
In der BayArena hatte Kai Havertz in der 89. Minute per Elfmeter das 1:1 für den FC Arsenal erzielt. Drei Tage später bissen sich die Nord-Londoner gegen das defensivstarke Everton lange die Zähne aus. Erneut eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit traf dieses Mal Mittelstürmer Viktor Gyökeres für die Gastgeber zum 1:0.
Und in der siebten Minute der Nachspielzeit folgte dann der große Auftritt von Max Dowman. Nach einem abgewehrten Eckball, bei dem Gäste-Keeper Pickford mit nach vorne gelaufen war, schnappte sich Dowman die Kugel, ließ in der eigenen Hälfte noch zwei Gegner stehen, marschierte aufs leere Tor zu und schob unbedrängt zum 2:0 ein. Es war sein erstes Profi-Tor, damit ist Dowman mit 16 Jahren und 73 Tagen der jüngste Torschütze in der Geschichte der Premier League. Der Treffer löste Euphorie im ganzen Stadion aus: auf den Rängen, bei den Ersatzspielern, die aufs Feld rannten, um den Torschützen zu feiern und auch bei Trainer Mikel Arteta, der den emotionalen Moment später so beschrieb: „Es war etwas ganz Besonderes, weil man spüren konnte: es wird passieren, es wird passieren, der Torwart ist nicht mehr im Tor, und alle sprangen auf. Es war unglaublich. Es war so laut, so energiegeladen. Was für ein Moment.“
Arteta hatte im Vergleich zum 1:1 gegen die Werkself auf eine große Rotation verzichtet. Der 43 Jahre alte Spanier nahm gegen den Tabellenachten Everton nur drei Veränderungen in der Startelf vor: Riccardo Calafiori, Noni Madueke und Kai Havertz begannen anstelle von Piero Hincapie, Gabriel Martinelli und Viktor Gyökeres. Nach einem guten Start der Gastgeber kam Everton zu einigen hochkarätigen Torchancen, die Partie hätte durchaus einen anderen Verlauf nehmen können. In der zweiten Hälfte erhöhten die Gunners den Druck, fanden aber zunächst keine Lücke in der kompakten Abwehr der Gäste. Und schlugen kurz vor dem Abpfiff doch noch zweimal zu. Eine Qualität, die Arteta nach dem Abpfiff explizit hervorhob: „Wir hatten vor dem Spiel darüber gesprochen, mit diesem unerbittlichen Siegeswillen in jede Spielsituation zu gehen und fest daran zu glauben, dass wir einen Weg finden würden, das zu schaffen. Der Einsatz, die Qualität und die Hingabe der Spieler waren sensationell, und dann endete es auf eine Weise, die wahrscheinlich keiner von uns erwartet hatte. Es war einer der schönsten Momente, die wir gemeinsam in unserem Stadion erlebt haben.“
Dank der beiden späten Jokertreffer konnte Arsenal seinen Vorsprung in der Tabelle ausbauen, denn Verfolger Manchester City patzte im Meisterrennen und kam über ein 1:1 bei West Ham United nicht hinaus. Die Skyblues liegen nun bereits neun Punkte hinter dem Spitzenreiter, der allerdings ein Spiel mehr ausgetragen hat.
Die Stimmung vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen die Werkself könnte besser kaum sein bei den Gunners. Beim 1:1 vor wenigen Tagen in der BayArena mussten sie zwar erstmals in dieser Saison in der Königsklasse einem Rückstand hinterherlaufen, nachdem Robert Andrich Schwarz-Rot zu Beginn der zweiten Hälfe in Führung gebracht hatte. Am Ende zeigte sich Arsenal aber mit dem Remis zufrieden. Zum bereits siebten Mal im laufenden Wettbewerb hatte in Kai Havertz ein Spieler von der Auswechselbank eingenetzt. So viele Jokertore gelangen keiner anderen Mannschaft in der Champions League. „Das ist die große Stärke dieses Teams“, sagt Arteta. „Die Anzahl der Tore und Vorlagen, die das gesamte Team erzielt. Es ist unglaublich, das müssen wir beibehalten.“
Der Kader steht dem Trainer auch am Dienstag wieder fast in voller Stärke zur Verfügung. Lediglich Mittelfeldspieler Mikel Merino (Fuß-OP) fällt definitiv weiterhin aus. Abzuwarten bleibt, wann Kapitän Martin Ödegaard (Knieprobleme) und Linksaußen Leandro Trossard (Hüftverletzung) ins Team zurückkehren werden.
Stürmer Noni Madueke kann das Rückspiel „kaum erwarten“ und ist „zuversichtlich, dass wir unsere Aufgabe erfüllen werden“. Zu Hause sind die Gunners eine Macht: Sie verloren in der aktuellen Saison erst eines von 23 Heimspielen (2:3 gegen Manchester United in der Premier League) im Arsenal Stadium.

Wie bereits in den Jahren zuvor wurden im Rahmen der Tandem Young Coach-Ausbildung der Scort Foundation in Kooperation mit der Football Club Social Alliance (FCSA) auch 2026 wieder 22 Teilnehmende zu Fußballtrainern für Menschen mit Behinderung ausgebildet. Mit dabei in Karlsruhe war als langjähriger FCSA-Partnerklub auch Bayer 04. Gemeinsam als Tandem durchliefen Personen mit und ohne Behinderung die Ausbildung und lernten so aus unterschiedlichen Perspektiven voneinander. Nach spannenden und lehrreichen Tagen kehrte auch das Leverkusener Duo mit viel neuem Wissen und einem offiziellen Zertifikat zurück unters Kreuz.
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