
Nach dem spät errungenen 2:1-Sieg beim SC Freiburg hatte Pätzold seine Startelf gleich auf sechs Positionen verändert: Charlotte Voll, Selina Ostermeier, Lumbardha Misini, Loreen Bender, Lobke Loonen und Caroline Kehrer begannen anstelle von Rafaela Borggräfe, Lilla Turanyi, Paulina Platner, Vanessa Fudalla, Maja Sternad (alle Bank) und Cornelia Kramer (aus privaten Gründen nicht im Kader). Torhüterin Voll, die Sommer-Zugänge Misini und Loonen sowie Kehrer standen damit erstmals in dieser Saison von Beginn an auf dem Platz. Außerdem kehrte Kapitänin Carolin Simon nach ihrer muskulären Verletzung in den Kader zurück, sie saß zunächst auf der Bank.
Das besondere Pokal-Flair war schon vor dem Anpfiff zu spüren. Mehr als 2.000 Zuschauer - und damit viermal so viele wie im Liga-Alltag - hatten trotz des Berlin-Marathons den Weg nach Lichterfelde gefunden. Beim von lauten Trommelschlägen begleiteten Einlaufen beider Teams war auf der vollbesetzten Haupttribüne eine Choreo zu sehen. Der FC Viktoria machte unmissverständlich klar, dass sich Klub, Spielerinnen und Fans auf das Duell mit dem Bundesligisten freuten - und der Zweiliga-Spitzenreiter nicht bloß als Sparrings-Partner für Leverkusen herhalten wollte. Nach sechs Siegen aus den ersten sieben Spielen war das Berliner Selbstvertrauen groß. Ebenso wie die Erfahrung im Aufgebot: Gleich 14 Spielerinnen waren bereits in der Bundesliga aktiv.
So überraschte es auch niemanden, dass die Partie ausgeglichen begann. Die Werkself wusste um die Stärken der Gastgeberinnen und startete kontrolliert in die Partie, ohne das Tor der Viktoria konstant zu belagern. Das lag auch daran, dass in der Anfangsphase gleich drei Berlinerinnen konstant vorne lauerten und somit die Kontergefahr erhöhten. Doch Leverkusen ließ sich nicht locken, spielte konzentriert und war bedacht darauf, die Ballbesitzphasen zu erhöhen und die Kontrolle zunehmend zu übernehmen. Nach rund einem Viertel der Spielzeit resultierte daraus folgende Momentaufnahme: hohes Tempo, große Intensität, wenig Torchancen.






Es dauerte bis zur 24. Minute, ehe die Werkself erstmals gefährlich vor das Viktoria-Tor kam. Eine Freistoßflanke von Estrella Merino Gonzalez erreichte Paulina Tomasiak am zweiten Pfosten. Der Abschluss der Angreiferin wurde geblockt, die aufgerückte Ostermeier kam im Gewühl an den Ball, verfehlte das Tor aber knapp. Das erste offensive Ausrufezeichen des Bundesligisten veränderte zwar nicht das Ergebnis auf der Anzeigetafel, dafür aber die Statik des Spiels. Bayer 04 wurde nun etwas mutiger und attackierte früher - und kam schon eine Minute später erneut zum Abschluss, der Schuss von Tomasiak wurde aber abgewehrt. Eine weitere Standardsituation sorgte dann für die nächste Leverkusener Großchance: Merino Gonzalez brachte den Ball gefühlvoll in den Strafraum, Bender kam zum Kopfball und die vor der Berliner Torhüterin lauernde Sofie Zdebel verpasste die Führung nur knapp (36.). Leverkusen hatte die Partie nun im Griff, spielte überlegen und hätte das 1:0 verdient gehabt. Da Berlin aber mit großem Einsatz verteidigte und die nun stärker werdenden Angriffswellen abwehrte, ging es mit einem 0:0 in die Pause.
Ohne personelle Änderungen ging es in den zweiten Durchgang. Bayer 04 ließ den Ball gegen immer tiefer stehende Berlinerinnen nun gekonnt in den eigenen Reihen laufen, die Viktoria verteidigte aber weiterhin entschlossen und schaffte es immer wieder, Flanken und Abschlüsse zu blocken. In der 60. Minute nahm Pätzold dann einen Doppelwechsel vor: Sternad ersetze Kehrer, zudem kam die ehemalige Essenerin Natasha Kowalski für Bender in die Partie und feierte ihr Pflichtspiel-Debüt für Schwarz-Rot. Es dauerte jedoch bis zur 70. Minute, bis Bayer 04 wieder gefährlich wurde. Die erneut starke Tomasiak setzte sich auf der linken Seite durch und passte zur mitgelaufenen Zdebel, deren Abschluss aber von Michele Tschudin im Viktoria-Tor pariert wurde.






Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit bot sich dann der eingewechselten Marlene Müller plötzlich die Chance, das Spiel zu entscheiden (89.). Die Leverkusenerin zog aus 16 Metern beherzt ab, doch auch diesen Versuch parierte Tschudin. Somit ging es in die Verlängerung.
Dort benötigten die Leverkusenerinnen nur drei Minuten, um die mittlerweile überfällige Führung zu erzielen: Tomasiak spielte einen feinen Pass in die Schnittstelle der Berliner Abwehr auf Sternad, die Tschudin tunnelte und zum 1:0 traf. Nach genau 100 Minuten entschied Sternad mit ihrem zweiten Tor, dieses Mal nach Vorarbeit von Kowalski, die Partie und sorgte für Jubel und Erleichterung auf der Leverkusener Bank. Kurz vor Schluss kam auch Innenverteidigerin Emily Wallrabenstein zu ihrem Pflichtspiel-Debüt für Schwarz-Rot und half mit, den Sieg ins Ziel zu bringen.
Vor der Länderspielpause steht für die Werkself noch ein Pflichtspiel auf dem Programm: Bereits am Freitag, 2. Oktober (18.30 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN), eröffnet Schwarz-Rot im Ulrich-Haberland-Stadion den 6. Bundesliga-Spieltag. Tickets für das Heimspiel gegen den SV Werder Bremen gibt es HIER im Online-Ticket-Shop. Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet dann zwischen dem 31. Oktober und 2. November statt.
Die Statistik:
FC Viktoria Berlin: Tschudin - Klotz, Stöckmann, Ihlenburg, Höfker - Aydin (82. Ihlenburg), Schouwstra, Hahn, Polaskova (73. Casanovas Diaz) - Yavuz (73. Künzel), Ehegötz (65. Reuter)
Bayer 04: Voll - Merino Gonzalez, Wenger (110. Wallrabenstein), Ostermeier, Brandau (75. Simon) - Misini, Zdebel - Bender (60. Kowalski), Tomasiak - Kehrer (60. Sternad), Loonen (71. Müller)
Tore: 0:1 Sternad (93.), 0:2 Sternad (101.)
Gelbe Karten: Schouwstra - Zdebel
Schiedsrichterin: Levke Scholz (Lübeck)
Zuschauer: 2.033 im Stadion Lichterfelde

Im Gedenken an Peter Hermann, der am 19. September verstorben ist, blicken wir auf sein Wirken in Leverkusen in den vergangenen 50 Jahren zurück. Im Jahr 1976 wechselte der einstige Mittelfeldmann als Spieler zu Bayer 04 – und schrieb fortan Geschichte: Aufstiegsheld, erste Bundesliga-Einsätze, wichtige Treffer zum Klassenerhalt. 216 Spiele und 32 Tore stehen für ihn in acht Jahren Werkself zu Buche. Wöchentlich blicken wir in unserer fünfteiligen Serie „in memoriam Peter Hermann“ auf Karriere und Lebenswerk einer großen Persönlichkeit, eines besonderen Menschen. Peter bleibt unvergessen.
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Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele der Werkself in der Saison 2026/27.
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Der einstige Werkself-Profi Michael Ballack, der 2002 in Leverkusener Diensten als „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet worden war, feiert am Samstag seinen 50. Geburtstag – und Bayer 04 gratuliert herzlichst!
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Der herausfordernde Auftakt einer hoffentlich langen Reise: Für die Bayer 04-Frauen beginnt am Sonntag (14 Uhr) beim Zweitliga-Tabellenführer FC Viktoria Berlin die neue DFB-Pokal-Saison. Trainer Roberto Pätzold rechnet in der Hauptstadt mit großer Gegenwehr – und setzt auf die Auswärts-Stärke seines Teams in der bisherigen Bundesliga-Saison.
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