
Nur drei Tage nach dem Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale wollten die Bayer 04-Frauen den Schwung vom 2:1-Sieg in Essen mitnehmen. Beim Tabellenzehnten musste Achim Feifel nach wie vor auf Sylwia Matysik (Innenbandverletzung am Knie), Nina Brüggemann und Dina Blagojević (beide Aufbautraining) verzichten. Zudem fielen am Freitagabend auch Torjägerin Milena Nikolić und Verteidigerin Ann-Kathrin Vinken erkältungsbedingt aus. Ins Tor rückte Friederike Repohl anstelle von Anna Klink.
Früh pressen, den Gegner sofort unter Druck setzen, das hatte Feifel seiner Mannschaft mit auf den Weg gegeben. Und die Werkself-Frauen hielten sich an diese Marschroute, bestimmten in den ersten Minuten das Spielgeschehen – und mussten dennoch früh einen Rückstand verkraften. Denn Schiedsrichterin Dina Siekmann zeigte nach einem Foul von Melissa Friedrich an Margarita Gidion auf den Elfmeterpunkt. Michelle Ulbrich verwandelte sicher zur 1:0-Führung für die bis dahin harmlosen Bremerinnen (13.).
Der Gegentreffer nahm den Schwarz-Roten spürbar etwas von ihrem Angriffselan der Anfangsphase. Sie brauchten eine Weile, um sich wieder zu ordnen. Kristin Kögel (23.) und Lilla Turanyi (27.) kamen zu Abschlüssen, die allerdings das Tor von Werder-Keeperin Anneke Borbe nicht ernsthaft gefährdeten. Enger wurde es da schon nach einem klasse Angriff über mehrere Stationen, die scharfe Hereingabe von Amira Arfaoui konnte Bremens Michelle Ulbrich aber einen Schritt vor Verena Wieder zur Ecke klären (29.).
Die Bayer 04-Frauen hatten zwar weiterhin deutlich mehr Ballbesitz, doch es gelang ihnen nicht, daraus Kapital zu schlagen. Es fehlten die zündenden Ideen, um die Bremer Defensive in Verlegenheit bringen zu können.






Auch in den zweiten 45 Minuten begannen die Gastgeberinnen druckvoll und hatten durch Verena Wieder ihre bis dahin beste Chance, den Linksschuss der 21-Jährigen konnte Werder-Torhüterin Borbe aber ebenso parieren (48.) wie wenig später einen abgefälschten Ball erneut von Wieder (52.). Dann aber belohnten sich die jetzt zielstrebigeren Werkself-Frauen endlich für ihren Aufwand: Nach klarem Foulspiel an Dora Zeller im Strafraum bekam nun auch das Feifel-Team einen Elfmeter zugesprochen. Verena Wieder ließ sich die Chance nicht entgehen und schoss platziert rechts unten zum verdienten 1:1-Ausgleich ein (55.) – ihr siebter Saisontreffer.
Vor allem die fleißige Kristin Kögel, die einen Distanzschuss knapp übers Tor setzte (63.), sowie Dora Zeller und Verena Wieder machten in der Offensive mit enormem Laufpensum immer wieder ordentlich Betrieb. Auch die Bremerinnen blieben bei ihren gelegentlichen Vorstößen aber durchaus gefährlich und gestalteten die Partie mit zunehmender Spieldauer offener. Glück für Bayer 04, dass ein Schuss von Werder-Mittelfeldspielerin Nina Lührßen nur an die Latte ging (87.). Auf der anderen Seite kam Chiara Bücher noch mal zum Abschluss, aber Bremens Torhüterin Borbe parierte (88.). So blieb es am Ende beim 1:1-Remis.
„Es ist schon frustrierend und enttäuschend“, sagte Torschützin Verena Wieder nach dem Spiel. „Wir hatten vorne viele Aktionen, waren beim letzten Ball aber immer zu unkonzentriert und zu ungenau im Abschluss. Das ist bitter, weil wir einen hohen Aufwand betrieben haben.“ Auch Melissa Friedrich zeigte sich unzufrieden mit dem einen Punkt. „Spielerisch haben wir es eigentlich gut gemacht, aber vorne unsere Chancen leider nicht genutzt. Deshalb müssen wir am Ende enttäuscht sein.“
Am kommenden Wochenende geht es für das Feifel-Team in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga mit der Auswärtspartie beim Tabellenschlusslicht SC Sand weiter. Das Spiel am Sonntag, 13. März, wird um 13:00 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
Bayer 04: Repohl – Sahlmann (61. Siems), Turanyi, Friedrich, Marti – Zeller (83. Pando), Gräwe (67. Wirtz), Kögel, Pollak (61. Enderle) – Arfaoui (61. Bücher), Wieder
Werder Bremen: Borbe – Bernhardt, Ulbrich, Schiechtl, Lührßen – Gidion (84. Meyer), Hausicke, Walking (79. Dieckmann) – Wichmann, Tarcynska (58. Keles), Sternad
Tore: 0:1 Ulbrich (13.,FE), 1:1 Wieder (55., FE)
Gelbe Karten: Hausicke
Schiedsrichterin: Dina Siekmann (Dortmund)
Zuschauer: 154

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