„Im Elf gegen Elf auf Augenhöhe begegnen“: Frauen wollen in Wolfsburg Revanche für Hinspiel-Pleite

Das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg in der Hinrunde war für die Bayer 04-Frauen einer dieser klassisch-sprichwörtlichen „Tage zum Vergessen“. Eingeleitet durch eine Rote Karte gegen Torhüterin Charlotte Voll in der ersten Spielminute und schließlich nach einem weiteren Platzverweis sogar in doppelter Unterzahl unterlag die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold dem Vizemeister 1:5. Am Sonntag, 18.30 Uhr (MagentaSport und DAZN), bietet sich im AOK Stadion die Chance zur Revanche – und auf wertvolle Punkte im Rennen um Rang drei.
Besprechung im Training

„Druck ist bei uns nicht wirklich präsent. Aber natürlich wollen wir die Gelegenheit nutzen, Punkte zu holen, mit denen nicht unbedingt gerechnet wird, und das aufholen, was wir gegen Hoffenheim und in Frankfurt teilweise unglücklich liegen gelassen haben“, sagt Pätzold angesichts von Platz fünf und zwei Zählern Rückstand auf den Drittplatzierten, Eintracht Frankfurt (33 Punkte), das noch das Nachholspiel am kommenden Mittwoch gegen die TSG Hoffenheim (32) in der Hinterhand hat: „Der größere Ehrgeiz ist, diesmal eine Top-Performance abzuliefern und Punkte mitzunehmen.“

Hinspiel-Pleite sorgte für „kleinen Knacks“

Ehrgeiz, der sich vor allem aus den Erinnerungen an das Hinrunden-Duell am 19. Oktober speist. „Wir freuen uns darauf, uns mit einer der besten Mannschaften Europas zu messen. Dass wir sie ärgern können, haben wir letzte Saison gezeigt“, sagt Pätzold: „Gleichzeitig wollen wir beweisen, dass wir ihnen im Elf gegen Elf auf Augenhöhe begegnen und sie vor Probleme stellen können. Im Hinspiel ist uns das durch die frühe Rote Karte leider verwehrt geblieben.“ Die Niederlage hinterließ bei der Mannschaft Spuren. „Die Partie hat uns damals einen kleinen Knacks gegeben“, so der 46-Jährige.

Sana Coskun und Katharina Piljic

Umso mehr brennt die Werkself auf ein spannendes Rückspiel. „Unsere Herangehensweise hängt nicht von der tabellarischen Situation ab. Wir wollen bei uns bleiben, selbstbewusst und mutig attackieren, den Gegner früh unter Druck setzen und uns wie in den vergangenen Spielen Chancen erspielen“, sagt Pätzold: „Wir brauchen einen sehr guten Tag, müssen aus unseren Möglichkeiten viel machen und sowohl individuell als auch als Team an die Leistungsgrenze kommen. Wenn uns das gelingt, wir mehr Effizienz und vielleicht auch das nötige Spielglück als zuletzt haben, werden wir Möglichkeiten bekommen, Wolfsburg zu schlagen.“

Pätzold über Wolfsburg: „Gezeigt, dass sie verwundbar sind“

Der VfL, mit 38 Punkten zwar schon satte 14 Zähler hinter Titelverteidiger FC Bayern München, aber auch fünf (bei einem Spiel weniger) vor der Eintracht Tabellenzweiter, schaffte am Mittwoch durch ein 1:0 gegen Frankfurt den erneuten Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale. An einen konditionellen Vorteil seiner Mannschaft, die erstmals seit drei Wochen wieder in einem Pflichtspiel gefordert ist, glaubt Pätzold dennoch nicht. „Wolfsburg ist es gewohnt, im Drei-Tages-Rhythmus Top-Leistungen zu bringen und hat den Kader entsprechend zusammengestellt, deshalb wird die Belastung für sie kein großer Nachteil sein.“ Die bisherige Saison der Wölfinnen ordnet er differenziert ein: „Sie haben viele herausragende Leistungen gebracht, sich aber auch schwer zu erklärende Ergebnis-Aussetzer geleistet. Trotz ihrer nach wie vor großen individuellen Klasse haben sie auch immer wieder gezeigt, dass sie verwundbar sind – gerade in Pressing-, Gegenpressing- und Umschaltsituationen, die wir nutzen wollen.“

Auf Seiten der Leverkusenerinnen kehrt Claudia Wenger (war angeschlagen) in den Kader zurück. Die Einsatzfähigkeit von Estrella Merino Gonzalez und Caroline Kehrer (beide muskuläre Probleme) ist fraglich. Amy Wrigge, Shen Menglu (beide Trainingsrückstand), Vanessa Haim (Aufbautraining nach Muskel-Sehnen-Verletzung), Charlotte Voll (Aufbautraining nach Schultereckgelenkssprengung), Louisa Remien (Aufbautraining nach Knieproblemen) und Friederike Repohl (Innenband-Teilriss) fallen weiterhin aus.

Tickets für Gäste-Fan im VfL-Shop

Fans, die die Werkself in Wolfsburg unterstützen möchten, können HIER vorab Tickets im Online-Shop des VfL erwerben. Für Gäste-Anhänger ist der gemischte Sitzplatz-Block O2 vorgesehen.

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