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17.02.2026Champions League

Gegner-Update: Olympiakos mit zwei Gesichtern

Auf ein Neues also: Vier Wochen nach dem 2:0-Heimsieg in der Ligaphase der UEFA Champions League empfängt Olympiakos Piräus die Werkself an diesem Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 21 Uhr deutscher Zeit/live bei DAZN und im Werkself Radio), nun zum Hinspiel in den K.-o.-Play-offs ein zweites Mal binnen kurzer Zeit im Stadio Georgios Karaiskakis. Und es dürfte wieder ein hochintensives Duell in feuriger Atmosphäre werden.
Olympiakos Piräus

Olympiakos Piräus zeigt zwei Gesichter in dieser Saison. Mal präsentiert sich die Mannschaft hochkonzentriert, laufstark, clever, bissig in den Zweikämpfen, abgezockt im Abschluss – wie beim 2:0-Sieg gegen die Werkself Mitte Januar. Oder eine Woche darauf beim 2:1-Erfolg in Amsterdam, mit dem sich das Team für die Play-offs in der UEFA Champions League qualifizierte. Ein Sieg, der Klub-Präsident Evangelos Marinakis auf Instagram jubeln ließ: „Eine großartige, couragierte Qualifikation. Eine fantastische Leistung. Leidenschaft, Stärke, das Herz eines Siegers. Wir haben daran geglaubt – und wir haben es geschafft.“ Da war es, das strahlende, das stolze Gesicht des erfolgreichsten Klubs in Griechenland.

In der Liga zuletzt zweimal in Folge ohne Sieg

Aber es gibt in der laufenden Saison auch den weniger glänzenden, manchmal grauen Alltag in der heimischen Super League. In dieser wirkt Olympiakos zuweilen gehemmt, fahrig und zahnlos – wie zuletzt bei der 0:1-Heimniederlage im Stadtderby gegen Panathinaikos Athen oder am vergangenen Wochenende beim 0:0 gegen APO Levadiakos. Dort gelang den Rot-Weißen trotz 45-minütiger Überzahl und zahlreicher Chancen kein Treffer. Von den vergangenen vier Partien in der nationalen Liga gewann Olympiakos nur eine. Derzeit rangiert der Doublesieger der Vorsaison auf Platz zwei hinter Tabellenführer AEK Athen. Natürlich, in der Meisterschaft ist fünf Spieltage vor Beginn der Play-off-Runde der besten vier Teams noch alles drin für den Rekordsieger (48 Titel). Der Rückstand zu AEK beträgt nur zwei Punkte. Der Pokalwettbewerb ist dagegen gelaufen - im Viertelfinale schied Piräus gegen PAOK Thessaloniki aus.

Mendilibar: „Wir müssen konzentrierter sein“

Die Souveränität, die Olympiakos in der Spielzeit 2024/25 ausgezeichnet hat, ist der Mannschaft von Trainer José Luis Mendilibar etwas abhandengekommen. Der 64 Jahre alte Spanier gab nach der Niederlage gegen Panathinaikos zu: „Wenn wir Gegentore kassieren, werden wir nervös, nicht sofort, aber in den folgenden Minuten. Wir müssen konzentrierter sein.“ Nach dem frühen Gegentor in der siebten Minute habe es „an Geduld und Ruhe gefehlt. Die Mannschaft war zu hastig und sehr ungeduldig.“

Wieviel Qualität im Team steckt, hat es in der Ligaphase der Königsklasse nicht nur gegen Bayer 04 bewiesen. Nach fünf Spieltagen war Olympiakos noch ohne Sieg, hatte die PSV Eindhoven aber beim 1:1 am Rande einer Niederlage und auch gegen Real Madrid nur knapp 3:4 verloren. Nach dem 5. Spieltag stand Piräus auf Platz 33. Die letzten drei Partien mussten allesamt gewonnen werden, um noch eine realistische Chance auf die Play-offs zu haben. Und Olympiakos schaffte das kleine Wunder, gewann sowohl die Auswärtsspiele bei Kairat Almaty (1:0) und Ajax Amsterdam (2:1) wie auch das Heimspiel gegen die Werkself vor vier Wochen. Am Ende war man bis auf Rang 18 geklettert, landete damit nur einen Punkt und zwei Plätze hinter Bayer 04. Damit hat sich Olympiakos erstmals nach zwölf Saisons wieder für die K.-o.-Runde der Champions League qualifiziert. Bislang schieden die Griechen bei vier Duellen stets aus.

Im Ligaphasen-Duell kompakt und abgezockt

Im direkten Duell zwischen Piräus und Bayer 04 Mitte Januar hatten die Gastgeber im Stadio Georgios Karaiskakis von Beginn an sehr hoch gepresst. Nach der frühen Führung durch Costinha in der zweiten Minute im Anschluss an eine Ecke hatte Schwarz-Rot in der Folge zwar mehr Ballbesitz und zahlreiche gute Chancen. Aber die Gäste scheiterten auch immer wieder am glänzend aufgelegten Torhüter Konstantinos Tzolakis, während eiskalte Hausherren kurz vor dem Pausenpfiff einen Konter zum 2:0 durch Mehdi Taremi abschlossen. Der 33 Jahre alte Iraner ist mit vier Torbeteiligungen (zwei Treffer, zwei Assists) Olympiakos‘ gefährlichster Stürmer im laufenden Champions-League-Wettbewerb.

Auch im zweiten Durchgang biss sich die Werkself am kompakten Abwehrriegel der Griechen immer wieder die Zähne aus – oder der überragende Tzolakis war zur Stelle. Obwohl am Ende viele statistische Werte für Bayer 04 sprachen (17:6-Torschüsse, 72:28 %-Ballbesitzanteil, 86:65 %-Passquote), gingen die drei Punkte an Olympiakos.

Die Rot-Weißen hatten auch gegen die Werkself wieder einmal ihre Stärken aufblitzen lassen: In der Ligaphase der Champions League übte Piräus sowohl die meisten intensiven Pressingaktionen in der gegnerischen Hälfte (1737) als auch die meisten im Angriffsdrittel (1063) aller Teams aus. Zudem erzwangen sie in ihren acht Spielen die meisten hohen Ballgewinne (90).

Zwei Winter-Neuzugänge

Personell hat der Klub in der Winter-Transferperiode noch zwei neue Spieler verpflichtet: Vom portugiesischen Erstligisten FC Rio Ave kamen die beiden brasilianischen Stürmer Clayton und André Luiz. Die Offensive um Top-Torjäger Ayoub El Kaabi (16 Saisontore), Mehdi Taremi, Gelson Martins, Chiquinho und Daniel Podence dürfte damit noch einmal an Qualität gewonnen haben. Viel Tempo und Torgefahr bringt zudem der Brasilianer Rodinei mit, der gegen Bayer 04 beide Treffer der Gastgeber vorbereitet hatte. In der Defensive sind im Spiel gegen die Werkself neben Torhüter Konstantinos Tzolakis vor allem Kapitän sowie Ex-Leverkusener Panagiotis Retsos und Mittelfeldspieler Santiago Hezze als beste Zweikämpfer und Balleroberer aufgefallen.

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