich sehr anstrengend.“
Die einzelnen Spielerwerte während einer FKT-Einheit werden schon während des Trainings ausgewertet. Peter Bosz selbst steht während der Durchgänge gern in der Gegend um den Mittelkreis. „Da befinde ich mich am liebsten, von dort aus hat man eine andere Perspektive und kann die Abstände der Spieler besser beurteilen. Deshalb bin ich auch der Schiedsrichter. Aber ich bin eher einer, der nicht viel pfeift, denn das Spiel muss immer laufen.“
Sollte es mal vorkommen, dass ein Profi zu wenig Kilometer auf dem Buckel hat, dann bekommt der Cheftrainer das auch am Mittelkreis mit. Sein Co-Trainer Terry Peters steht zusammen mit Dr. Malte Krüger, dem Sportwissenschaftler von Bayer 04, an der Seitenlinie mit einem iPad und beobachtet die Live-Laufwerte der einzelnen Spieler. „Es kann dann ab und an passieren, dass Terry zu mir kommt und berichtet, dass ein Spieler zu wenig macht. Den kann ich mir dann gezielt rauspicken und pushen“, so Bosz.
Grundsätzlich sinkt die Laufleistung bei einem normalen FKT-Verlauf mit jeder Runde: „Im ersten Durchgang ist alles top, dann sprintet die Mannschaft, die Werte sind immer hoch. Die normalen Abläufe zeigen, dass die gelaufene Distanz im zweiten, dritten und auch zu Beginn des vierten Durchgangs weiter sinkt. Ganz am Ende rufen die Spieler aber nochmal alles ab und die Kurve steigt wieder etwas.“
Die Trainingsmethode FKT hat sich Bosz im Übrigen vom niederländischen Fußball-Konditions-Experten Raymond Verheijen, der in früheren Jahren sein Dozent war, angeeignet. Der 48-Jährige gilt weltweit als führender Trainer im Bereich Fußball-Kondition, war für die Nationalteams der Niederlanden, Südkorea und Russland bereits an drei Weltmeisterschaften und drei Europameisterschaften beteiligt und arbeitete mit Top-Teams wie dem FC Barcelona, dem FC Chelsea oder Manchester City zusammen. „Ich hatte das Glück, Raymond zu meiner Trainer-Zeit bei Heracles Almelo kennenzulernen“, erzählt Bosz. „Ich habe ihn angerufen und gesagt: Ich möchte diese Trainingsmethode unbedingt lernen!“
Die physischen Terminologien, die an der Sporthochschule gelehrt worden sind, seien ihm egal gewesen. „Verheijen hat mit mir einfach über Fußball gesprochen.“ Und so kam es, dass fast jede Woche bei Peter Bosz „einfach Fußball“ gespielt wird – ohne große Unterbrechungszeit natürlich.

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself.
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Im Hinspiel im Dezember vergangenen Jahres hatte die Werkself gegen RB Leipzig einen zwischenzeitlichen Rückstand noch in einen 3:1-Sieg gedreht und die ohnehin schon starke Leverkusener Bilanz gegen die Roten Bullen noch weiter aufgebessert. Mit seinem ersten Treffer beim Pflichtspiel-Debüt für Schwarz-Rot machte dabei besonders Montrell Culbreath auf sich aufmerksam. Während der 18-Jährige am Samstagabend sicherlich gerne ein zweites Mal gegen die Leipziger einnetzen würde, kommen die offensivstarken Gäste mit der breiten Brust aus fünf Bundesliga-Siegen in Folge in die BayArena. Dass die Werkself deshalb einmal mehr auf die lautstarke Unterstützung ihrer Fans angewiesen ist, weiß die Nordkurve12 und hat erneut zur „Finally Red“-Aktion im Saison-Endspurt aufgerufen. Die Kurzpässe.
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Der Videospiel-Hersteller Electronic Arts (EA) hat in dieser Woche gemeinsam mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) die männliche sowie weibliche Top-Auswahl der Bundesligasaison 2025/26 bekanntgegeben. Bayer 04-Stürmerin Vanessa Fudalla steht in der Startelf des Frauen-„Team of the Season“. Bei den Männern wurden Alejandro Grimaldo und Aleix Garcia in den erweiterten Kreis als sogenannte Bench Player gewählt.
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Dieses besondere Event hat einmal mehr gezeigt, wie stark Bayer 04 zusammenhält: Im Rahmen von „BarmeniaGothaer schenkt Freude“ unterstützten die Werkself-Profis Edmond Tapsoba, Ibrahim Maza und Christian Kofane am Donnerstag in der Fanwelt den Verkauf individuell designter T-Shirts für den guten Zweck. Mehrere hundert Fans waren gekommen, um sich an der Charity-Aktion zu beteiligen. Der Leverkusener Hauptsponsor BarmeniaGothaer spendet den Erlös an die „Fondation Edmond Tapsoba“, die Menschen in Tapsobas Heimat Burkina Faso im herausfordernden Alltag unter die Arme greift.
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Drei Spieltage vor Saisonende können die Bayer 04-Frauen bei der SGS Essen einen Rekord knacken und einen weiteren einstellen. Auch rein sportlich ist die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold nach zuletzt drei Siegen in Folge im Auswärtsspiel am Sonntag (14 Uhr, Stadion an der Hafenstraße) in der Pflicht, um ihre Chance auf Platz drei zu wahren.
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