FCSA - Rückkehr in den Libanon

Nach einem erfolgreichen Projektstart im September kehrten vergangene Woche Instruktoren von Bayer 04, darunter Peter Quast, im Rahmen ihres Engagements für die Football Club Social Alliance (FCSA) in den Libanon zurück. Dort bilden sie bis zum nächsten Frühjahr 30 junge Frauen und Männer zu Nachwuchs-Fußballtrainern aus, um geflüchteten und libanesischen Kindern über den Fußball Begegnungsmöglichkeiten zu bieten und deren Entwicklung und das friedliche Zusammenleben durch Spaß und Lernspiele zu fördern.
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Der Libanon beheimatet zahlreiche Geflüchtete aus Palästina, seit Ausbruch des Bürgerkrieges wurden weit über eine Million Menschen aus Syrien und dem Irak aufgenommen. In Relation zur Gesamt-Bevölkerung im Libanon (4,5 Millionen) leben in keinem anderen Land mehr Flüchtlinge. Das stellt das kleine Land vor eine große Aufgabe: Es kämpft mit der riesigen Herausforderung, die Flüchtlinge und arme libanesische Familien zu versorgen und das sichere Zusammenleben in den Gastgemeinden zu gewährleisten.
Die FCSA hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, sozial engagierte Libanesen und Flüchtlinge auszubilden und ihnen beizubringen, Kindern mit Hilfe des Fußballspielens grundlegende Werte und Kompetenzen für ein friedliches Miteinander zu vermitteln. Das zweite Modul dieser Kinder-Fußballtrainer-Ausbildung fand Ende November in der libanesischen Hauptstadt Beirut statt und wurde von Instruktoren von Bayer 04 und anderer Vereinen geleitet.
Als Ausbilder von Bayer 04 war Peter Quast mit vor Ort. „Die Situation der Menschen im Libanon ist wirklich schwierig. Sie suchen nach einem Strohhalm, und wir freuen uns, hier in diesem Land etwas Sinnvolles zu tun. Die Young Coaches, unsere Teilnehmer, saugen alles auf, was wir ihnen beibringen und an die Hand geben. Sie sind wissbegierig und können bereits selbstständig Vieles bewirken. Es ist schön zu sehen, dass sowohl die Männer als auch die Frauen ihre Arbeit mit Kindern mit Leidenschaft machen."
 

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Die 30 Young Coaches sind begeistert von der Ausbildung und den erlernten Fähigkeiten. „Vor der Ausbildung hatte ich eine vage Vorstellung davon, wie man Trainings gibt", erklärte Young Coach Quaitba, ein irakischer Flüchtling. „Jetzt habe ich gelernt, wie die Kinder gleichzeitig lernen und Spaß haben können. Ich kann nun Übungen an jede Situation, an jedes Alter oder Niveau anpassen. Ich fühle mich viel wohler." Young Coach Minas, eine Geflüchtete aus Syrien, fügte an: „Angangs haben viele Kinder mein Training frühzeitig verlassen. Die Jungs wollten erst gar nicht mitmachen. Dann habe ich von den Instruktoren gelernt, meine Übungen besser dem Niveau der Kids anzupassen und sie zu begeistern – sie sind nun konzentriert und selbst die Jungs freuen sich schon auf die nächste Stunde."
Das Ausbildungsprojekt wird in Zusammenarbeit mit Scort, dem Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), der AFC Dream Asia Foundation der asiatischen Fußball-Konföderation und des libanesischen Fußball-Verbandes durchgeführt. Es ist bereits das dritte Projekt von Bayer 04 mit der FCSA, welches die schwierige Situation von Flüchtlingen weltweit direkt angeht und jungen Menschen durch die Ausbildung neue Perspektiven aufzeigt. Meinolf Sprink, Direktor Fans/Soziales bei Bayer 04, der sich selbst vor Ort ein Bild des Projektes machte, betont: „Der Fußball ist eine wichtige Klammer, um Menschen in verzweifelten Situationen ein Stück Lebensfreude und Würde zu geben. Die Aufgabe, den Trainer in den Modulen das Rüstzeug für diese Arbeit mit Flüchtlingen zu geben, ist extrem herausfordernd, aber aller Mühen wert. Solche Erlebnisse erden jeden Besucher und man verlässt mit vielen Eindrücken und Emotionen das Land. Dabei weiß man, dass wir hier einen kleinen, wichtigen Beitrag zur Bewältigung einer humanitären Krise leisten."
 

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Seit Ende Januar 2009 ist Bayer 04 Mitglied der FCSA. In diesem Verbund engagieren sich verschiedene Profi-Fußballklubs gemeinsam in Krisen- und Entwicklungsgebieten. Dabei werden die positiven Auswirkungen von Fußball genutzt, um Kinder und Jugendliche in schwierigen oder traumatischen Lebensumständen zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht ein Ausbildungsprogramm für junge Erwachsene, in dem die Teilnehmer lernen, wie man Kindern durch den Fußball aktuelle Themen wie Friedensbildung und Gewaltprävention vermittelt. Projekte fanden bereits in Kolumbien, Indonesien, Indien, Sri Lanka, Uganda, Palästina, im Sudan, Kosovo, Jordanien und in der Ukraine statt. Dabei wurden bereits über 1.400 Young Coaches ausgebildet, die ihrerseits weit über 30.000 Kinder betreut haben.

Sean und Marc Landwehr
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