
Die Schwarz-Roten sind vor über 750 Zuschauern gleich druckvoll in die Partie gestartet, waren in den ersten 20 Minuten spielerisch überlegen. Die Bayer 04-Offensive erspielte sich schöne Kombinationen und zahlreiche Chancen fast im Minutentakt. Lilla Turanyi etwa hatte nach einem Eckstoß per Kopf die erste Möglichkeit zur Führung. In der 4. Minute kam Milena Nikolic im Sechzehner zum Abschluss – ihr Ball wurde allerdings gerade noch abgeblockt. Wenig später versuchte es Viktoria Pinther und visierte die lange Ecke an – doch auch dieser Versuch blieb ohne Erfolg.
Stattdessen, wie aus dem Nichts, waren die Potsdamerinnen um die ehemalige Bayer 04-Kapitänin Merle Barth erfolgreich: Nach einem Diagonalball war die Bayer 04-Abwehr zu weit eingerückt und Dina Orschmann zielte direkt drauf, traf den Ball perfekt und brachte ihn im langen Eck unter (23.). Henrietta Csiszár suchte vier Minuten später die Antwort, die Kugel flog allerdings knapp am Kasten vorbei. Nach dem Gegentreffer kamen die Gäste besser ins Spiel. Kaum hatten sich die Werkself-Frauen wieder gefangen, mussten sie Sekunden vor dem Pausenpfiff den nächsten Rückschlag verkraften, als Ex-Bayer 04-Spielerin Nina Ehegötz nach einer Flanke freistehend und unbedrängt im Strafraum zum 2:0 einnickte (45.+1).
„Wir hatten einen richtig guten Start und gute Torchancen, waren gut im Spiel. In der entscheidenden Phase hat uns aber einfach die Effizienz gefehlt“, lautete das Zwischenfazit von Bayer 04-Cheftrainer Achim Feifel.
Auch in der zweiten Halbzeit haben die Leverkusenerinnen alles reingelegt in die Partie und aggressiv den Weg in die gegnerische Hälfte gesucht. Potsdam wartete dagegen auf Konter und verteidigte kompakt, was es den Werkself-Frauen erschwerte. In der 50. Minute wurde Csiszár im Strafraum gefoult – das elfmeterwürdige Vergehen von Schiedsrichterin Susann Kunkel allerdings nicht gepfiffen. Nikolic scheiterte mit gleich mehreren guten Möglichkeiten; Jessica Wichs Abschluss aus dem Rückraum blieb ebenfalls ohne Erfolg.
„Die zahlreichen Ausfälle, wie etwa von Nina Brüggemann, Ivana Rudelic und Ann-Kathrin Vinken, haben wir als Mannschaft gut kompensieren können. Heute waren wir allerdings nicht effizient und in der einen oder anderen Situation vielleicht auch nicht entschlossen genug“, so Feifel nach der Partie.
In der Tabelle rutschen die Bayer 04-Frauen auf Platz fünf. Am kommenden Sonntag, 4. Oktober (Anstoß: 14 Uhr), wartet gleich der nächste Brocken auf die Leverkusenerinnen: Der amtierende Meister und Pokalsieger VfL Wolfsburg ist zu Gast.
Die Statistik:
Turbine Potsdam: Fischer – Elsig, Nally, Mesjasz – Orschmann (54. Kössler), Graf, Barth, Plattner, Höbinger (54. Schmidt) – Ehegötz (76. Weidauer), Cerci (54. Chmielinski)
Bayer 04: Klink – Kerschowski, Wirtz, Turanyi, Jessen – Wich (75. Bücher), Csiszár (58. Rackow), Kögel (58. Zeller), Matysik – Nikolic, Pinther (58. Friedrich)
Tore: 1:0 Orschmann (23.), 2:0 Ehegötz (45.+1)
Gelbe Karten: Elsig, Fischer / Turanyi, Kerschowski, Wich, Nikolic
Schiedsrichterin: Susann Kunkel (Hamburg)
Zuschauer: 752

Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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