
Dimitar Berbatov begrüßte aufs Herzlichste seinen alten Kumpel Boris Zivkovic. Die Brasilianer Paulo Sergio und Juan - zu ganz unterschiedlichen Zeiten für die Werkself aktiv - saßen mit ihren Familien an einem Tisch. UEFA-Cup-Sieger Bum-kun Cha umarmte seine ehemaligen Kollegen Falko Götz und Rüdiger Vollborn. Und Markus Münch wurde als einer der letzten Ankömmlinge von Ex-Physiotherapeut Dieter Trzolek kräftig geschüttelt. Es war ein Generationentreffen der ganz besonderen Art, das an diesem Samstag im Vorfeld des Bundesligaspiels der Werkself gegen Schalke 04 stattfand.
„Ich habe fünfeinhalb Jahre in Leverkusen gespielt, länger als in jedem anderen Verein - das ist hier wie ein Zuhause für mich“, sagte Dimitar Berbatov, der zwischen Januar 2001 und Juni 2006 in 154 Bundesligaspielen 69 Tore für die Werkself erzielte. Der Bulgare war nicht nur ein Torjäger erster Güte, sondern auch einer der feinsten Fußballer, die je das Trikot mit dem Kreuz auf der Brust trugen. „Ich habe mich in Leverkusen von einem Jungen zu einem Mann entwickelt, und es ist großartig, an diesem Wochenende ehemalige Mannschaftskollegen, die Fans und die ganze Atmosphäre hier wieder einmal erleben zu dürfen“, freute sich „Berba“, der nach Stationen bei den Tottenham Hotspur und Manchester United zuletzt 2014 in der Champions League mit AS Monaco in der BayArena war.

Auch die große Karriere von Paulo Sergio begann einst in Leverkusen. 1993 war der Brasilianer von Corinthians Sao Paulo an die Dhünn gewechselt. „Hier hat alles begonnen. Leverkusen war meine erste Station in Europa. Ich hatte eine tolle Zeit bei Bayer 04, auch wenn die ersten Monate wirklich schwer für mich waren. Ich war ja einer von nur ganz wenigen Ausländern und musste leider sehr schnell Deutsch lernen“, erinnert sich Paulo Sergio mit einem Schmunzeln. „Bernd Schuster hat mir damals sehr geholfen, auch, weil er oft den Dolmetscher für mich spielen musste – er konnte ja Spanisch.“
Besonders gerne denkt der heute 49-Jährige an sein spektakuläres Tor gegen Köln aus dem Jahr 1996 zurück: „Natürlich bleibt der Treffer, bei dem ich den Ball mit der Hacke mitnehme und dann volley mit links in den Winkel schieße, für mich unvergessen - auch, weil es später das Tor des Monats wurde.“ Der Fan-Liebling, der in vier Jahren und 121 Bundesligaspielen 47 Treffer für Bayer 04 erzielte, ging nach seiner Leverkusener Zeit für zwei Jahre zum AS Rom und anschließend zum FC Bayern München. „Bayer 04 und der FC Bayern sind meine zwei Herzensvereine“, sagt Sergio. „In Leverkusen habe ich unglaublich viel gelernt, dafür bin ich sehr dankbar.“

Sein Landsmann Juan, von 2002 bis 2007 unterm Bayer-Kreuz aktiv, war am Samstag zum ersten Mal seit Bernd Schneiders Abschiedsspiel 2010 wieder in Leverkusen. Auch er denkt mit großer Dankbarkeit an seine fünf Leverkusener Jahre zurück. „Ich habe mich immer sehr wohl hier gefühlt und bin in dieser Zeit auch als Mensch gereift“, sagt Juan. „Es war schön, dass ich in meiner ersten Saison noch mit Lucio, meinem guten Freund, in der Innenverteidigung zusammenspielen durfte. Wir haben uns sehr gut ergänzt.“ Erst vor wenigen Wochen hat Juan seine aktive Karriere bei Flamengo Rio de Janeiro beendet und genoss dabei im Maracana-Stadion einen emotionalen Abschied.
Momente, die unter die Haut gingen, erlebten die Bayer 04-Legenden dann auch kurz vor dem Anpfiff der Partie gegen Schalke 04: Über 40 Leverkusener Fußball-Helden aus vier Jahrzehnten Bundesliga wurden einzeln von den Stadionsprechern Tobias Ufer und Pitti Dahl vorgestellt. Darunter auch die Trainer Willibert Kremer, Gerd Kentschke und Christoph Daum sowie die von den Werkself-Fans gewählten Bundesliga Allstars Bum-kun Cha, Bernd Schneider, Ulf Kirsten, Andy Thom, Christian Wörns, Jens Nowotny, Zé Roberto, Rudi Völler, Stefan Kießling, Simon Rolfes und viele andere mehr. Begleitet von den Ovationen der Fans marschierten die Bundesliga-Heroen aus der Nordkurve an der Westtribüne vorbei auf den Platz. Dazu hatten die Bayer 04-Anhänger ein riesiges Banner mit dem Bayer-Kreuz entrollt sowie im B-Block ein Transparent und tausende von schwarz-roten Fahnen geschwenkt. Ein Gänsehaut-Erlebnis!
Anschließend verfolgten die Ehrengäste das 1:1 der Werkself gegen Schalke 04 vom VIP-Bereich aus. Am Sonntagmorgen geht’s weiter mit dem Tag der Tradition und dem Spiel der Bundesliga Allstars um 10 Uhr im Ulrich-Haberland-Stadion.











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