
„Unterm Strich sind wir der absolut verdiente Sieger, weil wir deutlich mehr investiert haben. Wir waren die aktivere Mannschaft und haben den teils sehr passiven Gegner früh unter Druck gesetzt“, sagte Pätzold: „Es war ein typisches erstes Saisonspiel, in dem noch nicht alles rund gelaufen ist. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir ein bisschen ungeduldig, hatten aber trotzdem wir drei Hochkaräter gegenüber einer Chance vom Gegner. Wir wollten Leipzig zu Fehlern zwingen und letztlich ist uns das bei den beiden Treffern auch gelungen.“ In dem Auftritt seines Teams mit der Führung im Rücken sah der Coach noch Luft nach oben. „Wir sind etwas passiv geworden, haben aber durch die Einwechselspielerinnen nochmal neue Energie bekommen“, so Pätzold: Die brenzligen Situationen in der Schlussphase haben wir mit ganz großem Teamgeist gelöst.“ Insgesamt überwog die Freude über den gelungenen Auftakt. „Ich bin sehr stolz und froh, dass wir die erste Hürde genommen haben, wohlwissend, dass wir noch Potenzial haben“, sagte der Trainer: „Wir haben gezeigt, dass wir physisch und mental bereit für den schwierigen Auftakt sind und dass wir die nötigen fußballerischen Qualitäten haben. Jetzt können wir mit breiter Brust in unser erstes Heimspiel gehen.“
In der Startelf standen zum Auftakt vier Sommer-Zugänge. Im Tor vertraute Pätzold auf die für ein weiteres Jahr vom FC Liverpool ausgeliehene Rafaela Borggräfe. Die Viererkette bildeten Marlene Müller, die nach sechs Jahren bei RB nach Leverkusen gewechselt war, Lilla Turanyi, Selina Ostermeier und die neue Kapitänin Carolin Simon (vom FC Bayern München). Im zentralen Mittefeld begannen Carlotta Wamser und Sofie Zdebel, die ihr 100. Pflichtspiel für die Werkself bestritt, auf den offensiven Außenbahnen Vanessa Fudalla und Loreen Bender. Die Doppelspitze bestand aus Kramer und Maja Sternad (vom SV Werder Bremen).
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase ohne Höhepunkte vor den beiden Strafräumen verlagerten die Gäste das Geschehen allmählich immer mehr in die gegnerische Hälfte. Die erste Großchance gehörte der zweiten Ex-Leipzigerin im Leverkusener Kader: Fudallas abgefälschter Schuss von der Strafraum-Grenze landete auf der Latte (13.). Drei Minuten später verzog Kramer einen Schuss aus halbrechter Position nur knapp links neben das Tor. Ein Solo von Bender mündete in einem wuchtigen Abschluss, der über den Kasten strich (19.).






Den nächsten Distanzschuss von Kramer entschärfte RB-Torhüterin Elvira Herzog weitere fünf Minuten später mühelos. In dieser Phase war die Werkself der Führung deutlich näher als die Sachsen. Auf der Gegenseite musste Borggräfe bei einem Distanzschuss der ehemaligen Leverkusenerin Delice Boboy erstmals zupacken (30.). Weitaus gefährlicher wurde es vier Minuten vor der Pause, als die Torhüterin einen abgefälschten Schuss von Therese Simonsson reaktionsschnell über die Latte lenkte. Mit einer Direktabnahme über das Tor beendete Sternad Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den ersten Durchgang.
Ohne personelle Veränderungen ging es rein in die zweiten 45 Minuten. Die erste gefährliche Aktion nach der Pause brachte die Führung. Jubilarin Zdebel bediente mit einem Pass in den Rücken der Abwehr Kramer, die direkt abschloss. Herzog war zwar noch dran, doch die Keeperin konnte den Einschlag im linken Eck nicht verhindern (55.). Etwas kurios fiel kurz darauf der zweite Treffer für die Werkself. Kramers Schuss wurde abgefälscht zur Bogenlampe und senkte sich in Richtung Tor, Sternad war vor Herzog zur Stelle und nickte mit ihrem ersten Pflichtspieltor für Bayer 04 zum 2:0 ein (63.).






Direkt danach wechselte Pätzold dreimal: Estrella Merino Gonzalez sowie die beiden Zugänge Lobke Loonen und Paulina Tomasiak ersetzten Müller, Torschützin Sternad und Fudalla (64.). Leipzig bemühte sich nun um eine Antwort, doch die Leverkusener Defensive gestattete keine aussichtsreichen Annäherungen an das Tor von Borggräfe - bis zur 79. Minute. Ein Schuss der eingewechselten Nikee van Dijk strich knapp vorbei. Danach kam in Paulina Platner (für Zdebel) die nächste Neue ins Spiel (80.), wenig später auch Valentina Mädl (für Kramer). Souverän verwaltete die Werkself bis zum Abpfiff ihren Vorsprung und sicherte sich damit die ersten drei Punkte der Saison.
Weiter geht es für die Werkself mit dem ersten Heimspiel der Saison. In genau einer Woche trifft Schwarz-Rot am Sonntag, 30. August (16 Uhr), im Ulrich-Haberland-Stadion auf den VfL Wolfsburg, der zum Auftakt spektakulär 8:2 beim 1. FC Nürnberg gewann. Tickets für die Partie gegen den Vizemeister der vergangenen Saison gibt es HIER.
Die Highlights:
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Die Statistik:
RB Leipzig: Herzog - Mathys, Mertens, Dudek (80. Norheim), Tuin - Schasching, Starke, Joly (80. Hulst) - Asgeirsdottir, Boboy (69. van Dijk), Simonsson (60. Pfister)
Bayer 04: Borggräfe - Müller (64. Merino Gonzalez), Turanyi, Ostermeier, Simon - Wamser, Zdebel (80. Platner) - Fudalla (64. Tomasiak), Bender - Kramer (81. Mädl), Sternad (64. Loonen)
Tore: 0:1 Kramer (55.), 2:0 Sternad (63.)
Gelbe Karten: Mertens, Asgeirsdottir - Turanyi
Schiedsrichterin: Angelika Söder (Schwarzenbruck)
Zuschauer: 1.204 im Trainingszentrum am Cottaweg

Durch einen 2:0-Sieg bei RB Leipzig gelang den Bayer 04-Frauen ein Auftakt nach Maß in die neue Bundesliga-Saison. Im Werkself-TV-Interview sprechen Sofie Zdebel nach ihrem 100. Pflichtspiel für die Werkself und Sommer-Zugang Maja Sternad, die gleich in ihrer ersten Partie zum Endstand traf, über den Start und blicken auf das erste Heimspiel am kommenden Sonntag voraus.
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