
Chefcoach Heiko Herrlich, der sich mit der Werkself am Samstagmorgen vom Flughafen Köln aus auf den Weg nach Spanien macht, erwartet bei der Generalprobe einen gelungenen Auftritt der Seinen. „Ich möchte eine gute Leistung der Mannschaft sehen, damit wir auch mit einem guten Gefühl aus der Vorbereitung rausgehen können", sagt der 46-Jährige.
Die Aufgabe am Abend dürfte es indes in sich haben: Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten, den Abgängen zahlreicher Spitzenspieler und dem drohenden Bankrott im Sommer des vergangenen Jahres schafften die „Blanquinegros“ die sportliche Wende und beendeten die Saison – mit nur drei Zählern hinter Real Madrid – auf dem vierten Tabellenplatz (Punkteschnitt: 1,9), was sie in diesem Jahr zur Rückkehr in die Königsklasse berechtigt. Ohnehin gilt der Klub aus dem Südosten Spaniens dank zahlreicher internationaler Titel als eine der erfolgreichsten Mannschaften im europäischen Vereinsfußball – zuletzt feierte der Klub 2004 feierte den Sieg des UEFA-Cups.
Ein Grund für das Wiedererstarken der Weiß-Schwarzen mit der Fledermaus im Klub-Logo liegt in Erfolgstrainer Marcelino Garcia Toral, genannt Marcelino, der der Mannschaft trotz notwendiger Etatkürzungen binnen weniger Monate ein neues Gesicht verliehen hat. Der Brasilianer setzt auf eine gesunde Mischung aus älteren, vornehmlich unbekannteren Profis und jungen Talenten aus der eigenen Akademie. Dennoch stellte Valencia in der vergangenen Saison auch dank der Tore des Brasilianers Rodrigo (27 Jahre/16 Treffer), des Italieners Simone Zaza (27/13) und des Spaniers Santi Mina (22/12) die viertbeste Offensive der spanischen „La Liga“ (65 Tore). Darüber hinaus ist der Kader mit einem Durchschnittsalter von 25,3 Jahren der jüngste in Spaniens Fußball-Oberhaus (Stand: 9. August 2018).
Für Bayer 04 ist es nach 2011 das erste Aufeinandertreffen mit den Spaniern. Damals trafen die Schwarz-Roten in der Gruppenphase der Champions League auf den FC Valencia. Daheim langte es nach Halbzeitrückstand zu einem 2:1-Sieg (Tore: André Schürrle und Sidney Sam), im „Estadio Mestalla“ gab es eine 1:3-Niederlage (Tor: Stefan Kießling). Lars Bender (oben im Bild im Spiel in der BayArena gegen Valencia) stand vor sieben Jahren übrigens, als einziger Spieler aus dem aktuellen Werkself-Kader, bei beiden Begegnungen in der Startformation.
Mit einem erfolgreichen Auftritt am Samstag könnte die Werkself gleichzeitig mit einem Titel in die Saison starten. Die Begegnung der beiden Mannschaften ist Teil der sogenannten „Trofeo Naranja“, einem vom FC Valencia fast alljährlich veranstalteten, traditionsreichen Sommerpokal.

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