
Denn neben den täglichen Arbeitsaufträgen der Trainer Pierre De Wit und Maximilian Straub sowie diversen Challenges und Video-Meetings gehört auch eine besondere Einheit zum „Corona-Programm“ des Bayer 04-Nachwuchses: eine Tanzeinlage.
Gemeinsam mit Celine Bürger, der Schwester von Torhüter Elias, arbeitet die U12 an einer Streetdance-Choreografie. „Solche besonderen Einheiten lassen wir über den Winter immer ins Training einfließen“, erklärt De Wit. „So hatten wir zum Beispiel auch schon mal Kickboxen auf dem Programm.“ Dieses Mal geht es halt anders rund.

Zu den Hip-Hop-Beats von „Show me the money“ aus dem Film „Step up“ pumpen, sliden, steppen und moonwalken Spieler und Trainer im heimischen Wohnzimmer, Flur oder Fitnessraum unter der Videoanleitung von Celine über den Boden. „Anfangs waren die Jungs ein bisschen zurückhaltend, aber Celine hat sie schnell mit ihrer Art mitgezogen“, berichtet Trainer Straub.
Kein Wunder. Celine ist nämlich ein echter Profi. Die 16-Jährige ist mit der Dürener „The Soul of Dance Company“ vielfältig unterwegs. „Wir tanzen eigentlich alles: Solo, Duo, Gruppe mit Hip-Hop, Streetdance bis hin zu Ballett“, sagt Celine, die in unterschiedlichen Disziplinen Deutsche Meisterin war und auch schon an Weltmeisterschaften teilgenommen hat.
Als die Idee über ihren Bruder an sie herangetragen wurde, hat sie sofort zugesagt. „Ich tanze sonst mindestens vier Mal pro Woche, habe zudem am Wochenende Turniere. Das fehlt mir im Moment“, sagt sie. Und so ist die Einheit mit der U12 von Bayer 04 eine willkommene Abwechslung: „Die Jungs machen das richtig gut, haben Spaß und lernen schnell.“
Genau das könnte das Fußballtrainer-Team auch sagen. „In der Mannschaft steckt unheimlich viel Spielfreude und Potenzial“, weiß De Wit. 255 Tore haben die 2009er in drei Jahren Reviersportcup geschossen. „Die Mannschaft ist sehr ehrgeizig“, fügt Straub an. Das merkt man auch bei der Tanzeinheit. Immer wieder Fragen die Spieler in den Pausen bei Trainerin Celine nach, ob der Arm mehr gestreckt werden soll, wie die Drehung eingeleitet wird und welche Pose als nächstes kommt.





„Wir haben eine ziemlich lange Choreografie. Davon haben die Jungs schon eine Menge drauf“, lobt sie. Das Ziel ist, richtig fit im Streetdance zu werden. Das Tanzen ist nämlich nicht nur ein reiner Spaß, wie Straub erklärt: „Zum einen hält das die Jungs auch über die Distanz zusammen und zum anderen sind andere Bewegungseinflüsse wie Koordination und Rhythmusgefühl in diesem wichtigen Lernalter für die Entwicklung sehr förderlich.“
Und natürlich soll die Mannschaft das Gelernte auch einmal zusammen tanzen. „Wenn wir wieder richtig zusammen trainieren, haben wir ja direkt etwas, was wir zusammen gelernt haben“, sagt De Wit. Und danach könnte die U12 dann endlich wieder mit dem Ball am Fuß schlenkern, Drehungen vollführen und die Gegner durcheinander bringen.

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