
Rund 80 Teilnehmer beschäftigten sich mit Fragen wie „Wer sind wir und wer wollen wir sein?“, diskutierten zum Thema „Rot statt Grau“ über Möglichkeiten, die Vereinsfarben stärker im Leverkusener Stadtbild zu verankern oder tauschten sich übers Ticketing und den Service des Klubs aus. Wie 2014 bei der Premiere hatten Fanbetreuung, Fanprojekt, NK12 und Ultras auch dieses Mal den Fankongress gemeinsam organisiert.
Zur Einstimmung gab's erst einmal eine kleine Diashow mit historischen Bayer 04-Motiven, ausgewählt und kommentiert von Rüdiger Vollborn. Die Torwart-Legende erzählte in der lockeren Talkrunde mit Moderatorin Luisa Skrabic – vielen Fans noch bekannt von ihrem Auftritt als Sängerin beim Bernd-Schneider-Abschiedsspiel – über seine persönliche Bayer 04-“Sozialisierung“: „Als ich nach Leverkusen kam, habe ich mir als erstes ein Buch über Carl Duisberg besorgt. Ich wollte einfach etwas erfahren über die Stadt und deren Geschichte.“ Seine Leidenschaft für die Historie hat sich Vollborn auch heute als Fanbeauftragter bewahrt. Als „Jäger und Sammler“ beschäftigt er sich intensiver denn je mit den Wurzeln seines Klubs.
Den Klub selbstbewusster leben
Auch in einigen der vier Workshops ging es anschließend um die Themen Herkunft, Identifikation und Selbstverständnis. „Warum haben wir eigentlich immer das Gefühl, uns dafür rechtfertigen zu müssen, dass wir Bayer 04-Fans sind“, fragte etwa Cornelia in der Runde zum Thema „Wer sind wir und wer wollen wir sein?“, in der auch Vollborn und Fanprojektleiter Stefan Thomé mitdiskutierten. Ein Ergebnis des lebhaften Austauschs: „Wir wollen 'den Bayer' als Traditionsverein und international erfolgreichen Klub selbstbewusster leben und Leverkusener ohne Wenn und Aber sein.“
Mehr Farbe, bitte
Ausdrücken könnte sich das zum Beispiel auch in einem Stadtbild, das zukünftig stärker von den Vereinsfarben geprägt sein soll. Hierzu hatte es schon im Vorfeld konstruktive Gespräche mit der Stadt gegeben. So wird ein Schaltkasten an der Bismarckstraße, Ecke Karl-Marx-Straße, bereits von Graffitis geziert. Zukünftig könnten weitere Flächen zur kreativen Gestaltung freigegeben werden. Dafür jedenfalls will sich Marc Adomat einsetzen. Der Dezernent für Schulen, Kultur, Jugend und Sport war als Gast zum Workshop „Rot statt Grau“ gekommen.
Und auch Harald Hartel aus dem Bayer 04-Marketing zeigte sich sehr offen für Vorschläge aus der Fanszene. Gerade auf dem Weg zur BayArena und hier vor allem an der Bismarckstraße wären mehr Farbe und mehr sichtbare Bekenntnisse zu Bayer 04 wünschenswert. Damit in Zukunft eben nicht mehr das von Kongress-Moderator Matthias Adler formulierte Gefühl aufkommen kann: „Stell' dir vor, es ist Heimspieltag, und keiner bekommt es mit.“
Viele Anregungen und Wünsche
Ein sehr positives Feedback auf die Saisoneröffnungsfeier gab der Workshop „Veranstaltungen von Bayer 04“. Veranstaltungsmanager Stephan Rehm teilte mit, dass wegen der vielen erfreulichen Reaktionen auch in Zukunft eine ähnliche Struktur geplant sei. Auch hier sei man aber für Anregungen und Wünsche von Seiten der Fans offen. Wer Vorschläge hat, kann diese gerne auch per Mail an info@bayer04.de schicken.
Gleiches gilt im Übrigen für Anregungen oder Fragen in Sachen Online-Shop, Tickets und Servicecenter. Im Workshop zu diesem Themengebiet stand Simon Pallmann Rede und Antwort. Der Direktor Operatives Geschäft bei Bayer 04 erklärte Abläufe und betonte, dass der Klub auch in diesem Bereich ständig an Optimierungen arbeite. So sei unter anderem für 2017 ein neues Online-System geplant.
Vortrag zu den Trikots der Werkself
Nach den jeweils gut dreistündigen Workshops gab's noch einen interessanten Vortrag von Christoph Rohmer, Leiter Sponsoring von Bayer 04-Ausrüster JAKO. Rohmer erläuterte ausführlich die Entstehungsgeschichte der aktuellen Werkself-Trikots.
Zum Abschluss fassten Teilnehmer noch einmal die Ergebnisse aus den vier Workshops zusammen. Dann war Feierabend.


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