
Im Vergleich zum 2:1-Sieg in Hannover nahm Bayer 04-Coach Sergi Runge zwei Veränderungen vor: Anstelle von Andrea Natali und Jeremiah Mensah rückten Julien Kurowski und Montrell Culbreath in die Startformation. Auch der Hamburger SV hatte seine Partie am vergangenen Spieltag mit 3:1 gegen die TSG Hoffenheim gewonnen. Beim Hinspiel gegen Bayer 04 hingegen mussten die Hanseaten vor gut einem Monat eine 1:3-Niederlage hinnehmen. Vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit Schwarz-Rot rangierte der HSV-Nachwuchs auf Platz 4 in Gruppe C.
Am Kurtekotten entwickelte sich von Beginn an eine intensive Partie. Sergi Runge musste bereits nach neun Minuten den ersten Wechsel vornehmen, weil sich Francesco Buono verletzte. Für den Kapitän kam Emmanuel Owen aufs Feld. Kurz darauf nutzten die Gastgeber ihre erste Chance gleich zur Führung. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte setzte sich Artem Stepanov ganz stark im Laufduell mit zwei Hamburgern robust durch und schoss aus elf Metern flach zum 1:0 für die Schwarz-Roten ein (12). Es war bereits der 17. Saisontreffer des Ukrainers.
Nur eine Minute später eine kuriose Szene. Als der Hamburger Ojo im Laufduell mit Julien Kurowski kurz vor dem Strafraum zu Boden ging, wertete Schiedsrichter Göttel dies als Notbremse und zeigte Kurowski die Rote Karte (14.). Eine Fehlentscheidung, denn Kurowski hatte den Hamburger nicht berührt. Nach dem frühen verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Buono war dies der nächste Nackenschlag für Schwarz-Rot.









Die Leverkusener mussten nun inklusive Nachspielzeit mehr als 80 Minuten in Unterzahl agieren. Natürlich hatte der HSV mit einem Mann mehr auf dem Paltz ein Übergewicht und setzte Bayer 04 unter Druck. Das Runge-Team verteidigte aber nicht nur leidenschaftlich, sondern blieb bei Kontern brandgefährlich. Stepanov hatte sogar das 2:0 auf dem Fuß, verzog aber aus wenigen Metern deutlich (24.). Die Norddeutschen kamen trotz mehr Ballbesitz nicht zu den ganz zwingenden Chancen, weil die Leverkusener in der Defensive gut standen und bei Flanken- oder Schussversuchen immer wieder einen Fuß oder ein Bein dazwischen brachten. Lediglich bei einem Versuch von Jonas Hartig aus rund 16 Metern musste sich Bayer 04-Torhüter Jesper Schlich lang machen (28.). Mit der 1:0-Führung ging es in die Halbzeitpause.
Auch im zweiten Durchgang besaßen die Gastgeber trotz Unterzahl die erste gute Möglichkeit, als Montrell Culbreath nach schöner Flanke von Francis Onyeka einen Kopfball aus zehn Metern neben den Pfosten setzte (51.). Wenig später prüfte Kerim Alajbegovic HSV-Torhüter Poppelbaum mit einem Schuss ins kurze Eck (53.). Und die Hamburger? Konnten sich gegen sehr diszipliniert verteidigende Leverkusener um Abwehrchef Ferdinand Pohl kaum einmal in Szene setzen. Auch Stürmer Artem Stepanov arbeitete vorbildlich nach hinten, gewann viele Defensiv-Zweikämpfe. Und wenn die Hanseaten doch einmal per Freistoß zu einer guten Chance kamen, war Bayer-Keeper Jesper Schlich zur Stelle (65.).
Die Mannschaft von Sergi Runge warf sich in jeden Ball, gab kämpferisch und läuferisch alles. Und ließ hinten gegen drückende Hamburger kaum etwas zu. Erst in der Schlussphase wurde es noch einmal gefährlich. Jesper Schlich war zunächst bei einem Kopfball von Endrik Jaschan gefordert (89.). Und das Glück des Tüchtigen hatten die Leverkusener in der Nachspielzeit, als Riedel mit einem Freistoß an Schlich scheiterte und Jaschan den Nachschuss an die Latte setzte (90.+2). Unmittelbar vor dem Schlusspfiff setzte Buljubasic einen letzten Kopfball neben das Tor. Dann war Feierabend am Kurtekotten. Mit großer Moral erkämpfte sich die U19 von Bayer drei wichtige Punkte und verteidigte ihren zweiten Platz in der Gruppe C.
Am Sonntag, 30. März, spielt das Runge-Team in der DFB-Nachwuchsliga erneut zu Hause. Zum Topspiel der Gruppe C in der Liga A empfängt die U19 von Bayer 04 dann den Tabellenführer VfL Bochum 1848 am Kurtekotten. Anpfiff der Partie ist um 11 Uhr.
Die Highlights:
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Die Statistik:
Bayer 04: Schlich - Pohl, Buono (9. Owen), Culbreath (64. Gernhardt), Stepanov, Alajbegovic, Ndi, Kurowski, Eichie, Onyeka, Kister
Hamburger SV: Poppelbaum – Jaschan, Nabe, Tuppeck (90.+2 Buljubasic), Nana-Sarhene (64. Machado), Ade (46. Reimers), Hartig (46. Riedel), Gandert, Schümann (87. Richardt), Rath, Ojo
Tor: 1:0 Stepanov (13.)
Gelbe Karten: Owen - Ade, Rath, Gandert
Rote Karte: Kurowski (14.)
Schiedsrichter: Marcel Göttel (Wiesbaden)

Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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