
Coach Benjamin Adam nahm im Vergleich zum vergangenen Ligaspiel, dem 2:3 bei den Stuttgarter Kickers, drei Änderungen in der Startelf vor: Für Ivan Massek, Konstantinos Papadakis und Rayan Zidane, die allesamt nicht im Aufgebot standen, rückten Halil Koc nach dem Ablauf seiner Sperre, Andrii Hamzyk und Ole Klaßen in die Anfangsformation.
Beide Teams hatten am vergangenen Spieltag folgenreiche Nachspielzeiten erlebt: Bayer 04 kassierte das 2:3 bei den Stuttgarter Kickers und damit nach dem Unentschieden in Augsburg die erste Niederlage in der Hauptrunde der Liga A. Der VfB musste das 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach hinnehmen und gab somit im dritten Spiel erstmals Punkte ab – zudem endete die Serie von zuvor zwölf Siegen nacheinander. Die bis dato Niederlage liegt bereits fast ein halbes Jahr zurück, im September setzte es ein 3:5 gegen den FC Bayern München.
Der Tabellenführer aus Schwaben zeigte sich vom späten Schock in der Vorwoche aber unbeeindruckt und es wurde schnell deutlich, warum Adam vor der Partie von einer „echten Herausforderung“ gesprochen hatte. Stuttgart übernahm auf Anhieb die Kontrolle und kam durch Malik Mosrati (4.) und Top-Torjäger Kian Speidel (5.) zu ersten Chancen. Richtig brenzlig wurde es für Bayer 04 dann in der 11. Minute, als Idriss Youmbissi Kenmoe von der Strafraumgrenze abzog und den Pfosten traf. Das konsequente Pressing der Gäste stellte die Werkself vor große Anforderungen, in der Anfangsphase gelang es kaum, durch eigene Passstafetten für Entlastung zu sorgen. Es dauerte bis zur 16. Minute, ehe Leverkusen selbst gefährlich wurde. Ole Klaßen drang in den VfB-Strafraum ein, wurde jedoch in aussichtsreicher Schussposition noch vom Ball getrennt. Der direkte Stuttgarter Gegenzug verdeutlichte dann die Konterstärke der Schwaben. Konstantinos Karangelis setzte den Ball aber über das Tor.
Trotz der druckvollen VfB-Spielweise gelang es Leverkusen nun zunehmend, auch eigene Akzente zu setzen. In der 23. Minute tauchte Nico Plett im VfB-Strafraum auf, konnte den Ball aber nicht mehr druckvoll aufs Tor bringen. Es ging munter weiter, schon der nächste Angriff sorgte für Gefahr auf der anderen Spielhälfte. Werkself-Keeper Elias Bürger rettete allerdings stark gegen Speidel – und sorgte kurz danach mit zwei weiteren Glanzparaden dafür, dass es nach einer halben Stunde noch 0:0 stand.
Doch kaum waren die ersten 30 Minuten vorbei, änderte sich der Spielstand. Zur Überraschung der meisten Zuschauer waren es aber die Leverkusener, die in Führung gingen: Gabriel Minutillo dribbelte sich durch die Stuttgarter Defensive und veredelte einen tollen Spielzug mit einem perfekten Abschluss (31.). Es war das vierte Saisontor des deutschen U-Nationalspielers, der drei Minuten später mit seinen Teamkollegen mit ansehen musste, wie ein direkt ausgeführter Freistoß des Stuttgarters Vsevolod Linnikov an den Pfosten klatschte. Es war der letzte Höhepunkt einer intensiven und unterhaltsamen ersten Spielhälfte.






Im zweiten Durchgang gelang es der beeindruckend kämpfenden Bayer 04-Defensive zunächst besser, die Stuttgarter aus dem Strafraum zu halten. Es dauerte bis zur 52. Minute, bis die Gäste wieder gefährlich wurden. Der überragende Bürger parierte jedoch erneut, dieses Mal gegen Ali Aydin. Doch Bayer 04 gelang es wie schon vor dem Seitenwechsel, Nadelstiche zu setzen. Die beste Chance bot sich Plett, der allerdings verzog (57.). So blieb der VfB im Spiel – und kam zum aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten verdienten 1:1-Ausgleich durch Speidel, der durch einen noch entscheidend abgefälschten Schuss sein viertes Tor im vierten Spiel der Hauptrunde erzielte (59.).
Auf den Spielverlauf hatte der Treffer wenig Einfluss. Stuttgart spielte nach vorn, Leverkusen verteidigte leidenschaftlich. Der Werkself gelang es jedoch, dass Bürger seltener gefordert wurde als vor der Pause. So dauerte es bis zur Schlussphase, bis es wieder zu einer nennenswerten Strafraumszene kam. Die hatte es allerdings in sich: Stuttgart kombinierte sich über die starke linke Seite nach vorn, die Hereingabe von Recupero nutzte der zuvor eingewechselte Kirill Serdiuk zur 2:1-Führung für den VfB (86.). In der Nachspielzeit machte es Recupero dann selbst: Im Anschluss an ein sehenswertes Dribbling traf der Stuttgarter zum 1:3 aus Bayer 04-Sicht – das Spiel war entschieden (90.+1).
Trainer Adam fand nach dem Spiel ehrliche Worte und sprach seiner Mannschaft, aber auch dem Gegner ein Lob aus: „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Wir haben als Team agiert und alles reingeworfen, aber am Ende hat es gegen eine starke Mannschaft nicht gereicht. Man muss ganz klar sagen, dass die bessere Mannschaft heute gewonnen hat, das muss man auch mal akzeptieren. Das war heute definitiv der stärkste Gegner in der Gruppe, sie werden weit kommen.“
Weiter geht es für die Leverkusener U17 mit dem nächsten Vergleich auf dem Rasen des heimischen Leistungszentrums Kurtekotten. Bereits am Mittwochabend, 4. März, um 18 Uhr steht das Duell mit dem 1. FSV Mainz 05 an.
Die Highlights:
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Die Statistik:
Bayer 04: Bürger – Koc (74. Azizmohammadi), Probst, Wrobel, Hamzyk (66. Bedzeti), Datene, Hololobov (83. Barry), Plett (74. Marciano), Klaßen (74. Malko), Koshchii, Minutillo (82. Hucke)
VfB Stuttgart: Nagel – Idrizi, Karangelis, Berreth, Brenner, Linnikov (61. Serdiuk), Aydin, Mosrati (61. Wiehle), Youmbissi Kenmoe (75. Thaqi), Speidel (84. Neunhoeffer), Recupero
Tore: 1:0 Minutillo (31.), 1:1 Speidel (59.), 1:2 Serdiuk (86.), 1:3 Recupero (90.+1)
Gelbe Karte: Karangelis
Schiedsrichter: Ben Gödde (Scharfenberg)

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