
Gonzo, am vorletzten Spieltag gegen Mainz hast du dein 400. Bundesliga-Spiel absolviert. Dazu die herzlichsten Glückwünsche. 400 Einsätze in der Bundesliga – das ist eine Marke, die nicht so leicht zu knacken ist. Hast du dir das jemals erträumt?
Castro: Vielen Dank für die Glückwünsche. Natürlich träumt man als Profifußballer davon, möglichst viele Spiele zu bestreiten, aber an 400 Partien habe ich ehrlich gesagt nie gedacht. Umso schöner ist es, dass ich diese Marke nun geknackt habe – und es dürfen gerne noch einige Spiele dazukommen.
Über die Hälfte dieser Spiele hast du für Bayer 04 gemacht, zum Beispiel dein Liga-Debüt im Januar 2005 in Hannover. Wie gut ist dir dein erstes Bundesliga-Spiel noch in Erinnerung?
Castro: (lacht) Mir kommt es vor, als ob es gestern gewesen ist. Damals hat mir Klaus Augenthaler das Vertrauen geschenkt und mich in der Schlussphase eingewechselt. Das war ein sehr gutes Gefühl.
Du bist bei Bayer 04 ausgebildet worden, insgesamt hast du 16 Jahre für Bayer 04 gespielt. Welche Rolle spielt der Verein insgesamt in deinem Leben?
Castro: Bayer 04 spielt natürlich eine unheimlich wichtige Rolle in meinem Leben. Ich habe mich dort als Profi entwickelt, durfte mit vielen tollen Spielern wie Jens Nowotny, Bernd Schneider oder Dimitar Berbatov zusammenspielen, von denen ich sehr viel gelernt habe. Zudem ist meine Familie in Leverkusen beheimatet, deshalb wird es immer eine besondere Verbindung geben.
Gibt es einen Moment aus deiner Zeit unterm Bayer-Kreuz, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Castro: Da gibt es viele Momente. Einer ist zum Beispiel mein erstes Bundesligator, das ich im Heimspiel gegen Alemannia Aachen erzielt habe. Ebenso die Auftritte mit Bayer 04 in der Champions League.
Nach deinem Wechsel zu Borussia Dortmund im Jahr 2015 spielst du seit 2018 für den VfB Stuttgart. Beim Blick in die Statistik fällt auf, dass du auf vielen verschiedenen Position gespielt hast – vom Linksverteidiger bis zum offensiven Mittelfeldspieler. Ist die Flexibilität gepaart mit einer gewissen Konstanz die größte Waffe des Gonzalo Castro?
Castro: Es hat mir bestimmt geholfen, um auf eine so große Zahl an Einsätzen zu kommen. Auf der anderen Seite ist es vielleicht dadurch auch schwer geworden, sich auf einer bestimmten Position besonders zu empfehlen.
Beim VfB bist du seit dem direkten Wiederaufstieg in diesem Jahr Mannschaftskapitän. Was bedeutet dir dieses Amt und wie versuchst du es mit Leben zu füllen?
Castro: Es ist natürlich eine Ehre, bei so einem Traditionsverein der Kapitän zu sein. Wir haben eine junge Mannschaft, die sich noch sehr gut entwickeln kann. Ich habe nun schon viele Jahre im Fußball erlebt und dadurch viel an Erfahrung gewonnen, die ich versuche weiterzugeben. Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht der große Lautsprecher bin, aber dennoch vorangehe und versuche, der Mannschaft jeden Tag weiterzuhelfen.
Was ist das Ziel mit dem VfB in dieser Saison? Und was ist für Bayer 04 in dieser Spielzeit drin?
Castro: Für uns geht es als Aufsteiger darum, in der Liga zu bleiben und uns als Team ständig zu entwickeln. Da sind wir auf einem guten Weg. Leverkusen hat ein starkes Team, und ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Mannschaft bis zum Saisonende um die Champions-League-Plätze spielt.
Ausgerechnet beim 400. Bundesliga-Einsatz hast du dir eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Gute Besserung an dieser Stelle! Wann sehen wir dich wieder auf dem Platz und wie traurig bist du, gerade das Spiel in deinem Stadion, der BayArena, zu verpassen?
Castro: Ich hätte sehr gerne in Leverkusen gespielt, aber vielleicht klappt es ja dann in der kommenden Saison. Ich arbeite daran, dass ich in zwei bis drei Wochen wieder im Mannschaftstraining dabei sein kann.
Was für ein Spiel wird das am Samstag? Wie lautet dein Tipp?
Castro: Es wird hoffentlich ein ähnlich spannendes Spiel wie in der Hinrunde werden. Wir wollen etwas Zählbares mit nach Stuttgart nehmen.

Issa Traoré wechselt von Bayer 04 Leverkusen zum slowakischen Erstligisten AS Trencin. Der Werksklub transferiert den Innenverteidiger auf Leihbasis für ein Jahr zum diesjährigen Meisterschafts-Neunten in der Slowakei.
Mehr zeigen
Co-Trainer Remzi Kahraman verlässt die Bayer 04-Frauen mit sofortiger Wirkung und nimmt eine neue Herausforderung im Ausland an. Der Klub entsprach dem Wechselwunsch des 31-Jährigen, dessen Vertrag ursprünglich noch bis 2027 lief. Die Entscheidung über seine Nachfolge wird zeitnah bekannt gegeben.
Mehr zeigen
Rund 40 Kinder mit Diabetes aus ganz Deutschland erlebten an diesem Samstag ein vielfältiges Diabetes-Camp in der LIGA '20 Soccerhalle in Leverkusen. Organisiert von der Bayer 04 Fussball Akademie und betreut von einem 15-köpfigen medizinischen Fachpersonal der Firmen Ypsomed und Dexcom, stand für die Kinder der Spaß am Fußball im Vordergrund. Außerdem wurde für die Eltern ein informativer Workshop abgehalten.
Mehr zeigen
Die deutsche U19-Nationalmannschaft hat bei der U19-EM in Wales ihr drittes und letztes Gruppenspiel gegen Spanien 0:4 verloren. Die Bayer 04-Akteure Montrell Culbreath und Francis Onyeka (verliehen zur SV 07 Elversberg), die in den beiden siegreichen Partien zuvor zusammen auf vier Torbeteiligungen gekommen waren, blieben wie einige weitere Stammkräfte ohne Einsatz. Die DFB-Auswahl hatte bereits vorzeitig den Halbfinal-Einzug perfekt gemacht.
Mehr zeigen