
Am 1. Juli 2013 trat Michael Schade die Nachfolge von Wolfgang Holzhäuser als Geschäftsführer der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH an. Zuvor war er bereits von 2007 an sechs Jahre lang Mitglied des Gesellschafterausschusses gewesen. Während seiner Amtszeit als Geschäftsführer spielte die Werkself viermal in der Champions League, erreichte dort dreimal das Achtelfinale und qualifizierte sich einmal für die Europa League.
Nicht nur die sportliche Bilanz konnte sich sehen lassen. Auch strategisch und wirtschaftlich hat sich Bayer 04 in dieser Zeit weiterentwickelt. Ein besonderes Anliegen war Michael Schade die Internationalisierung des Klubs, die er intensiv vorangetrieben hat. Unter anderem mit erfolgreichen Reisen nach Südkorea und in die USA, wo Bayer 04 in Orlando/Florida mehrere Trainingslager absolvierte. Auch Kooperationen mit amerikanischen Fernsehsendern und der Austausch mit amerikanischen Sportjournalisten trugen dazu bei, den Bekanntheitsgrad der Marke Bayer 04 weiter zu steigern. Man habe dabei sehr stark von der Infrastruktur und dem Image der Bayer AG als Muttergesellschaft profitiert, betonte Michael Schade einmal in einem Interview mit dem Werkself-Magazin.
Der gelernte Journalist war bereits 1980 als Leiter Publikationen zum Konzern gekommen. Später übernahm er dort die Leitung der Abteilung Unternehmenspolitik. Seit 2008 war Schade schließlich als Leiter des Konzernbereichs Communications für die weltweite Kommunikation der Bayer AG verantwortlich. Dass unter dem PR-Profi auch die Digitalisierung und der Ausbau der Sozialen Medien bei Bayer 04 enorm an Fahrt aufgenommen hat, wundert nicht.
Aber Michael Schade sah sich nicht nur als Funktionär, als Verantwortlicher, sondern immer auch als bekennender Fan des Klubs. Er saß schon beim UEFA-Cup-Triumph 1988 auf der Tribüne des damals im Umbau befindlichen Ulrich-Haberland-Stadions („inmitten einer Baustelle auf einem Provisorium aus Stahlrohren und Brettern“), fieberte als Bayer 04-Geschäftsführer immer mit schwarz-rotem Fanschal von den Rängen aus – in den letzten Spielminuten oft auch vom Spielfeldrand – mit der Werkself mit. Und ist heute noch bei fast jedem Heimspiel und einigen Auswärtsreisen dabei.
Ein großes Anliegen war Schade auch der Ausbau und die Modernisierung der BayArena. Er ließ die exklusive Wein-Lounge „Viini“ zur Schwadbud umbauen, in der die lange Tradition des Klubs sicht- und erlebbar wird und die sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt der Fans entwickelte. Zu den umfassenden infrastrukturellen Maßnahmen zählten zudem die Neugestaltung der Nordkurve sowie die komplette Erneuerung der Kioske und Toiletten. In der Südtribüne entstanden neue Logen, Servicequalität und Komfort im ganzen Stadion wurden optimiert.
Die fünf Jahre als Geschäftsführer hätten für ihn einen ganz besonderen Stellenwert, bekannte Michael Schade einmal. Und: „Diese Stunden vor einem Spiel zwischen Bangen und Hoffen, diese emotionale Achterbahnfahrt im Drei-Tage-Rhythmus, diese Ohnmacht, während des Spiels tatenlos auf der Tribüne zu sitzen und dem Schicksal auf dem Rasen ausgeliefert zu sein – das sind spannende und herausfordernde Momente, von denen ich keine einzige Minute missen möchte. Aber gleichzeitig ist es auch eine mitunter extreme nervliche Belastung, die ich so in einem normalen Beruf niemals erlebt habe.“
Im Sommer 2018 hat Michael Schade die Geschäftsführung an Fernando Carro abgegeben und darf seither die Spiele der Werkself etwas entspannter verfolgen. Ein leidenschaftlicher Fan ist er freilich immer noch. Und wird es bleiben. Schließlich bedeute es für ihn eine große Lebensfreude, im Fußballstadion zu sein „und dann auch richtig mitzufiebern“.
Seinen Geburtstag feiert Michael Schade heute im Kreise seiner Familie. Anfang des kommenden Jahres wird dann in einem etwas größeren Rahmen noch einmal gefeiert „mit 70 Gästen aus 70 Jahren“.

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