Bolzplatz in Leverkusen wird Immaterielles Kulturerbe

Der Bolzplatz Boberstraße in Leverkusen-Rheindorf wurde als erster Platz in Nordrhein-Westfalen offiziell zum Immateriellen Kulturerbe ernannt. Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußballmuseums, und Rüdiger Scholz, Mitglied der CDU-Landtagsfraktion, brachten zusammen mit Werkelf-Legende Stefan Kießling das deutschlandweit erste Hinweisschild auf dem seit den 1960er Jahren bestehenden Ascheplatz an.
crop_Bolzplatz_Boberstrasse_Leverkusen.jpg

Hintergrund des Projekts ist die eingereichte Bewerbung des Deutschen Fußballmuseums, die Bolzplatzkultur in das landesweite Register des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen – mit Erfolg. 2018 erkannte das NRW-Kulturministerium die Bolzplätze als solches an. Als Immaterielles Kulturerbe werden kulturelle Ausdrucksformen verstanden, die von Generation zu Generation übermittelt und geprägt werden. Dazu zählen unter anderem Traditionen, darstellende Künste, aber auch spezielle Kenntnisse und Rituale – und nun auch die Bolzplatzkultur.

Ort der Fairness, Toleranz und Integration

Der Bolzplatz sei vor allem ein frei zugänglicher Ort der Fairness, Toleranz und Integration, so Manuel Neukirchner. „Er ist ein Spielfeld des Sozial- und Gruppenverhaltens, ein Ort des Lernens ohne Erwachsene“, so der Direktor des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund. „Unabhängig von Religion, Hautfarbe oder Geschlecht lernt man dort das Anerkennen von Regeln, Konfliktbewältigung, aber auch Spontanität und Selbstverwaltung. Werte und Normen, die in der heutigen Gesellschaft präsenter und wichtiger denn je sind. Das kann der Fußball und speziell der Bolzplatz leisten.“

Mit dem Hinweisschild am Bolzplatz Boberstraße sowie zwölf weiteren Schildern an Leverkusener Plätzen soll die Auszeichnung ab sofort sichtbar gemacht werden und so einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Bolzplatzkultur in städtischen Strukturen fördern. Denn diese Flächen sind durch verändertes Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen, zahlreiche alternative Freizeitangeboten sowie der Verbreitung von Ganztagsschulangeboten immer mehr gefährdet.

„Die Narben der Schürfwunden bis heute an den Beinen“

Stefan Kießling, der zwölf Jahre für Bayer 04 aufgelaufen ist und insgesamt 404 Bundesliga-Spiele bestritten hat, kann sich noch sehr gut an seine eigene Vergangenheit auf dem Bolzplatz erinnern: „Seitdem ich laufen kann, habe ich Zeit auf dem Bolzplatz verbracht und es geliebt. Nach der Schule bin ich möglichst schnell nach Hause, habe meine Hausaufgaben erledigt und bin dann ab auf das Fahrrad und zum Bolzplatz“, erzählt der heutige 37-Jährige, der im fränkischen Bamberg aufgewachsen ist. „Damals brauchte man noch kein Handy. Ich wusste genau, dass ich dort immer jemanden treffen konnte, den ich kannte.“

Ihn habe die Zeit auf dem Bolzplatz als Spieler und Mensch geprägt, ist Kießling überzeugt, der mittlerweile als Koordinator für den Lizenzspielerbereich bei Bayer 04 tätig ist: „Wenn man jünger war, musste man sich natürlich eher fügen. Als man dann älter war, hat man die Regeln selbst bestimmen können. Und man hat vor allem dabei gelernt, Reibereien selbstständig zu lösen. Nicht zu vergessen: Die Narben der Schürfwunden sind heute noch auf meinen Beinen sichtbar.“

Ziel der Initiative ist es, auch zukünftig im bundesweiten Register aufgenommen zu werden. Bis zum 30. November läuft dafür die Frist. Bis dahin wird das Deutsche Fußballmuseum gemeinsam mit dem Ruhrmuseum Essen und der Sporthochschule Köln den geforderten wissenschaftlichen Nachweis über die kulturelle Bedeutsamkeit der Bolzplatzkultur mithilfe empirischer Studien erbringen, um so als nationales Kulturerbe anerkannt zu werden. Die Entscheidung soll dann Anfang des nächsten Jahres fallen.

Ähnliche News

Bayer 04-Logo
Bayer 04 - 04.03.2026

Nach Pyrotechnik-Missbrauch im Derby gegen Köln: Bayer 04 zahlt 42.000 Euro Geldstrafe

Bayer 04 Leverkusen ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 42.000 Euro verurteilt worden. Damit ahndete das Verbandsgremium das unsportliche Verhalten von Teilen des Leverkusener Anhangs während der Bundesliga-Partie der Werkself gegen den 1. FC Köln am 13. Dezember 2025.

Mehr zeigen
Faninfos #HSVB04
Fans - 04.03.2026

Die Faninfos zur Auswärtspartie beim Hamburger SV

Zum Nachholspiel des 17. Spieltags der laufenden Bundesligasaison reist die Werkself zum Hamburger SV. Die Partie steigt am Mittwoch, 4. März (Anstoß: 20.30 Uhr). Die Bayer 04-Fanbetreuung hat alle Infos zur Begegnung im Volksparkstadion für euch zusammengefasst.

Mehr zeigen
Edmond Tapsoba und Alejandro Grimaldo
Bayer 04 - 04.03.2026

Jetzt Tapsoba oder Grimaldo zum „Spieler des Monats“ Februar wählen!

Der Videospiel-Hersteller Electronic Arts (EA) hat zusammen mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) die sechs Nominierten für die Wahl zum Bundesliga-„Spieler des Monats“ Februar bekannt gegeben – darunter sind mit Edmond Tapsoba und Alejandro Grimaldo gleich zwei Werkself-Profis. Fans von Schwarz-Rot können ab sofort und bis einschließlich Sonntag, 8. März (23.59 Uhr), abstimmen!

Mehr zeigen
Jarell Quansah
Bayer 04 - 03.03.2026

Jetzt Quansah zum BL-„Rookie des Monats“ Februar wählen!

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die drei Kandidaten für den Titel Bundesliga-„Rookie des Monats“ Februar bekannt gegeben. Zur Wahl steht unter anderem Werkself-Profi Jarell Quansah. Fans von Bayer 04 können ab sofort und noch bis einschließlich Donnerstag, 5. März (23.59 Uhr), in der Bundesliga-App für ihren Favoriten abstimmen.

Mehr zeigen
Bayer04_Arsenal_London_2526.jpg
Champions League - 03.03.2026

Tickets für das Heimspiel gegen den FC Arsenal im Champions-League-Achtelfinale

Im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League 2025/26 empfängt Bayer 04 den FC Arsenal in der BayArena. Die Partie findet am Mittwoch, 11. März (Anstoß: 18.45 Uhr), statt. Alle Infos zum Ticketverkauf.

Mehr zeigen