
Wenn die Not am größten, wenn scheinbar kein Ausweg mehr in Sicht ist, kennt die „kicker“-Branche hierzulande – so will es die Tradition von fast 60 Jahren Profifußball – kein Tabu und geht zur Not halt auch ans Eingemachte. Dabei geht es – wie könnte es anders sein – um Kohle. Wie ist es uns möglich, unsere Einnahmenseite zu verbessern?
Das war so nach der Saison 1970/71, als die Leute sich nach dem unglaublichen Bundesliga-Skandal, dem schwärzesten Kapitel einer ansonsten weitgehend lupenreinen Erfolgsgeschichte, entgeistert vom Profi-Fußball made in Germany abwendeten und in Scharen demonstrativ zu Hause blieben. Trost und neuen Schwung fand die Fußball-Gemeinschaft erst bei der Heim-WM 74 als Rettungsanker.
Jetzt ist es wieder mal so weit. Eine Pandemie lähmt seit zwei Jahren das öffentliche und private Leben im Lande. Der Ball rollt zwar, monatelang allerdings – in des Wortes wahrster Bedeutung – wie von Geisterhand gesteuert. Es geht erschwerend die Furcht um, die Liga könne womöglich einen Teil ihrer mittlerweile an einen bösartigen Virus verlorenen Sympathisanten so bald nicht in die Arenen zurückholen. Die allgemeine Gemengelage verheißt – berechtigt oder nicht – wenig Gutes. Die Fußball-Deutschen blicken aus gutem Grund beunruhigt und neidisch auf die Insel ins reichlich gepuderte Mutterland des Fußballs.
Um dem verheerenden Ungleichgewicht beizukommen, hat die neue DFL-Chefin Donata Hopfen kürzlich die Einführung von Play-offs ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Ein solches Format, ausgespielt im Rahmen einer „Fußball-Week“, könnte einerseits durch die angedachte zusätzliche Meisterrunde ein erhebliches Plus in den Kassen der qualifizierten Klubs bedeuten und im besten Fall gleichzeitig die ermüdende Dominanz des Abonnement-Champions FC Bayern München (unter)brechen.
Die Reaktionen fielen teilweise erwartet aus. Das Fachblatt „kicker“ startete im Eilverfahren eine Umfrage unter seinen Lesern. 36,9 Prozent hatten sich spontan schon mit dem Vorschlag angefreundet. 63,1 Prozent waren dagegen. Ein Ermittlungsverfahren für den Deutschen Meister, das letztlich zu einer Art Glücksspiel abgleiten könnte? Das ist mit dem traditionsbewussten deutschen Fan nicht zu machen.
Christian Streich, der weise Mann aus Freiburg, fand es „am gerechtesten, dass derjenige Meister ist, der nach 34 Spielen die meisten Punkte hat“. Auch Uli Hoeneß meldete sich selbstverständlich zu Wort: „Eine Witz-Idee. In der Bundesliga soll der Meister werden, der nach 34 Spieltagen der Beste ist und der durch Dick und Dünn gegangen ist mit seinem Team. Das ist doch nur ein Gesetz gegen Bayern München. Das hat doch nichts mit Spannung zu tun.“
Auf die denkbar klarste Art der Ablehnung stieß der Vorschlag bei Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler. Der einst gefeierte Angreifer lässt, wenn es um die Grundwerte seines geliebten Sports geht, keinen Zweifel an seinen Verteidiger-Qualitäten und fegt sämtliche Fisimatenten vom Tisch: „Ein völlig falscher Ansatz. Ich bin strikt dagegen.“
Durch eine solche Neuregelung sieht Völler den Leistungsgedanken im deutschen Fußball untergraben. Eine für ihn unerträgliche Vorstellung. Wenn die Basiswerte seiner Lieblingssportart in Gefahr geraten, versteht der Fußballversteher keinen Spaß. Dass auch der Fair-Play-Gedanke in diesem Zusammenhang Schaden nehmen könnte, macht die Sache für den Profi und Sportsmann Völler nicht besser.
Den Autor dieser kleinen Kolumne, der sich schon mehrfach als Fußball-Romantiker geoutet hat, schaudert es bei der Vorstellung, es könnte demnächst am Ende statt Sachverstand und Kontinuität der unberechenbare Zufall Regie führen.
In diesem Sinne
Hermann Josef Weskamp

Gleich dreimal waren die schwarz-roten Legenden der Bayer 04-Traditionsmannschaft am vergangenen Wochenende im Einsatz. Unter anderem mit Stefan Kießling, Philipp Wollscheid, Sidney Sam und Karim Bellarabi trat das von Falko Götz und Jürgen Gelsdorf gecoachte Team auf Indoor-Kunstrasen-Turnieren in Oldenburg, Regensburg und Bielefeld an. Bei Letzterem zauberten sich die Leverkusener dank vierer Wollscheid-Tore sogar bis ins Finale, wo dann gegen Arminia Bielefeld Endstation war. Einsatz und Spaß waren jedoch bei allen Beteiligten wie immer titelwürdig.
Mehr zeigen
Bayer 04 Leverkusen muss vorerst auf Innenverteidiger Edmond Tapsoba verzichten. Der burkinische Nationalspieler kehrte mit einer Muskelverletzung vom Afrika Cup aus Marokko zurück zur Werkself.
Mehr zeigen
Seit fast acht Jahren trifft Bayer 04 mal wieder auf den Hamburger SV. Die Hansestädter schwächeln zwar oft auf des Gegners Platz, präsentieren sich jedoch vor heimischer Kulisse regelmäßig in Topform. Besonders der 18-jährige Shootingstar Luka Vuskovic zeigt sich offensiv wie defensiv als echte Lebensversicherung für Merlin Polzins Mannschaft. Angst dürfte das der Werkself dennoch nicht machen: Nicht nur liegt die letzte Niederlage gegen einen Aufsteiger bereits 17 Spiele zurück, gegen den HSV winkt dem Team von Kasper Hjulmand zudem der fünfte Sieg im sechsten Spiel. Die Kurzpässe.
Mehr zeigen
Am 15. Spieltag der laufenden Bundesligasaison reist die Werkself zum Hamburger SV. Die Partie steigt am Dienstag, 13. Januar (Anstoß: 20.30 Uhr). Die Bayer 04-Fanbetreuung hat alle Infos zur Begegnung im Volksparkstadion für euch zusammengefasst...
Mehr zeigen
Torhüter Matej Kovar wechselt endgültig von Bayer 04 Leverkusen zum niederländischen Fußball-Meister PSV Eindhoven.
Mehr zeigen