Presseschau: „Junge Werkself für ihren Mut schwer bestraft“

Die Bayern sind in Deutschland eine fußballerische Klasse für sich. Das bekam die Werkself bei ihrer 2:6-Niederlage am Dienstagabend im Halbfinale des DFB-Pokals zu spüren. In den Medien wird aber auch der couragierte Auftritt von Bayer 04 erwähnt und der große Anteil betont, den Münchens Keeper Sven Ulreich am Sieg des Favoriten in der BayArena besaß. Ein Blick in die Pressestimmen:
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Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt: „Das Finale in Berlin wird also ohne die Leverkusener stattfinden, dafür einmal mehr mit dem FC Bayern, der die junge Werkself für ihren Mut schwer bestrafte. Martinez (3.) und Lewandowski (9.) hatten den Rekordmeister früh in Führung gebracht, Lars Bender traf zwar vor der Halbzeit zum 1:2. Doch nach dem Seitenwechsel ging eine dann auf volle Offensive setzende Leverkusener Mannschaft unter. Thiago Alcántara (60.) sowie dreimal Thomas Müller (52., 64, 78.) sorgten für eine Münchner Gala, Leon Bailey hatte mit einem direkt verwandelten Freistoß in der 72. Minute immerhin ein persönliches Erfolgserlebnis.“

Die Kölnische Rundschau sah es so: „Es war das verheißungsvolle Duell der beiden aktuell aufregendsten Mannschaften, das die 30.210 Zuschauer in seinen Bann zog und die Story dieses sommerlichen 17. April schrieb. Mit einem allerdings einseitigen Ausgang, den die meisten erwartet und einige befürchtet hatten. Die Bayern untermauerten ihren Status als Branchenführer mit einem eindrucksvollen 6:2 (2:1) und zogen verdient ins Endspiel ein...Rasanz und Dominanz der Bayern erdrückten die Leverkusener, die brauchten, um sich zu sortieren. Lars Benders Kopfballtor brachte dann schnell die Hoffnung zurück (16.). Bayer war jetzt dicht dran, hatte durch Sven Bender (31.) und Karim Bellarabi (37.) zwei Gelegenheiten zum Ausgleich. Die Werkself blieb dem Favoriten auf den Fersen und war dem 2:2 direkt nach der Pause bei einer Doppelchance von Volland und Bellarabi (50.) wieder nahe. Es brauchte aber nur zwölf Minuten von nah bis ganz weit weg. Die Bayern bestraften nämlich die mangelnde Chancenverwertung der Hausherren auf brutalste Art und Weise.“

Der Kölner Express ging auch auf das hohe Niveau der vor der Pause sehr engen Partie ein: „Die ,Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin'-Chöre aus dem Gästeblock waren nach der 2:0-Führung noch nicht ganz verstummt, da war die Elf von Heiko Herrlich plötzlich wieder im Spiel. Nach einem Freistoß von Brandt und Chaos in der Bayern-Abwehr hauchte Kapitän Lars Bender Bayer mit seinem Kopfballtreffer neues Leben ein. Ein echtes Spektakel in den ersten 45 Minuten! Es ging hin und her mit Chancen im Minuten-Takt – und alles in einem irren Tempo. Echte Werbung für den Fußball. In Hälfte zwei ließen die Bayern dann so richtig ihre Muskeln spielen.“

Das Urteil in der Westdeutschen Zeitung: „Das 2:0 der Bayern hätte die Einleitung eines ziemlich langweiligen Fußball-Abends sein können, wie es ihn inzwischen so oft in der deutschen Liga gibt, war es dann aber doch nicht, weil Bayer 04 immerhin couragiert antwortete: Lars Bender erzielte per Kopf den Anschluss (16.), und der engagierte Karim Bellarabi zwang den starken Bayern-Torwart Sven Ulreich per Flachschuss zu einer unfassbaren Parade. Trainer Heiko Herrlich setzte nach der Pause auf eine Dreierkette und viel Risiko, brachte zur Pause auch den offensiveren Außenspieler Leon Bailey für den Griechen Panagiotis Retsos, stellte Julian Brandt auf die rechte Seite. Und Leverkusen hatte tatsächlich schnell die Chance zum Ausgleich, Volland und Bellarabi aber scheiterten – und leiteten so den aus Leverkusener Sicht elendigen Lauf der Dinge ein.“

Auch der Kicker stellte in seiner Überschrift die Leistung des Bayern-Torhüters heraus: „Ulreich rettet – und dann dreht Bayern mächtig auf“. Im Text heißt es: „Nach dem 0:2 drohte es schon ein wenig für Bayer dahinzugehen. Die Hausherren wollten ihren Traum von Berlin aber längst noch nicht begraben und schöpften neuen Mut. Mit Erfolg: Nach Brandts Freistoß klärten Hummels und Boateng unzureichend, sodass Lars Bender ins linke Eck einköpfen konnte – 1:2 (16.). In der Folge spielte sich viel zwischen den Strafräumen ab, auch mit teils knackigen Zweikämpfen. Erst in der 37. Minute wurde es wieder richtig brenzlig: Bellarabi ließ mit links einen Kracher von der Strafraumkante los, doch Ulreich tauchte blitzschnell ab und parierte stark. Mit dem Seitenwechsel reagierten beide Trainer: Herrlich holte den vorbelasteten Retsos runter und brachte Bailey. Heynckes ersetzte Alaba durch Rafinha. Die ersten Ausrufezeichen setzte Bayer, doch Volland wurde geblockt und Bellarabi scheiterte am glänzend reagierenden Ulreich (50.).“

In der Rheinischen Post (Onlineausgabe) ist zu lesen: „Als Robert Lewandowski nach einer Hereingabe des auf der linken Seite wirbelnden Routiniers Franck Ribéry kurz darauf das 2:0 erzielte (9.), schienen alle Leverkusener Träume auf das erste Endspiel seit 2009 aus Bayer-Sicht bereits verflogen. Kapitän Lars Bender schenkte den Anhängern von Bayer 04, die ihr Team trotz des Münchner Traumstarts unvermindert anfeuerten, mit seinem Kopfballtor in der 16. Minute neue Hoffnung. Leverkusen war nun besser in der Partie – auch, wenn die altbewährte Flügelzange des FCB um Ribéry und Arjen Robben den Abwehrspielern der jungen Werkself weiter größte Mühen bereitete. Bei Bellarabis Schuss aus der Distanz musste sich Ulreich im Tor des FCB mächtig strecken (37.). Herrlich stellte in der Pause um, brachte Angreifer Bailey für Linksverteidiger Panagiotis Retsos und setzte auf mehr Offensive. Der Start in die zweite Hälfte begann dann auch vielversprechend, doch das 3:1 durch Thomas Müller bremste die Euphorie unter dem Bayer-Kreuz deutlich (52.).“

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