
Die Genugtuung über das Erreichen des Olympia-Finales war gewaltig nach dem 2:0-Erfolg in der Vorschlussrunde am Donnerstag gegen Nigeria. „Es war ein ganz, ganz enges Match, und wir mussten alles geben, um zu gewinnen“, sagte Lars Bender, „aber ich denke, wir sind verdient ins Finale eingezogen.“ Und sowohl der Kapitän und Mittelfeldmotor der Werkself wie auch sein Bayer 04-Kollege Julian Brandt hatten großen Anteil daran, dass Horst Hrubeschs Truppe, die sich nach kaum vorhandenener Vorbereitungszeit im Turnierverlauf enorm gesteigert hat, jetzt zu den Sternen greift. Am Samstag um 22.30 Uhr MESZ (live in der ARD) tritt die DFB-Equipe im Kampf um die Goldmedaille im legendären Maracana-Stadion gegen Gastgeber Brasilien in den Ring.
Komplettiert wird der „einzigartige Erfolg“ (DFB-Sportdirektor Hansi Flick) auch dadurch, dass die deutsche Mannschaft am Freitag ihr Quartier im olympischen Dorf bezog und so endlich auch den Geist der Spiele hautnah' im Kreis der anderen Athleten spüren kann – ein Ziel, das für Lars Bender, Julian Brandt und die anderen von vornherein hoch im Kurs gestanden hatte. „Diese einziartige Atmosphäre wird das Team jetzt in der Vorbereitung aufs Finale noch mal pushen“, sagt Hansi Flick.
Nicht nur Julian Brandt fiebert nun dem Finale gegen die Brasilianer mit Neymar, Renato Augusto und Co. entgegen. „Wahnsinn, dass wir jetzt schon eine Medaille sicher haben. Die goldene wäre natürlich noch schöner als die silberne“, sagt Brandt, der ein großartiges Turnier spielt und bereits sieben deutsche Treffer vorbereitet hat. Und Brandt verhehlt auch nicht die enge Bande des Teams zu Trainer Horst Hrubesch, für den das Olympia-Finale sein letztes als DFB-Coach sein wird: „Er lebt einfach diesen Sport, und den Traum von einer Medaille wollten wir nicht nur uns erfüllen, sondern auch ihm.“
Krahn will heute Geschichte schreiben
Bereits heute abend (ab 22.30 Uhr MESZ, live im ZDF) wollen auch die deutschen Frauen im Maracana Sportgeschichte schreiben: Nur ein Sieg gegen Schweden, das Gastgeber Brasilien in der Vorschlussrunde im Elfmeterschießen eliminiert hat, fehlt der Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid noch zum großen Glück und zur Goldmedaille. Es ist übrigens das erste Mal, dass zwei europäische Teams das olympische Finale bestreiten. Annike Krahn, auch bei diesem Turnier eine verlässliche Größe in der deutschen Abwehrzentrale, hat schon 2008 in Peking mit dem DFB-Team Bronze bei Olympia gewonnen. Diesmal wird die Medaille definitiv noch heller strahlen.


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