
„Wenn man 7:0 gewinnt und dem Gegner keine richtige Torchance gestattet, dann gibt es wenig zu kritisieren. Das einzige Manko ist, dass wir den ein oder anderen weiteren Treffer hätten erzielen können. Wir haben das sehr reif und professionell heruntergespielt, sind unserem Stil treu geblieben und haben auch in ruppigen Situationen die Nerven bewahrt“, sagte Pätzold: „Wir haben uns unheimlich viele Standards erarbeitet und diese dann auch verwertet. Durch die verlängerte Spielzeit sollten jetzt alle in der Lage sein, zum Saisonauftakt über 90 Minuten das hohe Tempo durchzuhalten.“ Durch ihre jüngsten Leistungen schaffen die Leverkusenerinnen ihrem Coach nun ein Luxusproblem. „Alle haben Vollgas gegeben, niemand hat zurückgesteckt. Dadurch werden wir es im Trainerteam schon sehr schwer haben, die 20 Spielerinnen für den Kader auszuwählen und daraus eine erste Elf zu bilden“, sagte Pätzold: „Genau da wollen wir hin, sodass wir die Qualität auch während des Spiels mit potenziellen Wechseln in der entscheidenden Phase hochhalten können. Wir haben jetzt die Qual der Wahl. Wenn wir den aktuellen Lauf mit in die Saison nehmen, werden wir sehr viel Spaß an diesem Team haben.“
Im letzten Test vor dem Beginn der neuen Bundesliga-Saison fehlten aus dem Profikader lediglich Sana Coskun, Caroline Kehrer, Emily Wallrabenstein (alle angeschlagen) und Amy Wrigge (Kreuzbandriss). Auf dem SL16 Football Campus in Lüttich benötigte die Werkself keinerlei Anlaufzeit. Schon nach acht Minuten bediente Sofie Zdebel mit einer Ablage Bender, die vom Sechzehner-Rand ins Eck traf. Drei Minuten später verhinderte der rechte Innenpfosten bei einem Distanzschuss von Vanessa Fudalla den zweiten Treffer. Mit der nächsten Aktion war es dann aber soweit: Kramer, die beim 7:0 im vergangenen Test gegen Feyenoord Rotterdam einen lupenreinen Hattrick erzielt hatte, verlängerte eine Bender-Ecke ins Eck - das 2:0 (12.).
Zum dritten Treffer per Kopf fehlten ihr nach einer Flanke von Maja Sternad kurz darauf nur wenige Zentimeter (19.). Sekunden vor dem Ende des ersten Viertels verpasste auch Marlene Müller aus kurzer Distanz das 3:0. Auch nach der ersten kurzen Paus dominierte weiterhin der Bundesligist die Partie - und legte nach. In ähnlicher Manier wie beim 2:0, nur diesmal per Kopf, verlängerte Kramer eine Ecke von Bender ins Tor. Das 3:0 entsprach zu diesem Zeitpunkt auch den Kräfteverhältnissen auf dem Platz (50.). Mit diesem Zwischenstand ging es in die Halbzeit.






Die erste Chance nach der Pause entsprang erneut einer Ecke. Selina Ostermeier scheiterte per Kopf an der gegnerischen Torhüterin (68.). Zwei Minuten später stieg dafür Turanyi nach einer Ecke von Ruby Grant am höchsten und erzielte den dritten Standard-Treffer des Tages für die Werkself. Das Pätzold-Elf hatte noch lange nicht genug: Fünf Minuten später verhinderte die Torhüterin nach einem Schuss von Lobke Loonen mit einem starken Reflex aus kurzer Distanz den fünften Einschlag. Während die Offensive brandgefährlich blieb, war auf der Gegenseite auch die für Rafaela Borggräfe eingewechselte Charlotte Voll im Tor weitgehend beschäftigungslos.
Im letzten Viertel wagte sich der Tabellenvierte der vergangenen Saison in der belgischen Super League zunächst ein ums andere Mal in die gegnerische Hälfte, die Tore erzielten aber die Leverkusenerinnen. Treffer Nummer fünf war zugleich der vierte infolge einer Standard-Situation: Diesmal köpfte Turanyi einen Freistoß von Natasha Kowalski ins Netz (96.). Nur eine Minute später profitierte Mädl von einem Fehler der Lütticher Torhüterin und musste nur noch einschieben - das 6:0. Drei Minuten später avancierte die Österreicherin nach einer weiteren Kowalski-Vorarbeit zur dritten Doppelpackerin des Tages und markierte damit zugleich den Endstand.
Am kommenden Sonntag, 23. August (16 Uhr), beginnt die neue Saison der Google Pixel Frauen-Bundesliga für die Werkself mit dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig. Das erste Heimspiel folgt genau eine Woche später am Sonntag, 30. August (16 Uhr), im Ulrich-Haberland-Stadion gegen den Vizemeister VfL Wolfsburg. Tickets für die Partie gibt es HIER.
Die Statistik:
Startelf Standard Lüttich: Gautier - Humartus, Sleebe, Prez, Blave, Pauwels, Poluhovica, van Belle, Tchidjo, Snaps, Mejdoubi
Bayer 04, 1. Halbzeit: Borggräfe - Müller, Wenger, Ostermeier, Simon - Zdebel, Wamser - Fudalla, Bender - Kramer, Sternad
Bayer 04, 2. Halbzeit: Voll - Merino Gonzalez (91. Grant), Turanyi, Ostermeier (76. Friedrich), Simon (76. Brandau) - Wamser (76. Misini), Platner - Grant (76. Kowalski), Tomasiak - Mädl, Loonen
Tore: 0:1 Bender (8.), 0:2 Kramer (12.), 0:3 Kramer (50.), 0:4 Turanyi (70.), 0:5 Turanyi (96.), 0:6 Mädl (97.), 0:7 Mädl (100.)
Zuschauer: 175 auf dem SL16 Football Campus in Lüttich

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