
Sanften Schrittes und in seiner ruhigen Art betritt Achim Feifel gemeinsam mit Jacqueline Dünker den Trainingsplatz. Mit viel Präzision stellt das Trainer-Duo die Hütchen für die erste Laufeinheit in gleichem Abstand auf den Rasen. Im Anschluss gibt es eine freundliche Begrüßung seines Teams, klare Ansagen für die folgende Einheit und dann geht’s los. Nicht nur auf dem Platz wirkt der neue Cheftrainer der Bayer 04-Frauen ruhig und besonnen, diese Gelassenheit zeichnet ihn auch grundsätzlich aus. „Ich würde mich als pragmatisch beschreiben. Mir ist es sehr wichtig, authentisch zu sein und niemandem etwas vorzuspielen“, betont Feifel. Der Startschuss für seine Karriere als Trainer im Frauenfußball erfolgte bereits im Alter von 27 Jahren, damals noch als Verbandssportlehrer in Württemberg. „Das war ein langer Entwicklungsprozess. Ich bekam damals eine Frauen-Mannschaft zugeteilt, die ich betreuen sollte und fand so viel Spaß daran, dass ich mir sicher war, auch in Zukunft ein Frauen-Team trainieren zu wollen.“
Für seine erste Tätigkeit zog es den Fußball-Lehrer und Diplom-Sportpädagogen aus Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg in den hohen Norden zum Hamburger SV. „Als die Anfrage kam, habe ich mir selbst gesagt: Das ist eine völlig neue Herausforderung, das versuchst du jetzt einfach mal.“ Insgesamt sieben Jahre von 2005 bis 2012 stand Feifel in der Verantwortung bei den HSV-Frauen. Ein Engagement, das – wie er selber sagt – vielleicht sogar heute noch aktuell wäre, hätten die Hamburger ihre Frauen-Mannschaft 2012 nicht aus der Bundesliga zurückgezogen. Für Feifel stand danach eines fest: „Ich will weiterhin als Trainer arbeiten und eine neue Herausforderung angehen.“

Die fand sich dann auch sehr schnell. Nicht einmal drei Monate später saß der heutige Coach von Bayer 04 auf der Trainerbank des dreifachen russischen Meisters und Champions-League-Vertreters WFC Rossiyanka. „Die Verbindung nach Russland erfolgte über meinen Berater. Das ist alles ziemlich abenteuerlich abgelaufen, und ich musste mich schnell entscheiden. Wir haben uns mit den Verantwortlichen von Rossiyanka in Riga zu Verhandlungen getroffen, und wenig später war alles unter Dach und Fach“, sagt Feifel. „Der WFC ist nicht nur in Russland ein Topklub, sondern auch international. Das Team war gespickt mit vielen ausländischen Spielerinnen.“ Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt bezwang Rossiyanka im ersten Champions-League-Spiel ADO Den Haag mit 4:1. „Wir sind sogar bis ins Viertelfinale gekommen, dann aber am späteren Sieger VfL Wolfsburg gescheitert.“
Auch wenn das Kapitel „Russland“ nach etwas mehr als fünf Monaten für den zweifachen Familienvater schon wieder beendet war, erinnert sich Feifel nicht nur wegen des Sports gerne an diese Zeit. „Ich habe dort sehr viele Erfahrungen gesammelt, die mich weitergebracht haben. Dass ich diese Aufgabe in einem fremden Land gemeistert habe, hätte ich mir vorher selbst nicht unbedingt zugetraut. Das hat mich persönlich sehr gestärkt.“ Danach zog es den 55-Jährigen über sein Amt als Co-Trainer beim Frauen-Bundesligisten Turbine Potsdam zurück zum Nachwuchs des Hamburger SV, wo er als als technischer Leiter sowie Individual- und Assistenztrainer der männlichen U16 tätig war.
Anders also als viele seiner Kollegen trainierte Feifel sowohl Teams im Frauen- als auch im Männerbereich. „Ich sehe da gar nicht so große Unterschiede“, sagt er. „Die Trainingsgestaltung ist für mich recht ähnlich, die größte Diskrepanz besteht sicherlich in der Intensität.“ Im Trainingsalltag steht ihm in Jacqueline Dünker, von allen nur „Jacky“ genannt, eine erfahrene und ehemalige Bayer 04-Spielerin zur Seite, über die Feifel lobende Worte findet. „Jacky merkt man an, dass sie in den vergangenen Jahren bereits als Trainerin gearbeitet hat. Sie steckt voll drin in der Materie, und wir ergänzen uns im Team sehr gut. Jacky war früher selbst aktiv und bringt auch mal einen anderen Blickwinkel ein, das gefällt mir.“

Dünker wechselte als Spielerin nach ihren drei Jahren bei Bayer 04 2011 in die 2. Bundesliga zum Herforder SV und danach zum Bundesligisten FSV Gütersloh. Dort übernahm sie noch während ihrer aktiven Zeit den Posten als Co-Trainerin der B-Juniorinnen, ehe sie 2015 zur Leiterin des Teams aufstieg. Seit 2017 war Dünker Cheftrainerin der Frauenmannschaft des SC Bad Neuenahr in der Regionalliga Südwest. Dass sie nun bei Bayer 04 wieder ins zweite Glied rückt, wertet sie keineswegs als Rückschritt. „Achim kann auf reichlich Erfahrung als Trainer zurückblicken, ich kann von ihm viel lernen. Etwa, wie er im technisch-taktischen Bereich arbeitet und wie abwechslungsreich er die Einheiten plant und gestaltet. Wie aus dem Nichts fallen ihm oft spezielle Übungen ein. In diesen Momenten strahlt er eine ungemeine Ruhe aus“, sagt die Projektmanagerin einer IT-Firma und sieht durchaus Parallelen zwischen ihren beiden Tätigkeiten. „Du bist dafür verantwortlich, dass die Truppe bei Laune bleibt und alle gemeinsam auf ein großes Ziel hinarbeiten“, so die gebürtige Euskirchenerin.
Für ihre gemeinsame Zeit unter dem Bayer-Kreuz verfolgen Feifel wie Dünker klare Ziele. „Ich möchte nicht nur jede einzelne Spielerin in ihrer Entwicklung voranbringen, sondern auch das Umfeld langfristig mitgestalten. Es geht darum, sich weiter zu professionalisieren und zugleich auf dem Platz erfolgreich zu sein“, betont der Chefcoach. Dünker nickt bei diesen Worten. Eine Zittersaison wie in der vorherigen Spielzeit, als sich die Bayer 04-Frauen erst auf den allerletzten Drücker den Klassenerhalt sicherten, soll es nicht noch einmal geben.
Siege gegen höher eingeschätzte Gegner, wie das 1:0 beim Heimspielauftakt gegen den SC Freiburg und erst Recht natürlich der 2:1-Husarenstreich bei Bayern München Mitte September, verstärken diese Zuversicht. „Ich hoffe, dass Achim und ich hier bei Bayer 04 möglichst lange zusammenarbeiten werden“, sagt seine Co-Trainerin. Achim Feifel und Jacqueline Dünker – sie sind (zurück)gekommen, um zu bleiben!
Maurice Hossinger


Auf hochkarätigen Turnieren in drei Ländern traten sämtliche Junioren-Teams von Bayer 04 durchaus erfolgreich gegen den Ball: Neben dem überzeugenden Turniersieg der U15 in Essen landeten auch die U17 in Stemwede, die U14 in den Niederlanden sowie die U11 in Österreich mit Rang drei auf dem Treppchen. Derweil sorgten die U16-Juniorinnen mit einem 11:1 gegen die U17 des 1. FC Köln für klare Verhältnisse im Derby. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Als Bundesliga-Dritter erwischte die Werkself nach der Winterpause einen Fehlstart ins Jahr 2026, fand im Laufe der Wochen allmählich aber zurück in die Erfolgsspur und gehörte wie im Vorjahr zu den Top 16 in Europa und den Top 4 im DFB-Pokal. In der Bundesliga blieb die Werkself zudem in Sachen Champions-League-Qualifikation bis zum Ende im Rennen. Weil sich aber zwischen gute Leistungen und „big points“ immer wieder auch Rückschläge in die Auftritte der Werkself schlichen, reichte es am Schluss nicht ganz für die Königsklasse. Eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen endete auf Rang sechs und in der Qualifikation für die UEFA Europa League. Teil II des Rückblicks auf die Saison 2025/26.
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Von der Saisoneröffnung gegen den Pisa SC bis zum letzten Heimspiel gegen den Hamburger SV haben die Bayer 04-Fans abermals ein großes Herz bewiesen: Insgesamt 31.039 Becher wurden in der Saison 2025/26 bei den Partien in der BayArena gespendet.
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