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4.11.2026Europa League

Gegner-Check: Marseille im Aufschwung, nur in der Europa League noch ohne Fortune

Olympique Marseille kommt in der Ligue 1 immer besser in Fahrt. Der neunmalige französische Meister hat sich nach einem durchwachsenen Saisonstart zurückgekämpft und zuletzt vier Siege in Folge eingefahren. In der UEFA Europa League hingegen steht OM noch ohne Punkte da. Am Donnerstag, 5. November (Anstoß: 21 Uhr/live bei Sky, RTL, WOW und im Werkself-Radio), wollen die Marseillais das in der BayArena ändern. Der Gegner-Check.
Olympique Marseille

Position

Aktuell belegt Olympique Marseille mit 15 Punkten den sechsten Tabellenplatz in der Ligue 1. Das sah nach dem 5. Spieltag noch anders aus, als OM auf dem vorletzten Rang stand. Dann gelang nach vier Niederlagen in Serie mit dem 2:0 in Troyes die Wende. Es folgten Siege gegen Angers und Le Havre. Beim jüngsten 2:0 in Toulouse schossen die Offensivspieler Amine Harit und Amine Gouiri beide Tore bereits in der ersten Hälfte. Trainer Bruno Genesio zeigte sich nach der Partie zufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit gut gepresst und konsequent nach vorne gespielt. In der zweiten Hälfte haben wir uns ein wenig zurückgezogen, aber Einsatz und Einstellung stimmten weiterhin.“ Trotz der kleinen Siegesserie in der Liga müsse man demütig bleiben, so der 60-Jährige, der im Juli dieses Jahres die Nachfolge von Habib Beye antrat. Zuvor war Genesio unter anderem Trainer beim FC Stade Rennes und zuletzt beim OSC Lille. In Rennes zählten die Bayer 04-Profis Loic Badé und Martin Terrier zu seinen Spielern. 

Dank des Aufschwungs hat sich Marseille bis auf zwei Punkte an die Champions-League-Ränge herangearbeitet. In der Europa League belegt der Klub allerdings nach drei Spieltagen mit null Punkten und 1:6 Toren Rang 34 in der Ligaphase. Zum Auftakt setzte es ein 1:4 bei Besiktas, anschließend zweimal ein 0:1 gegen Olympiakos Piräus und Sturm Graz. Für die Teilnahme am Wettbewerb hatten sich die Südfranzosen erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison durch einen 3:1-Sieg gegen den direkten Konkurrenten Stade Rennes qualifiziert.

Olympique Marseille gegen Sturm Graz
In der Europa League war OM bisher meist zweiter Sieger – hier eine Szene von der jüngsten 0:1-Niederlage bei Sturm Graz.

Personal

Vor Torhüter Jeffrey de Lange, der aus der Jugend von Ajax Amsterdam stammt, setzt Genesio in der Viererkette auf viel Erfahrung. Kapitän Timothy Weah (26) ist als rechter Verteidiger gesetzt. Der US-Amerikaner kommt auf 53 Länderspieleinsätze, ist in der Nationalmannschaft Teamkollege von Bayer 04-Profi Malik Tillman. Weah gewann bereits dreimal die Meisterschaft in Frankreich (zweimal mit Paris Saint-Germain, einmal mit dem OSC Lille) und wurde mit Juventus Turin italienischer Pokalsieger.

Auf der linken Seite verteidigt Routinier Emerson, italienischer Europameister von 2021. Allerdings musste der 32-Jährige am vergangenen Sonntag wegen Kniebeschwerden bereits in der 17. Minute ausgewechselt werden. Ob er in Leverkusen schon wieder einsatzbereit sein wird, ist fraglich. In der Innenverteidigung sind in dieser Saison oft der marokkanische Nationalspieler Nayef Aguerd (30) und der englische U21-Auswahlspieler CJ Egan-Riley erste Wahl. Beide standen in der vergangenen Saison einige Male gemeinsam mit Werkself-Profi Facundo Medina im Abwehrzentrum von Olympique.

Aus der Bundesliga bekannt sind die beiden Mittelfeldakteure Pierre-Emile Höjbjerg (31) und Amine Harit (29). Höjbjerg, Kapitän der dänischen Nationalmannschaft mit bislang 101 Länderspielen, kickte einst für den FC Bayern, den FC Augsburg und den FC Schalke 04. Für Letzteren war auch Harit mehrere Jahre aktiv. Neben den beiden zählen im Mittelfeld Angel Gomes und Kreativkopf Himad Abdelli zu den Stammkräften. Im Angriff musste Olympique den Weggang seiner beiden Top-Torjäger der vergangenen Saison verkraften. Pierre-Emerick Aubameyang (10 Tore) und Mason Greenwood (16) wechselten im Sommer zu Deportivo A Coruna bzw. Fenerbahce Istanbul. Aktuell ist Mittelstürmer Amine Gouiri bester Scorer bei OM. Der algerische Nationalmannschaftskollege von Ibrahim Maza erzielte bislang sechs Treffer in der Ligue 1 und bereitete drei weitere vor.

Pierre-Emile Höjbjerg und Amine Harit
Ehemalige Bundesliga-Akteure in Diensten von OM: Pierre-Emile Höjbjerg und Amine Harit

Probleme

Wenn der Gegner hoch presst, bekommt Olympique immer wieder Probleme. So zuletzt in der Europa League beim 0:1 in Graz. Marseille machte unter Druck etliche Fehler im Spielaufbau. Einer davon führte früh zum entscheidenden Gegentreffer. Auch beim 4:3-Sieg gegen Le Havre in der Ligue 1 präsentierte sich das Team mit Defensivschwierigkeiten: OM führte mit 4:0, musste am Ende aber noch um den Sieg bangen. In der Ligue 1 kassierte Marseille in neun Spielen bereits 13 Gegentore. In der Europa League sind es bislang sechs Gegentore in drei Spielen.​​​

Prunkstück

Trotz des Abgangs von Aubameyang und Greenwood: Die Offensive von OM ist nach wie vor stark besetzt. Nach Tabellenführer Paris Saint-Germain (21) hat Marseille (20) gemeinsam mit Stade Rennes aktuell die zweitmeisten Tore in der Ligue 1 erzielt. Neben Harit und Gouiri ist im Angriff auch der Brasilianer Igor Paixao dribbel- und abschlussstark. Vor zwei Jahren traf der Linksaußen – damals noch in Reihen von Feyenoord Rotterdam – schon einmal in der Champions League auf die Werkself, die 4:0 gewann. Obwohl die Marseillais derzeit den drittletzten Rang in der Europa-League-Ligaphase einnehmen, zählen sie zu den spielstärksten Teams im Klassement. In puncto Ballbesitz weisen nur Bayer 04 (58 %), Real Sociedad und AZ Alkmaar (jeweils 57,3 %) bessere Werte auf als OM (56,7 %). Auch bei der Passgenauigkeit gehört Olympique mit 87,3 % zu den Top Acht. Jetzt sollen den guten Werten auch Ergebnisse folgen. „Wir werden nach Leverkusen fahren, um das bestmögliche Spiel zu machen und Punkte mitzunehmen“, sagte Genesio vor dem Auftritt in der BayArena.

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