
Dass der FC Bayern erneut Deutscher Meister werden würde, war nur eine Frage des Zeitpunkts. Nun haben die Münchner ihren 35. Titel also mit dem 4:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Sonntagabend eingetütet – bereits vier Spieltage vor Saisonende. Nur in der ersten halben Stunde waren sie noch nicht im Meistermodus. Aber wie so oft in dieser Spielzeit hat sich der FCB auch durch einen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das 0:1 durch Chris Führich drehten die Gastgeber noch in der ersten Hälfte innerhalb von sechs Minuten in ein 3:1. Den Treffern von Raphael Guerreiro, Nicolas Jackson und Alphonso Davies ließ Harry Kane kurz nach dem Seitenwechsel das 4:1 folgen, ehe VfB-Joker Chema für den Endstand sorgte.
Groß gefeiert haben die Bayern den zweiten Titel der Saison noch nicht. Auf den Supercup – den sie gegen Stuttgart gewannen – und die Meisterschaft sollen schließlich möglichst noch zwei weitere Trophäen folgen. Deshalb richtete sich der Fokus schon am Sonntagabend schnell wieder auf die nächste Aufgabe, das DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayer 04. „Das wird sicherlich kein einfaches Spiel“, sagt Bayern-Präsident Herbert Hainer, „aber ich bin relativ optimistisch, dass wir dann nach Berlin fahren“. Keine Frage, wer eine solche Saison spielt, hat allen Grund, voller Selbstvertrauen in den Endspurt zu gehen. Seit 17 Pflichtspielen haben die Bayern nicht mehr verloren. 15 Partien davon haben sie gewonnen, nur gegen den Hamburger SV (2:2) und Bayer 04 (1:1) kamen sie nicht über ein Remis hinaus. Die einzige Bundesliga-Niederlage fügte ihnen der FC Augsburg mit seinem 2:1-Coup in München zu. Ungeschlagen Meister – das schaffte eben bislang doch nur die Werkself.
Für Joshua Kimmich persönlich ist es nun zwar bereits die zehnte Meisterschaft mit den Bayern, aber der 31-Jährige stellte dann doch die Besonderheit dieses Titels heraus: „Es war bisher nicht eine Saison mit Ups und Downs, sondern wir waren sehr konstant. Das ist uns in der Form nicht so oft gelungen in den letzten elf Jahren, auch wenn wir da zehnmal die Meisterschaft geholt haben. So konstant und so souverän wie in diesem Jahr haben wir den Titel selten gewonnen. Deswegen sind wir auch sehr stolz.“ Mit 15 Punkten Vorsprung hat der FCB den Titel geholt. Und auch international sorgt der erfolgreichste deutsche Klub für Furore. Der 4:3-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League gegen Real Madrid vor einer Woche zählt sicher zu den spektakulärsten Fußballspielen dieser Saison. Nach dem 2:1-Erfolg in Madrid gerieten die Bayern in der Allianz Arena dreimal in Rückstand, kamen dreimal zurück und krönten den magischen Abend in der Nachspielzeit mit dem Siegtreffer von Michael Olise. Nun kommt es im Halbfinale Ende April und Anfang Mai zum Duell mit Titelverteidiger Paris Saint-Germain.
Zunächst aber tritt der FC Bayern an diesem Mittwoch in der BayArena an. Zum ersten Mal seit sechs Jahren steht der Rekordmeister wieder in einem DFB-Pokal-Halbfinale. Der Weg dorthin begann mit einem mühsamen 3:2-Last-Minute-Sieg beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. In der 2. Runde folgte ein souveräner 4:1-Erfolg beim 1. FC Köln. Im Achtelfinale mussten die Münchener beim 3:2 beim 1. FC Union Berlin wieder ein hartes Stück Arbeit leisten. Auch die Viertelfinal-Partie zu Hause gegen RB Leipzig blieb lange offen, ehe sich die Bayern mit einem Doppelschlag durch Tore von Harry Kane und Luis Diaz mit 2:0 durchsetzten.
Im Saison-Endspurt muss der FCB auf Serge Gnabry verzichten. Der 30 Jahre alte Offensivspieler hatte sich im Abschlusstraining vor der Partie gegen den VfB Stuttgart verletzt. Wie die Bayern mitteilten, zog sich Gnabry einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel zu und werde „für längere Zeit“ ausfallen. Der deutsche Nationalspieler ist nach Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz der torgefährlichste Spieler des Rekordmeisters. Gnabry traf in 21 Bundesligaspielen achtmal und bereitete sieben weitere Tore vor. In der DFB-Auswahl zählte er ebenfalls zum Stammpersonal, stand zuletzt bei den Testspielen gegen die Schweiz und Ghana als Zehner jeweils in der Startelf. Nun könnte sogar seine Teilnahme an der WM gefährdet sein. „Er fehlt uns extrem – in der Kabine und auf dem Feld“, sagt Kimmich über seinen Freund und Kollegen. „Aber ich hoffe, dass wir das irgendwie aufgefangen bekommen.“ Gegen Stuttgart rückte Jamal Musiala für Gnabry in die Startelf. Und auch in der BayArena dürften die Bayern wieder mit Musiala beginnen.
Verzichten muss Vincent Kompany am Mittwoch neben Gnabry auf seine Mittelfeldspieler Tom Bischof und Lennart Karl. Beide fehlen wegen eines Muskelfaserrisses. Der Bayern-Coach wird gegen die Werkself seine A-Elf aufstellen. Die gegen Stuttgart ganz oder zum Teil geschonten Manuel Neuer, Jonathan Tah, Dayot Upamecano, Aleksandar Pavlovic, Michael Olise und Harry Kane dürften wieder von Beginn an auf dem Platz stehen.
In der Defensive ist der FC Bayern nicht unverwundbar. Das hat unter anderem auch Real Madrid mit seinen drei Treffern in München bewiesen, darunter wieder ein Standardtor – diesmal ein perfekt geschossener direkter Freistoß von Arda Güler. Die Anfälligkeit nach ruhenden Bällen bleibt eine Schwäche der Bayern: Beim 3:2-Sieg in Freiburg hatten die Münchener den zweiten Gegentreffer nach einer Ecke kassiert. Borussia Dortmund und dem FC Arsenal gelangen ebenfalls Tore gegen Neuer und Co. nach Standardsituationen. Auch gegen Mannschaften, die früh stören und auf hohe Ballgewinne aus sind, tut sich der FCB zuweilen schwer. So ging die Werkself beim 1:1 gegen den Rekordmeister am 26. Bundesliga-Spieltag vor fünf Wochen nach einer Balleroberung von Montrell Culbreath in Führung. Der Youngster hatte Luis Diaz in Höhe der Mittellinie die Kugel geklaut und damit den Angriff eingeleitet, den Aleix Garcia zum 1:0 veredelte. Auch im weiteren Verlauf dieser wilden Partie kam Bayer 04 zu mehreren guten Chancen, brachte die Bayern mit schnellem, vertikalem Spiel nach vorne noch einige Male in Bedrängnis.

Die Offensive des FC Bayern sucht ihresgleichen. Den Torrekord aus der legendären Maier-Beckenbauer-Müller-Arä haben die Münchener vor knapp zwei Wochen mit dem 5:0 gegen den FC St. Pauli geknackt. Die bisherige Bestmarke aus der Saison 1971/72 lag bei 101 Treffern. Inzwischen sind die Bayern bei 109 Toren. Und in den kommenden vier Ligaspielen dürften noch einige dazukommen. Mehr als die Hälfte der Treffer geht auf das Konto des Stürmer-Trios Harry Kane (32), Luis Diaz (15) und Michael Olise (12). Alle drei kommen inzwischen jeweils auf über 30 Scorerpunkte, Olise ist mit 21 Assists der beste Vorbereiter der Liga, gefolgt von Luis Diaz (16). Der Torhunger der Bayern ist beeindruckend. Auch bei einer deutlichen Führung schalten sie nie in den Verwaltungsmodus. Bayern-Boss Herbert Hainer schwärmt in den höchsten Tönen vom Meisterteam und Trainer Kompany: „Die Mannschaft ist so dominant, hat aber auch so eine Spielfreude und hört nie auf. Das hat man an vielen Ergebnissen gesehen. Bis zur letzten Minute, selbst wenn wir 5:0 führen, wie zum Beispiel bei St. Pauli, dann wollen die noch das Sechste. Ein ganz großes Kompliment geht natürlich an den Trainer: Vincent Kompany ist ein Glücksgriff.“

Nach acht Jahren im Nachwuchsbereich von Bayer 04 Leverkusen verlässt Benjamin Adam den Werksklub. Der 35-Jährige, der zuletzt die Leverkusener U17 trainierte, übernimmt zur kommenden Saison die U19 des F.C. Hansa Rostock.
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Bayer 04 Leverkusen und Déjà-Vu führen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Die Aperitif-Marke, seit 2024 Partner der Werkself, sorgt somit mindestens bis zum 30. Juni 2028 für erfrischende Drinks in den Hospitality-Bereichen der BayArena. Im Zuge der Vertragsverlängerung wird zur Saison 2026/27 unter anderem die Aperitif-Auswahl in den VIP-Bereichen erweitert.
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