
Das Spiel hätte ungünstiger nicht starten können: Schon in der 6. Minute gingen die Gäste aus Portugal in Führung. Die bessere Mannschaft vor sowie nach dem Rückstand war jedoch das Team von Cheftrainer Xabi Alonso, das sich von der Führung des FC Porto daher unbeeindruckt zeigte und weiterhin Druck machte. In der 16. Minute hätte sich die Werkself dann belohnen und das Spiel schnellstmöglich auf Null stellen können, doch Kerem Demirbay vergab den Elfmeter für Schwarz-Rot. Auch die folgenden guten Möglichkeiten von Mitchel Bakker und Amine Adli sollten nicht von Erfolg gekrönt sein. Adli hatte mit seinem Schuss sogar ins Netz getroffen, doch der Unparteiische István Kovács nahm den Treffer aufgrund eines vorausgegangenen Handspiels von Patrik Schick zurück. So kam es wie es kommen sollte, und die Tore fielen auf Seiten der Portugiesen: Mehdi Taremi schraubte das Ergebnis per Elfmeter-Doppelpack in den Minuten 54 und 64 auf 3:0 aus Sicht der Gäste hoch. Gegen den an diesem Abend eiskalten FC Porto und den schier unüberwindbaren Schlussmann Diogo Costa gab es allerdings kein Vorbeikommen. Die zahlreichen Möglichkeiten von Schwarz-Rot blieben vom Torerfolg ungekrönt, und so stand am Ende ein 0:3 auf der Anzeigetafel.
„In der Höhe unverdient“, bilanzierte Kapitän Lukas Hradecky das Resultat nach Abpfiff. Der Torhüter ergänzte: „Jeder hat am Spielverlauf gesehen, dass das Spiel höchst unglücklich war. Wir haben in dieser Saison einfach die Schwierigkeit, uns die Erfolge am Ende auch zu holen. Fußball ist manchmal gnadenlos und undankbar - so auch heute. Jetzt geht es mit harter Arbeit weiter!“




Xabi Alonso äußerte sich nach seinem Trainer-Einstand in der Königsklasse ebenso und blickte bereits nach vorn: „Wir haben im Spiel gegen den FC Porto gesehen, dass man sich in diesem Wettbewerb keine Fehler in den wichtigen Momenten leisten darf. Wir müssen die Partie jetzt zunächst analysieren, aber danach auch hinter uns lassen und weitermachen. Die Partien gegen Atlético Madrid und den FC Brügge sind Finalspiele, wenn wir noch ins Achtelfinale einziehen wollen.“
Neben Chefcoach Xabi Alonso, der seine Trainerpremiere in der Königsklasse feierte, betrat in der 57. Minute Paulinho das Feld, der damit zu seinem ersten Einsatz in dieser Champions-League-Saison kam. Für Charles Aránguiz war es die erste Partie in der laufenden Königsklassen-Spielzeit, die der Chilene über die komplette Lauflänge absolvierte.
Eine besondere Ehrung erhielt Portos Wendell: Der Ex-Werkelf-Profi wurde am Abend kurz vor dem Aufwärmen der beiden Mannschaften von Fernando Carro, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von Bayer 04, sowie Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes für seine langjährigen Dienste im Dress von Schwarz-Rot geehrt. Der brasilianische Linksverteidiger spielte von 2014 bis 2021 unterm Bayer-Kreuz und kam dabei auf wettbewerbsübergreifend 250 Einsätze. In dieser Zeit konnte Wendell auch sein Debüt in der Champions League sowie der Europa League feiern. Zum Einsatz gekommen ist der 29-Jährige im Rückspiel gegen Bayer 04 allerdings nicht.
Wie bereits beim 4:0-Heimsieg gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Wochenende, gewann Schwarz-Rot auch im Duell mit dem portugiesischen Meister den Statistikvergleich. Belohnen konnte sich der Werksklub dieses Mal jedoch nicht. Mehr als dreimal so viele Torschüsse (17 zu 5), fast doppelt so viele gespielte Pässe (617 zu 346), die bessere Passquote (88% zu 77%) sowie der deutlich überwiegende Ballbesitz-Anteil (65% zu 35%) - die Statistik spricht für sich, das Ergebnis lautet 0:3.




Mit den Worten „Bittere 0:3-Niederlage gegen den FC Porto“, titelte die Rheinische Post nach dem Spiel. Der Kölner Stadt-Anzeiger sprach angesichts des glücklosen Verlaufs der Partie von einem „Abend zum Vergessen“ und sah die Probleme in der „Fehlerhaftigkeit an und in beiden Strafräumen“. Die Bild-Zeitung brachte es wie folgt auf den Punkt: „Elfer-Fiasko lässt Alonso verzweifeln.“
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