
Die zweite Hauptrunde wird am Sonntag, 20. August, im Rahmen der ARD-Sportschau ab 18 Uhr von Comedian Carolin Kebekus und DFB-U21-Coach Stefan Kuntz ausgelost. "Wir waren dominant und hatten viele Chancen, aber haben es einfach versäumt, schon in der regulären Spielzeit die entscheidenden Tore zu machen", sagte Heiko Herrlich, "es hat ein bisschen Nerven gekostet, aber die Leistung der Mannschaft über 120 Minuten war sehr gut."
Der Bayer 04-Trainer vertraute in seinem ersten Pflichtspiel exakt jener Formation, die er auch ins abschließende Testspiel am vergangenen Samstag gegen Celta Vigo geschickt hatte. Sven Bender und Tah verteidigten innen, der zweite Neuzugang Kohr bildete die Doppelsechs mit Kampl, auf den Flügeln erhielten Bellarabi und Mehmedi das Vertrauen, im Offensivzentrum spielten Havertz und Volland. Dragovic, Baumgartlinger, Aránguiz, Bailey, Brandt und Pohjanpalo saßen auf der Bank, Kießling gehörte nicht zum Kader, Lars Bender und Jedvaj fehlten verletzt.
Es goss aus Kübeln in Karlsruhe, Bedingungen, die eher einem kampfstarken Außenseiter in die Karten spielten. Herrlich hatte einen seriösen Auftritt von den Seinen gefordert – entsprechend fokussiert legte die Werkself im Wildparkstadion los. Gerade mal 80 Sekunden waren absolviert, da hatte Bayer 04 gegen einen überrumpelten KSC bereits das erste Tor auf dem Fuß: Kevin Volland brachte die Kugel zu Karim Bellarabi, der stürmte von der Mittellinie mit Vollspeed auf das gegnerische Tor zu, knallte den Ball aber von der Strafraumgrenze über den Kasten – ein richtig dickes Ding! Nach sechs Minuten schloss Bellarabi flach und mit links ab, der Schuss bedeutete aber kein Problem für KSC-Keeper Uphoff. Bayer 04 war griffig und sofort drin in der Partie. Aber auch dem Gastgeber tat sich eine ausgesprochen gute Möglichkeit auf: Nachdem Schiedsrichter Hartmann einem gelungenen Aufbau der Werkself unfreiwillig im Weg gestanden hatte, kam Zawada im Strafraum zum Abschluss, doch Bernd Leno rettete großartig zur Ecke (13.).
Ein Schlenzer von Kai Havertz nach energischem Ballgewinn von Bellarabi verfehlte sein Ziel (17.). Wenig später setzte Jonathan Tah die Kugel nach Kopfballablage von Sven Bender drüber (18.). Admir Mehmedi setzte sich über links geschickt gleich gegen zwei Gegner durch, verpasste mit seinem Rechtsschuss aufs lange Ecke aber ebenfalls einen erfolgreichen Abschluss (24.). Den Kopfball von Dominik Kohr nach Havertz-Flanke packte sich Torwart Uphoff (26.). Beim Linksschuss von Bellarabi im Strafraum rettete ein Karlsruher Bein zur Ecke (38.). Volland wurde gerade noch geblockt (40.), Mehmedis Versuch mit links ging am kurzen Eck vorbei (44.), auch Kohrs Schuss strich knapp vorbei (45.). Der KSC fightete verbissen, aber Bayer 04 besaß die klare Kontrolle und kam zu reichlich guten Möglichkeiten. 13 Torschüsse der Werkself in der ersten Halbzeit, das 0:0 zur Pause schmeichelte dem Außenseiter gewaltig.
Mit unverändertem Personal ging's in Hälfte zwei. Auch hier von Beginn an das gewohnte Bild: die Werkself im Vorwärtsgang und mit Chancen. Wendells flachen Knaller aufs kurze Eck lenkte Uphoff zur Ecke (50.). Nach 66 Minuten nahm Heiko Herrlich den ersten Austausch vor: Joel Pohjanpalo ersetzte Havertz. Bellarabi kam nach 70 Minuten im Strafraum zu Fall, es gab einen Kontakt, aber keinen Elfmeterpfiff. Unmittelbar danach ein Doppelwechsel auf den Außenbahnen: Julian Brandt und Leon Bailey lösten Bellarabi und Mehmedi ab. Und Bailey sorgte sofort für Gefahr, brachte klasse Kevin Volland in Position, doch der setzte den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß drüber (78.) – wieder nichts aus aussichtsreicher Position.
Auch Julian Brandt fand zu einem Abschluss, sein Flachschuss bedeutete aber kein größeres Problem für Uphoff (84.). Zum Ende der regulären Spielzeit schnürte Bayer 04 den KSC komplett an dessen Strafraum ein, wollte den erlösenden Treffer mit Macht erzwingen. Bei einem Distanzkracher von Dominik Kohr brachte Uphoff gerade soeben noch die Fingerspitzen an den Ball und fischte ihn aus dem Dreieck (89.). Beim dicksten Ding traf „Danger“ Pohjanpalo nach toller Vorarbeit von Bailey über rechts den Ball nicht voll und haute ihn am Pfosten vorbei (90.) – der KSC hing nun komplett in den Seilen, rettete sich aber in die Verlängerung.
Nach drei Minuten der Overtime endlich der längst fällige Lohn und Führungstreffer für die Werkself: Dominik Kohr wuchtete den Ball nach einem Freistoß von Julian Brandt mit dem Kopf hoch ins Netz (93.). Und jetzt setzte Bayer 04 sofort entschlossen nach und den entscheidenden Hieb: Joel Pohjanpalo traf mit dem Außenrist flach aus halbrechter Position zum 2:0 ins Netz (99.). Der effektivste Schütze der vergangenen Bundesliga-Saison machte seinem Ruf mal wieder alle Ehre! Leon Bailey legte mit seinem ersten Tor für Bayer 04 nach feinem Doppelpass mit Brandt den dritten Streich nach (105.). Nun ging auf einmal alles ganz einfach – und Herrlichs Wechsel hatten sich vollauf ausgezahlt.
Danach kam auch Charles Aránguiz als vierter Wechsel in der Verlängerung noch für Volland ins Spiel, um Matchpraxis zu sammeln (106.). Zum Schluss durfte auch Bernd Leno zur Abwechselung mal ran, parierte stark gegen Lorenz (116.). Und Pohjanpalo verpasste gegen Uphoff noch das 4:0 und seinen zweiten Treffer (118.).
Für Bayer 04 geht es mit dem Auftakt in der Bundesliga weiter: Die Werkself eröffnet am Freitag, 18. August, mit ihrem Duell beim Titelverteidiger FC Bayern München die neue Saison. Anstoß in der Allianz-Arena ist um 20.30 Uhr.
Die Statistik:
Karlsruher SC: Uphoff – Camoglu, Stoll, Pisot, Siebeck – Muslija (96. Luibrand), Wanitzek (83. Hofmann), Bülow, Lorenz – Fink (108. Vujinovic), Zawada (71. Schleusener)
Bayer 04: Leno – Henrichs, Tah, S. Bender, Wendell – Kohr, Kampl – Bellarabi (72. Bailey), Mehmedi (72. Brandt) – Havertz (66. Pohjanpalo), Volland (106. Aránguiz)
Tore: 0:1 Kohr (93.), 0:2 Pohjanpalo (99.), 0:3 Bailey (105.)
Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)
Gelbe Karten: Wendell, Henrichs
Zuschauer: 17.073

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