
Bereits in Hälfte eins hatte sich Bayer 04 auf einem Level mit den Gunners präsentiert, die Gäste weitestgehend vom eigenen Tor ferngehalten – ein Lattentreffer von Gabriel Martinelli (20.) blieb die einzige gefährliche Aktion der Nord-Londoner – und selbst vielversprechende Vorträge gehabt. Den fleißigen Christian Kofane (7.) und Ibrahim Maza (16.) fehlte jedoch die nötige Präzision. Nach dem Seitenwechsel schlug Schwarz-Rot dann aber in Person von Robert Andrich per Kopf infolge eines Eckballs eiskalt zu (46.). Mit der Führung und der lautstarken Unterstützung der Bayer 04-Fans im Rücken verteidigte die Werkself um den auffälligen Exequiel Palacios weiter diszipliniert und ließ nichts zu – bis Schiedsrichter Umut Meler kurz vor Schluss ein Einsteigen von Malik Tillman im eigenen Strafraum als Vergehen bewertete und auf den Punkt zeigte. Der eingewechselte Rückkehrer Kai Havertz trat an und verwandelte zum 1:1-Endstand (89.).
„Wir haben gegen einen Top-Gegner wirklich gut gespielt und nicht viele Chancen zugelassen“, resümierte Cheftrainer Kasper Hjulmand und fügte hinzu: „Wir haben gut verschoben und es auch mit dem Ball gut gemacht.“ Dennoch empfand der Däne im Nachgang „gemischte Gefühle“: „Wir sind ein bisschen enttäuscht über die letzte Szene, auch weil das für mich kein Elfmeter ist.“
Lob hatte Hjulmand insbesondere für Robert Andrich übrig, der „als sehr erfahrener Spieler nach seiner frühen Gelben Karte ein überragendes Spiel gemacht hat“. Trotz des späten Gegentreffers blickte der 53-Jährige aufgrund der guten Vorstellung seiner Mannschaft „mit viel Hoffnung“ auf das Rückspiel in knapp einer Woche, wo er und sein Team „mit noch einer super Leistung die Möglichkeit zum Weiterkommen“ nutzen wollen.

„Es ist immer etwas Schönes, aber ich hätte lieber den Sieg genommen“, bewertete Kapitän Andrich seine Auszeichnung zum Man of the Match. Wie sein Trainer war auch er dennoch mit dem Auftritt des Teams zufrieden: „Es war eine sehr gute Leistung von uns, wir haben reif gespielt.“ Seinen Treffer kommentierte er kurz und prägnant: „Guter Block, guter Ball von Grima (Alejandro Grimaldo, Anm. d. Red.), guter Laufweg von mir, sehr schönes Tor.“ „Gut vorbereitet“ und „fokussiert“ sah Christian Kofane Bayer 04 an diesem Abend. Zwar war auch der junge Stürmer enttäuscht über den späten Gegentreffer, hoffte aber, „dass die Fans dennoch glücklich sind – wir arbeiten weiter hart für sie“.
„Schmeichelhafter Havertz-Elfmeter kostet Werkself den Sieg“, titelte der kicker und sah eine „hochkonzentrierte Leverkusener Defensive“. Auch die Bild-Zeitung schreibt von einem „diskussionswürdigen Elfmeterpfiff“ bis zu dem Bayer 04 die Führung „gegen die favorisierten Londoner höchst konzentriert und nahezu ohne Probleme“ verteidigt hatte. Die Note 1 gab es für Coach Kasper Hjulmand sowie gleich drei Akteure: Robert Andrich, Edmond Tapsoba und Exequiel Palacios. Das Blatt fasste zusammen: „Die Leverkusener haben heute bewiesen, dass sie mit dem Tabellenführer der Premier League absolut mithalten können und hätten den Sieg am Ende sogar durchaus verdient gehabt.“ Die Rheinische Post sah ebenfalls eine Werkself „in guter Verfassung“ und titelte: „Bayer Leverkusen wahrt alle Chancen fürs Rückspiel“.
Wie schon in den beiden Bundesliga-Duellen zuvor zeigte Christian Kofane auch in der Königsklasse eine überzeugende Leistung. Zwar war er dieses Mal nicht an einem Treffer direkt beteiligt, darf sich aber trotzdem darüber freuen, mit 19 Jahren und 228 Tagen der zweitjüngste Akteur zu sein, der jemals für Bayer 04 in einem K.-o.-Spiel in der Champions League in der Startelf stand – nach Eigengewächs Kai Havertz im Februar 2017 gegen Atlético Madrid (17 Jahre, 255 Tage). Zudem ist Kofane nach Joël Matip (19 Jahre, 191 Tage) der zweitjüngste Kameruner, dem das gelang. Auch Martin Terrier stand zum ersten Mal in dieser dieser Champions-League-Saison in der Anfangsformation.
Sein Kopfball-Treffer kurz nach der Halbzeitpause war erst das zweite UCL-Tor für Robert Andrich, das erste markierte er im September 2022 gegen Atlético Madrid. Den Assist hatte mal wieder Alejandro Grimaldo gegeben – der Spanier war damit in der laufenden Königsklassen-Spielzeit an sieben Treffern direkt beteiligt (vier Tore, drei Vorlagen). Das übertraf im Leverkusener Lager nur Michael Ballack mit neun Scorer-Punkten in der Saison 2001/02.







Im Vorfeld der Partie wurde Kai Havertz, erstmals seit seinem Abgang wieder in der BayArena am Ball, für seinen langjährigen Einsatz unterm Kreuz gewürdigt. Werner Wenning (Vorsitzender des Gesellschafterausschusses), Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, sowie Geschäftsführer Sport Simon Rolfes dankten dem 26-Jährigen. Havertz war als Zehnjähriger zu Bayer 04 gekommen, hatte 2016 den Sprung aus dem Nachwuchs zu den Profis geschafft und in 150 Einsätzen im Werkself-Dress 46 Tore erzielt. Nach seinem Wechsel zum FC Chelsea gewann er 2021 mit den Blues die Champions League und läuft seit 2023 für Arsenal auf.
Mit dem 1:1 ist die Werkself nun seit vier Königsklassen-Partien in Folge ungeschlagen. Außerdem war es das erste Unentschieden in einem UCL-Achtelfinale seit dem 0:0 bei Atlético Madrid in der Saison 2016/17. Die Gäste von der Insel müssen sich dagegen nach acht Siegen in Folge zum ersten Mal in dieser Champions-League-Saison mit einem Remis begnügen und mussten dabei ihren ersten Rückstand dieser Spielzeit hinnehmen.
Spielerisch war Schwarz-Rot den Gunners an diesem Abend mindestens ebenbürtig, was auch ein Blick auf die Statistiken zeigt: Zwar hatten die Nord-Londoner mit 55 Prozent etwas mehr Ballbesitz, in Sachen Abschlüsse (10:6), gewonnene Zweikämpfe (51 Prozent) sowie Passquote (88 Prozent; Arsenal: 87 Prozent) schlägt das Pendel allerdings in Leverkusener Richtung aus.
Ebenso hochkarätig geht es für die Werkself weiter: Am kommenden Samstag, 14. März (Anstoß: 15.30 Uhr), ist der FC Bayern München im Rahmen des 26. Bundesliga-Spieltags in der BayArena zu Gast. Im Anschluss reist Bayer 04 nach London, wo am darauffolgenden Dienstag, 17. März (Anstoß: 21 Uhr deutscher Zeit), das Achtelfinal-Rückspiel beim FC Arsenal steigt.


Wie bereits in den Jahren zuvor wurden im Rahmen der Tandem Young Coach-Ausbildung der Scort Foundation in Kooperation mit der Football Club Social Alliance (FCSA) auch 2026 wieder 22 Teilnehmende zu Fußballtrainern für Menschen mit Behinderung ausgebildet. Mit dabei in Karlsruhe war als langjähriger FCSA-Partnerklub auch Bayer 04. Gemeinsam als Tandem durchliefen Personen mit und ohne Behinderung die Ausbildung und lernten so aus unterschiedlichen Perspektiven voneinander. Nach spannenden und lehrreichen Tagen kehrte auch das Leverkusener Duo mit viel neuem Wissen und einem offiziellen Zertifikat zurück unters Kreuz.
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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die drei Kandidaten für den Titel Bundesliga-„Rookie of the Season“ 2025/26 bekannt gegeben. Zur Wahl steht unter anderem Werkself-Profi Ibrahim Maza. Fans von Bayer 04 können ab sofort und noch bis einschließlich Donnerstag, 7. Mai (23.59 Uhr), in der Bundesliga-App für ihren Favoriten abstimmen.
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Freude und Enttäuschung lagen bei den Nachwuchs-Teams von Bayer 04 an diesem Wochenende nah beieinander: Während die U19 mit einem 1:3 nach Verlängerung gegen den 1. FC Heidenheim 1846 im Achtelfinale aus dem Kampf um die Deutsche Meisterschaft ausschied, eroberte die U14 mit einem 1:0 gegen Borussia Dortmund die Tabellenführung im WDFV Junioren-Nachwuchs-Cup. Bei den Juniorinnen stand den Niederlagen der U19 und U16 der Turniersieg der U13 im belgischen Beveren gegenüber, wo Schwarz-Rot unter anderem den FC Barcelona bezwang. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Nach dem überzeugenden 4:0-Sieg der Bayer 04-Frauen bei der SGS Essen sprechen zwei der Torschützinnen über die souveräne Leistung und den außergewöhnlichen Auswärts-Support der Fans. Doppelpackerin Kristin Kögel und Loreen Bender ordnen den vierten Dreier in Folge ein und blicken auf die letzten beiden Spiele der Saison voraus.
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