„Ich bin bereit für eine neue Herausforderung“

Seit diesem Sommer trägt Moussa Diaby das Kreuz auf der Brust – nach Ricardo Faty (Saison 2007/08) als zweiter Franzose in der 40-jährigen Bundesliga-Historie der Werkself. Ehe er unters Bayer-Kreuz wechselte, wirbelte der 20-jährige Junioren-Nationalspieler für den französischen Meister Paris Saint-Germain und brachte es dort in der vergangenen Saison auf 34 Pflichtspiel-Einsätze (4 Treffer, 7 Assits). Am heutigen Freitag, drei Tage vor dem Trainingslager in Zell am See-Kaprun, stellte sich der Flügelstürmer in einer Medienrunde den Fragen der Journalisten.
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Moussa Diaby über…

…die ersten Tage und Wochen in Leverkusen: „Ich fühle mich absolut wohl hier. Die Mannschaft hat mich vom ersten Tag an sehr gut aufgenommen – so wie auch alle anderen im Klub. Ich freue mich auf die Zeit bei Bayer 04.“

…die Entscheidung zu Bayer 04 zu wechseln:„Noch bevor ich mich endgültig für Bayer 04 entschieden habe, habe ich mir ein paar Spiele aus der vergangenen Saison angeschaut. Mir gefällt es einfach total, wie hier Fußball gespielt wird – schnell und mit viel Druck nach vorne. Ich denke, diese Art liegt mir und meinem Spielstil. Das positive Bild, das ich vom Verein hatte, hat sich bestätigt, als ich hier vor Ort war, um mir den Klub und die Umgebung genauer anzuschauen. Ich hatte auch Anfragen von anderen großen Vereinen, aber das Gesamtpaket hier – die Spielidee, das Projekt und die Tatsache, dass wir in dieser Saison in der Champions League spielen – hat einfach gepasst.“

…die Gründe Paris Saint-Germain zu verlassen: „PSG ist ein großer Verein, ich habe mich dort sehr, sehr wohl gefühlt. Zumal es für einen gebürtigen Pariser wie mich natürlich ein Traum ist, für diesen Klub zu spielen. Aber es spielen so viele Top-Stars für Paris, da hast du es einfach schwer als junger Spieler. Ich will regelmäßig spielen und die nächste Stufe in der Entwicklung zu nehmen, nicht stehen bleiben. Deshalb habe ich mich für einen Wechsel entschieden. PSG hätte mich gerne behalten, aber ich bin bereit für eine neue Herausforderung.“

…den Stellenwert des deutschen Fußballs in Frankreich:„In Deutschland ist der Wille zu gewinnen größer – meiner Meinung nach gibt es in der Bundesliga nicht so viele Mannschaften, die sich nur hinten reinstellen und destruktiv spielen. Ich mag diese Einstellung immer alles zu geben, dieses Engagement zu kämpfen, diese Lust Fußball zu spielen. In der Ligue 1 ist es so, dass sich die meisten Gegner darauf konzentrieren, das Spiel von PSG nicht zu Entfaltung kommen zu lassen.“

…seinen Ex-Trainer Thomas Tuchel:„Ich habe in der vergangenen Saison in Paris viel von ihm gelernt. Er ist sehr nah dran an den Spielern, hat sehr viel mit uns gesprochen. Und er hat aus Deutschland ein paar Methoden mitgebracht, dass wir physisch stärker werden. (lacht) Ich bin ihm sehr dankbar – denn er hat mich auch darin bestärkt, nach Deutschland zu wechseln und mir gesagt, dass ich mit dem Wechsel zu Bayer 04 eine gute Entscheidung getroffen habe.“

…das Zusammenspielen mit Topstars wie Neymar oder Mbappe in Paris:„Das ist schon toll. Besonders für junge Spieler ist es schon ein großes Glück, tagtäglich mit solchen Topstars zu trainieren und zu spielen. Ich persönlich habe viel von den Jungs mitgenommen – angefangen von Ratschlägen bis hin zur Lust darauf, sich weiterentwickeln und sich jeden Tag verbessern zu wollen.“

…seine Lieblingsposition:„Rechter Stürmer. Aber ganz ehrlich: Mir ist es egal, ob ich auf der rechten oder linken Seite eingesetzt werde – ich stelle mich voll in den Dienst der Mannschaft und möchte mit meinen Fähigkeiten meinen Teil zum Gesamterfolg beitragen.“

…seine Ziele für sein erstes Jahr in Deutschland:„Als Sportler möchtest du natürlich Titel holen, aber in erster Linie möchte mit der Mannschaft so viele Spiele wie möglich gewinnen. Dann schauen wir, wo das am Ende hinführt. Und persönlich möchte ich mich jeden Tag verbessern, so viel wie möglich zum Einsatz kommen und der Mannschaft mit meinen Stärken weiterhelfen. Und ich muss natürlich die deutsche Sprache lernen.“

…die Verständigung innerhalb der Mannschaft:„Bis dato ist Peter Bosz eigentlich der einzige, der komplexe Zusammenhänge auf Französisch mit mir klärt. Ich habe mir aber sagen lassen, dass auch Jonathan Tah (derzeit noch im Urlaub, Anm.) Französisch kann.In der Kabine benutzen wir Übersetzungs-Apps auf unseren Smartphones, um uns zu verständigen. Das klappt sehr gut. Aber ich versuche den Jungs ein bisschen Französisch beizubringen, zum Beispiel Dinge wie ‚Wir geht’s dir, mein Freund?‘, ‚Mein Bruder‘, ‚links‘, ‚rechts‘ oder ‚Bist du verrückt‘.“ (lacht)

…die deutschen Wörter, die er bereits gelernt hat:„‚Alles gut‘, ‚Morgen‘, ‚Danke‘, ‚Guten Appetit‘ und ‚weiter‘ – das war es auch schon, glaube ich.“ (lacht)

…den unterschiedlich farbigen Blitz in seinen Haaren: „Das hat nicht wirklich eine besondere Bedeutung, ich mache das aus Spaß. Genauso wie die verschiedenen Farben.“

…die Ambitionen, eines Tages für die französische A-Nationalmannschaft aufzulaufen: „Bis jetzt bin ich noch nicht so weit gekommen. Aber klar ist es mein Ziel, irgendwann einmal für die ‚L’Équipe‘ zu spielen. Dass sich in der Bundesliga zuletzt so viele Franzosen so positiv entwickelt haben, habe ich auch wahrgenommen. Auch deshalb habe ich mich für Deutschland entscheiden. Ich hoffe, ich kann hier meine Ziele erreichen.“

…Kontakt zu französischen Spielern aus der Bundesliga: „Ja, es gab Kontakt. Aber mit wem genau, das behalte ich für mich (lacht). Die Jungs waren nicht ausschlaggebend für meinen Wechsel, aber durch die Antworten, die sie mir gegeben haben, bin ich mir immer sicherer geworden, dass die Entscheidung für Bayer 04 die richtige gewesen ist.“

…Freunde oder Familie, die mit ihm nach Deutschland gekommen sind: „Nein, zurzeit ist noch niemand hier. In der Vorbereitung ist noch es besser, alleine zu sein, um sich nur auf den Sport zu fokussieren. Aber ich denke, in paar Monaten, wenn ich mich hier gut eingelebt habe, werde ich meine Familie herholen.“

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