
„Es war für alle Beteiligten ein Mega-Event, Kompliment auch für die Stimmung, die über 97 Minuten grandios war. Wir haben uns in der ersten Hälfte sehr schwergetan. Bremen hat einen hohen Aufwand betrieben, um unsere Abläufe zu stören, sodass wir kaum ins letzte Drittel kamen“, sagte Pätzold: „Es war ein sehr intensives Spiel, wir sind hoch angelaufen und wollten den Gegner stressen. Das hat viel Kraft gekostet.“ Zufriedener war er mit Durchgang zwei: „Wir haben etwas umgestellt, wollten weiter mutig vorne drauf gehen und haben uns dafür mit dem 1:0 belohnt. Danach hätten wir einige Kontersituationen besser ausspielen müssen. Mit der Atmosphäre im Rücken hat Werder danach nochmal gedrückt, wir mussten viel aushalten“, so Pätzold: „Mit Blick auf das Chancenverhältnis ist der Punkt am Ende okay, wir bleiben ungeschlagen.“
Im Vergleich zum 1:0-Heimsieg gegen den FC Carl Zeiss Jena hatte der Coach Juliette Vidal anstelle der am Oberschenkel verletzten Synne Skinnes Hansen in die Startelf beordert. Damit lief genau die Elf auf, die am vergangenen Montag zu Beginn der zweiten Halbzeit auf dem Platz gestanden hatte. Anlässlich des 120-jährigen Klub-Jubiläums lief die Werkself in den schwarzen Sondertrikots mit rotem Kragen auf.
Vor 22.721 Zuschauern im gut gefüllten Weserstadion - so viele wie noch nie bei einem Heimspiel der Werder-Frauen - gab in Caroline Siems ausgerechnet eine der vier Ex-Leverkusenerinnen im Bremer Kader nach zwei Minuten den ersten Warnschuss ab, Friederike Repohl parierte mühelos. Auch bei einer gefährlichen Hereingabe von rechts war die Torhüterin kurz darauf auf dem Posten. Vom anfänglichen Schwung der Gastgeberinnen, die durch die große Kulisse beflügelt wirkten, eroberten die Leverkusenerinnen nach einer Viertelstunde schrittweise mehr Spielkontrolle.
Die bis dato größte Torchance gehörte schließlich der Werkself: Nach einem Flügellauf von rechts durch Karolina Lea Vilhjalmsdottir legte Kehrer im Zentrum zurück auf Cornelia Kramer, deren Direktabnahme zu hoch geriet (23.). Aussichtsreiche Gelegenheiten blieben in einer intensiv umkämpften Partie auch danach auf beiden Seiten Mangelware. Beide Mannschaften gestatteten ihren Gegnerinnen kaum Räume. Folgerichtig ging es torlos in die Kabinen.






Zur Pause wechselte Pätzold erstmals aus: Sofie Zdebel blieb in der Kabine, dafür kam Ida Daedelow im zentralen Mittelfeld zu ihrem Bundesliga-Debüt. Der erste Aufreger in Durchgang zwei war ein Zusammenprall zwischen Kristin Kögel und Michaela Brandenburg, nach dem die Leverkusener Mittelfeldspielerin zunächst liegen blieb. Kögel erhielt einen Turban und konnte weitermachen. Sportlich blieb die Partie über weite Strecken erfahren, viele Zweikämpfe im Mittelfeld verhinderten längere Phasen mit Spielfluss.
Kurz vor der Stundenmarke sorgte Janou Levels mit einem Schlenzer für Gefahr. Die Außenverteidigerin verfehlte ihr Ziel von rechts nur knapp (58.). Drei Minuten später ging ein Distanzschuss von Katharina Piljic knapp über das Tor. Der darauffolgende Abstoß landete durch einen Fehlpass etwas glücklich bei Kehrer, die direkt abzog. Von Ex-Werkself-Spielerin Juliane Wirtz abgefälscht landete der Ball vorbei an Keeperin Livia Peng im Tor (62.).
Für die letzten 20 Minuten brachte Pätzold Estrella Merino Gonzalez für Vilhjalmsdottir. Nach 75 Minuten war Repohl bei einem Schuss von Werder-Stürmerin Larissa Mühlhaus auf dem Posten. Kurz darauf drosch erneut Mühlhaus den Ball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten (79.). Im Sturm ersetzte bei den Bayer 04-Frauen anschließend Vanessa Haim Torschützin Kehrer. In der Schlussphase verteidigten die Gäste gegen anrennende Bremerinnen mit leidenschaftlichem Einsatz. Doch nach einer Ecke landete der Ball bei der heranstürmenden Weidauer, die ihn aus der Distanz zum späten Ausgleich ins Tor drosch (90.).
Weiter geht es für die Bayer 04-Frauen am Sonntag, 20. Oktober, zum Abschluss des 7. Spieltags mit dem Spitzenspiel gegen den Meister FC Bayern München. Anstoß für die Partie im Ulrich-Haberland-Stadion ist um 18.30 Uhr, SPORT1, DAZN und MagentaSport übertragen die Partie live. Tickets gibt es HIER im freien Verkauf.
Die Statistik:
SV Werder Bremen: Peng - Brandenburg (65. Schmidt), Ulbrich, Nehmeth (85. Sternad), Siems - Mahmoud, Wirtz (76. Dieckmann), Walkling (69. Papai), Wichmann (65. Arfaoui) - Weidauer, Mühlhaus
Bayer 04: Repohl - Levels, Ostermeier, Turanyi, Vidal - Zdebel (46. Daedelow), Piljic - Vilhjalmsdottir (69. Merino Gonzalez), Kögel (90.+3 Bragstad) - Kramer, Kehrer (80. Haim)
Tore: 0:1 Kehrer (62.), 1:1 Weidauer (90.)
Gelbe Karten: Wirtz, Schmidt - Turanyi, Vidal, Kehrer, Daedelow
Schiedsrichterin: Fabienne Michel (Mainz)
Zuschauer: 22.721 im Weserstadion

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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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