
Beim Thema Nachhaltigkeit setzten die Klubs ein deutliches Zeichen. Als erste große Profifußball-Ligen nehmen die Bundesliga und 2. Bundesliga zur kommenden Saison Nachhaltigkeitskriterien verpflichtend in ihre Lizenzierungsordnung auf. Außerdem wird das Bekenntnis, ökonomisch, ökologisch und sozialnachhaltig handeln zu wollen, in der Satzung des DFL e.V. verankert.
Die konkreten Inhalte werden in den nächsten Monaten finalisiert und basieren auf den Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen, den Einschätzungen externer Experten, der Zusammenarbeit mit der DFL-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit sowie dem Klub-Arbeitskreis Verantwortung.
Für die Umsetzung gibt es zunächst eine Pilotphase in der Saison 2022/23, bei der die Klubs einen Überblick über den jeweiligen Status quo sowie ihre Potenziale erhalten. Daraufhin erfolgt ein Übergangszeitraum, in dem notwendige Weiterentwicklungen umgesetzt werden sollen. 2023/24 folgt dann die Realisierung mit entsprechenden Auflagen und Sanktionen bei Nicht-Erfüllung von Kriterien. Dabei sollen wirtschaftliche und strukturelle Voraussetzungen jedes einzelnen Klubs berücksichtigt werden.
Neben der Nachhaltigkeit wurden weitere Aspekte der Lizenzierungsverordnung festgelegt. Dazu zählen auch die Rahmenbedingungen für das Lizenzierungsverfahren zur folgenden Spielzeit. Der einzige Unterschied zur vergangenen Saison besteht darin, dass betroffenen Klubs wieder Kapital- und/oder Planqualitätsauflagen auferlegt werden können. Kapitalauflagen erfolgen allerdings aufgrund der in der Pandemie ohnehin schon bestehenden wirtschaftlichen Zwänge nur in modifizierter Form: Negatives Eigenkapital muss demzufolge nicht zwingend verbessert werden, es darf aber auch nicht wesentlich verschlechtert werden.
Des Weiteren werden jährliche Notfallschulungen für medizinisches Personal in der Bundesliga und 2. Bundesliga künftig verpflichtend sein. Zu den Inhalten der Schulungen gehören beispielsweise lebensrettende Maßnahmen im Fall eines Herzkreislaufstillstands, inklusive der Anwendung eines Defibrillators, das Erkennen und Behandeln von akuten Kopfverletzungen wie Gehirnerschütterungen sowie Notfallbehandlungen von Wirbelsäulenverletzungen.
Ab der Spielzeit 2022/23 werden außerdem erstmals verbindliche Voraussetzungen für den Klub-Fan-Dialog in die Lizenzierungsordnung aufgenommen. Diese enthält fortan unter anderem die Verpflichtung, dass alle Themen behandelt werden, die Fangruppen direkt oder indirekt betreffen und dass durch die im Klub-Fan-Dialog vertretenen Personen die Vielfalt der Fans im Stadion abgebildet wird. Die DFL-Abteilung Fanangelegenheiten wird daher in den kommenden Monaten einen Leitfaden zur Erläuterung und Präzisierung der Richtlinien des Dialogs erarbeiten.
Darüber hinaus bekannten sich die Klubs zur Virtual Bundesliga (VBL): Die VBL soll neben der Bundesliga und der 2. Bundesliga als zusätzlicher Wettbewerb in die DFL-Statuten verankert werden, um eine Professionalisierung und Etablierung des eFootball-Wettbewerbs weiter voranzutreiben. Das hat die Versammlung grundsätzlich beschlossen. Im nächsten Schritt wird die DFL einen konkreten Beschluss vorbereiten, über den bei der folgenden Mitgliederversammlung abgestimmt wird.
Abschließend wurde Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH und 1. Stellvertretenden Sprecher des Präsidiums des DFL Deutsche Fußball Liga e.V. gewählt. Damit löst er zum 11. März 2022 Peter Peters ab, der von 2004 an dem Aufsichtsrat der DFL angehörte und nach dem Rückzug von Reinhard Rauball 2019 den Vorsitz des Gremiums übernommen hatte.

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