
Peter Bosz vertraute der erfolgreichen Formation der vergangenen Bundesligaspiele und verzichtete auf jede Form der Rotation. Auch die Besetzung auf der Bank war identisch mit jener zuletzt in Mainz. Lars Bender fehlte ebenso wie die beiden Langzeitverletzten Panos Retsos und Joel Pohjanpalo. Julian Baumgartlinger meldete sich nach seinem Nasenbeinbruch mit einer Gesichtsmaske einsatzfähig.
Bayer 04 war hinreichend gewarnt ob der enormen Heimstärke des Gegners, der in den Gruppenspielen auch den fünfmaligen Europa-League-Champion FC Sevilla bezwungen hatte – entsprechend erwartungsvoll auch die Stimmung bei Anpfiff im hypermodernen und futuristisch anmutenden Krasnodar-Stadion bei den russischen Fans. Beide Teams begannen in einer vergleichbaren taktischen 4-3-3-Ausrichtung, und Krasnodar war sofort auf frühes Anlaufen aus, versuchte die Leverkusener schon im Aufbau zu Fehlern zu zwingen. Die erste Chance freilich verbuchten die Gäste, als Bailey Karim Bellarabi im Strafraum frei spielte, dessen Linksschuss jedoch noch von einem Abwehrbein geblockt wurde (7.).
Die Werkself agierte sehr ballsicher und schaffte es so zunehmend, das Geschehen in Krasnodars Hälfte zu verlagern. Schade, dass der aussichtsreiche Konter über Volland und Brandt nicht mit letzter Präzision und Konsequenz ausgespielt wurde (12.). Gut, wie Mitchell Weiser einen vielversprechenden Konteransatz der Russen durch entschlossenes Tackling zunichte machte (16.). Hradecky entschärfte einen tückischen Aufsetzer von Wanderson aus 20 Metern mit etwas Mühe (21.). Nach gutem Zusammen- und Passspiel mit Brandt flog Bellarabis Schuss deutlich drüber (24.). Im Gegenzug ein unnötiger und beinahe teurer Fehlpass von Wendell, Claesson ging allein durch, doch Hradecky ragierte glänzend gegen den Flachschuss aus halbrechtem Winkel.
Eine Erkenntnis der ersten halben Stunde: Umschaltmomente durfte man den Gastgebern tunlichst nicht anbieten. Umgekehrt galt dies indes auch: Nach einer halben Stunde ging's bei der Werkself sehr schnell, der Schlenzer von Bailey mit rechts bereitete Keeper Kritsyuk aber keine größeren Probleme (30.). Wenig später fehlte bei Havertz, der den Ball nach Brandts Vorstoß noch im Sitzen ins Tor zu stochern versuchte, nur eine Fußspitze (31.). Die scharfe Hereingabe von Aránguiz fand in der Mitte keinen Abnehmer (34.). Den mit vollem Risiko abgefeuerten Volleyschuss von Bellarabi vermochte Kapitän Volland nicht zu kontrollieren (37.).
Dann aber Riesenglück für Bayer 04, dass Olsson nach Schnellangriff und Querpass von Wanderson völlig frei vor Hradecky die Führung verpasste – puh, das war ein ganz dickes Ding für Krasnodar (39.). Auf der Gegenseite hatten die Russen reichlich Mühe, eine Hereingabe von Bellarabi zu klären (44.). Das Fazit zur Pause in einem intensiven Duell: Krasnodar besaß die beste Gelegenheit, Bayer 04 mehr Spielanteile.
Die Partie startete nach dem Wechsel sehr rasant. Der stramme Schuss von Pereyra rauschte ebenso knapp am Pfosten vorbei (47.) wie der Versuch von Karim Bellarabi (48.). Kevin Vollands Linksschuss war einen Meter zu hoch angesetzt (55.). Eine Minute später fast die Leverkusener Führung, als Leon Bailey im Strafraum nach innen zog und mit rechts das lange Eck ins Visier nahm, doch Kritsyuk fischte die Kugel gerade noch aus dem bedrohten Eck (56.). Auch bei Julian Brandts Abschluss aus 18 Metern fehlte nicht viel (58.).
Die Werkself, die 12 ihrer 16 Treffer in der Gruppenphase in der zweiten Hälfte erzielt hat, schraubte machtvoll an einem Vorsprung. Bellarabis Linksschuss flog haarscharf am langen Eck vorbei (66.). Bayer 04 jetzt sehr dominant, Welle auf Welle schwappte auf Krasnodars Tor. Doch die Russen setzten einen Nadelstich, Hradecky klärte in höchster Not prächtig mit dem Fuß gegen Claesson, der Nachschuss von Ignatyev ging knapp vorbei (69.).
Peter Bosz nahm seinen ersten Wechsel vor, Lucas Alario ersetzte Bailey (79.). Kurz darauf wurde Sven Bender zum wiederholten Mal hart am Knöchel angegangen und musste angeschlagen raus, Aleksandar Dragovic kam rein (83.). Vollands Kopfball fehlte der nötige Druck (87.). Dann lag der Ball nach einer Ecke von Brandt und Schuss von Alario im Netz, doch Schiedsrichter Massa wollte zuvor ein ahndenswertes Handspiel des Argentiniers gesehen haben und versagte dem Treffer die Anerkennung (88.) – eine durchaus knifflige Entscheidung. Wenig später war Schluss.
Für Bayer 04 geht es in der Bundesliga mit dem 22. Spieltag weiter. Dabei empfängt die Werkself am Sonntag, 17. Februar, um 18 Uhr in der BayArena den rheinischen Nachbarn Fortuna Düsseldorf.
Die Statistik:
FK Krasnodar: Kritsyuk – Petrov, Martynovich, Spajic, Stotsky – Olsson (70. Suleymanov), Kaboré, Pereyra (80. Golubev) – Wanderson, Ignatyev, Claesson
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah. S. Bender (83. Dragovic), Wendell – Havertz, Aránguiz, Brandt – Bellarabi, Volland, Bailey (79. Alario)
Tore: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Davide Massa (Italien)
Gelbe Karten: Pereyra, Suleymanov
Zuschauer: 30.000

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