
„Wir haben heute den Ball nicht gut gehalten und ihn einfach zu häufig in schlechten Momenten verloren", zeigte sich Robert de Pauw nach der Partie kritisch. „Der Gegner hat heute, das muss man ehrlich sagen, auch sehr gut gekontert und unsere Schwächen ausgenutzt. Am Ende war es ein Kampfspiel. In der zweiten Halbzeit haben wir alles gegeben, aber es war nicht genug. Wir erwarten mehr von uns selbst. Deshalb sind wir enttäuscht heute."
Gegen den Tabellenvorletzten musste Robert de Pauw neben Verena Wieder (Reha nach Kreuzbandriss) auch auf Milena Nikolic verzichten, die sich vor einigen Wochen eine Teilruptur der Sehne im rechten Hüftbereich zugezogen hatte. Zudem fehlten Kristin Kögel (Muskelfaserriss) und kurzfristig auch Anna Klink (Rückenprobleme) sowie krankheitsbedingt Lisanne Gräwe. Im Vergleich zum letzten Testspiel gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende nahm der Bayer 04-Coach nur eine personelle Änderung vor. Anstelle von Annika Enderle stürmte Chiara Bücher. Ihr Pflichtspiel-Debüt als neue Co-Trainerin an de Pauws Seite gab heute die Niederländerin Jessie van den Broek.
Die Gastgeberinnen machten gleich ordentlich Druck gegen den Ball, griffen die Werder-Frauen früh an. Nach einer Ecke bot sich Lilla Turányi die Gelegenheit zur Führung, ihr Schuss aus kurzer Distanz wurde aber von einer Bremer Abwehrspielerin im letzten Moment abgeblockt (3.). Die Gäste verlegten sich aufs Kontern und schnelles Umschaltspiel – und waren damit sofort brandgefährlich. Zunächst schoss Chiara Hahn aus etwas spitzem Winkel am Tor vorbei (6.), wenige Minuten später aber führte ein Gegenstoß zur Führung der Gäste, Maja Sternad traf aus 10 Metern platziert ins rechte untere Eck zum 1:0 für die Grün-Weißen (10.).

Die Werkself-Frauen fanden in den folgenden Minuten gegen sehr kompakt verteidigende Bremerinnen nur selten eine Lücke. Caro Siems versuchte es einmal aus halbrechter Position aus der Distanz und Werder-Torhüterin Etzold hatte Mühe, den Schuss aus 17 Metern zu parieren. Auch die sehr emsige Elisa Senß zog zweimal aus größerer Entfernung ab, verfehlte aber jeweils deutlich das Tor. Die Kapitänin war es auch, die mit einem feinen Chip-Ball die nächste gute Chance der Leverkusenerinnen einleitete. Aber Eva van Deursen versprang die Kugel bei der Kopfball-Annahme etwas (30.).
Die Gastgeberinnen bemühten sich, das Spiel schnell zu machen, gingen engagiert in die Zweikämpfe, die zwingenden Chancen aber sprangen trotz aller Bemühungen nicht heraus. Die Werder-Frauen waren klarer in ihren Aktionen und erzielten nach einem weiteren klug vorgetragenen Angriff den zweiten Treffer. Nina Lührßen kam nach einem langen Diagonalpass im Strafraum zu frei an den Ball und hämmerte die Kugel aus acht Metern unhaltbar für Friederike Repohl zum 0:2 in die Maschen.
Auch im zweiten Durchgang blieb es ein intensives Duell zweier Mannschaften, die einander robust und mit offenem Visier beharkten. Bei Bayer 04 lief viel über die linke Seite, klare Chancen konnte sich das de Pauw-Team aber nicht herausspielen. Mit der Einwechselung von Amira Arfaoui verstärkte der Leverkusener Coach noch einmal die Offensive seines Teams. Und die 23-Jährige sorgte gleich für spürbare Belebung im Spiel nach vorne. Erst setzte sie einen Heber aus 16 Metern knapp übers Tor (69.), dann schickte sie Caro Siems mit einem klasse Pass auf die Reise, aber diese verzog aus guter Schussposition doch deutlich (74.).

Die Gäste zogen sich nun weit zurück, überließen den Leverkusenerinnen die Initiative. Doch die Werkself-Frauen vermochten daraus kein Kapital zu schlagen, kamen zu keinen größeren Möglichkeiten mehr. Die beste Chance hatten schließlich noch die Bremerinnen, die durch Michelle Ulbrich den Pfosten trafen (85.). Auf Leverkusener Seite versuchte es Selina Ostermeier noch einmal aus der Distanz – ohne Erfolg (88.). Es blieb beim 2:0-Erfolg der Werder-Frauen.
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Am kommenden Sonntag findet gleich das nächste Heimspiel im Ulrich-Haberland-Stadion statt. Am 12. Spieltag der FLYERALARM Frauen-Bundesliga wird dann der MSV Duisburg zu Gast in Leverkusen sein. Anpfiff der Begegnung ist um 16 Uhr.
Die Statistik:
Bayer 04: Repohl – Siems, Friedrich, Turányi, Marti (65. S. Ostermeier) – Senß, Wirtz (65. Arfaoui) - van Deursen (82. Zdebel), Bayings (89. Blagojević), Fuso – Bücher
Bremen: Etzold – Brandenburg, Nemeth, Wichmann (89. Weiß) – Lührßen, Matheis, Hausicke, Hahn (90.+1 Dieckmann), Ulbrich – Sternad (86. Keles), Sehan
Tore: 0:1 Sternad (10.), 0:2 Lührßen (41.)
Gelbe Karten: Marti, Fuso - Nemeth
Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Lübeck)
Zuschauer: 430 im Ulrich-Haberland-Stadion

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself.
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Dieses besondere Event hat einmal mehr gezeigt, wie stark Bayer 04 zusammenhält: Im Rahmen von „BarmeniaGothaer schenkt Freude“ unterstützten die Werkself-Profis Edmond Tapsoba, Ibrahim Maza und Christian Kofane am Donnerstag in der Fanwelt den Verkauf individuell designter T-Shirts für den guten Zweck. Mehrere hundert Fans waren gekommen, um sich an der Charity-Aktion zu beteiligen. Der Leverkusener Hauptsponsor BarmeniaGothaer spendet den Erlös an die „Fondation Edmond Tapsoba“, die Menschen in Tapsobas Heimat Burkina Faso im herausfordernden Alltag unter die Arme greift.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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