Geburtstagskind des Monats 1: Thomas Hörster wird 70

Thomas Hörster wird am 27. November 1956 in Essen geboren. Als Kind betreibt er Turmspringen und Judo, begeistert sich aber auch für Fußball. Nach seinen Anfängen bei Blau-Weiß Holsterhausen-Essen wechselt er zum ETB Schwarz-Weiß Essen. Als A-Jugendlicher trainiert er erstmals bei den Herren in der 2. Liga mit. Und mit knapp 18 Jahren debütiert Thommy, wie er gerufen wird, in der 2. Bundesliga. In zweieinhalb Saisons absolviert er 71 Spiele für Schwarz-Weiß Essen.

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Aufstiegsheld in Leverkusen, Bronze mit dem Olympia-Team

1977 wechselt er unters Bayer-Kreuz. Bayer 04-Trainer Willibert Kremer hält große Stücke auf ihn. Auch die beruflichen Perspektiven sprechen für Bayer 04. Als gelernter Radio- und Fernsehtechniker kann Thommy im Werk in der Automatisierungstechnik arbeiten. Bei der Werkself ist er sofort Stammspieler. Mit seiner Technik, seiner Spielintelligenz, seiner Zweikampfstärke und seiner Kondition entwickelt er sich zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft und steigt mit Bayer 04 1979 in die 1. Bundesliga auf.

Als Erich Ribbeck 1985 die Werkself übernimmt, funktioniert er Thommy zum Libero um. Dort entwickelt er sich zu einem der besten deutschen Spieler auf dieser Position. Wegen seiner langen Beine erhält er den Spitznamen „Krake“. 1986 nominiert ihn Franz Beckenbauer für die Nationalmannschaft. Mit fast 30 Jahren debütiert Thomas für das DFB-Team beim 2:0 in Dänemark. Insgesamt wird er aber nur viermal für die A-Nationalmannschaft auflaufen.

Die erfolgreichste Phase seiner Spielerkarriere erlebt er zwischen 1985 und 1988. Die Endspiele um den UEFA-Pokal 1988 verpasst er verletzungsbedingt. Deshalb bezeichnet er die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul als seinen persönlichen Karriere-Höhepunkt. Die deutsche Mannschaft verliert im Halbfinale gegen Brasilien, schlägt im Spiel um Platz drei aber Italien mit 3:0.

Der erfolgreiche Nachwuchstrainer

1991 beendet Thommy nach 456 Pflichtspielen für die Werkself seine aktive Karriere. Dem Fußball bleibt er treu. Er arbeitet zunächst im Nachwuchsbereich von Bayer 04 und entwickelt sich zu einem erfolgreichen Jugendtrainer. 2000 gewinnt er mit der U19 die Deutsche Meisterschaft. Kurze Zeit später ist er für die zweite Mannschaft von Bayer 04 verantwortlich und übernimmt im Februar 2003 die Profis. Bayer 04 steckt mitten im Bundesliga-Abstiegskampf. Für kurze Zeit kann er das Ruder rumreißen. Aber nach einer 1:4-Niederlage beim Hamburger SV drei Spieltage vor Saisonschluss endet Thommys Zeit als Cheftrainer und er kehrt zurück in die Jugendarbeit.

Thomas Hörster

Noch einmal holt er mit der U19 der Werkself 2007 den Deutschen Meistertitel. Vor 22.500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena schlagen seine Jungs den FC Bayern mit 2:1. In der Leverkusener Mannschaft stehen unter anderem Stefan Reinartz, Bastian Oczipka, Kim Falkenberg und Jens Hegeler. Beim FC Bayern spielen damals Thomas Müller, Toni Kroos und Holger Badstuber.

Wechsel ins Scouting

Nach seinem zweiten Meistertitel wechselt Thomas Hörster ins Scouting. Zunächst analysiert er die Gegner der Profimannschaft, später konzentriert er sich auf die Spielersichtung. Die Arbeit macht ihm Spaß, auch wenn die vielen Reisen zunehmend anstrengend werden. Die Videoanalyse eröffnet ihm schließlich eine neue Möglichkeit, Talente und Spiele auch aus der Distanz zu beurteilen.

Bayer 04 prägt einen großen Teil seines Lebens. Thommy lebt in Leverkusen und genießt inzwischen seinen wohlverdienten Ruhestand.

Mein Lieblingslibero, ich wünsche dir alles Gute zum 70.! Bleib gesund und lass dich ordentlich feiern.

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