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19.01.2026Champions League

Gegner-Check: Olympiakos muss gegen die Werkself ohne seinen Fallrückzieher-Star auskommen

Nach seinem ersten Sieg am 6. Spieltag der Ligaphase hat Olympiakos Piräus in der UEFA Champions League durchaus noch gute Chancen, die Play-offs zu erreichen. Beim Heimspiel gegen Bayer 04 an diesem Dienstag, 20. Januar (Anstoß: 21 Uhr dt. Zeit/live bei DAZN und im Werkself-Radio), will der UEFA-Conference-League-Sieger von 2024 nachlegen, muss allerdings auf seinen Torjäger verzichten. Der Gegner-Check.
Trio

Position

Erstmals nach fünf Jahren wieder und zum 20. Mal insgesamt nimmt Olympiakos Piräus an der UEFA Champions League teil. Am vergangenen 6. Spieltag gelang dem mit 48 Meistertiteln und 29 Pokalsiegen erfolgreichsten griechischen Klub der erste Sieg in der Ligaphase. Mit dem 1:0-Erfolg bei Kairat Almaty (Kasachstan) kletterten die Rot-Weißen in der Tabelle auf Rang 29 und dürfen sich nun wieder Hoffnungen auf die Play-offs machen. Mit fünf Punkten hat das Team des spanischen Trainers José Luis Mendilibar nur noch zwei Zähler Rückstand auf den FC Kopenhagen auf Platz 24.

Beim Tabellenletzten in Kasachstan hätte Olympiakos deutlich höher gewinnen können, scheiterte aber immer wieder am starken Almaty-Torhüter Anarbekov. Der patzte dann allerdings doch ein entscheidendes Mal, als er im kurzen Eck einen Schuss von Gelson Martins aus spitzem Winkel passieren ließ. „Wir haben das Spiel dominiert und in jedem Bereich eine solide Leistung gezeigt“, so das Fazit von Mendilibar nach der Partie.

Zuvor hatte sich seine Mannschaft in der Königsklasse mit den Königlichen aus Madrid ein hochintensives Duell geliefert. Vor 32.000 frenetischen Fans im heimischen Stadion Georgios Karaiskakis waren die Gastgeber früh durch Chiquinho in Führung gegangen, dann drehte Kylian Mbappé das Spiel mit einem Hattrick innerhalb von sieben Minuten zugunsten der Madrilenen. Und dennoch blieb Olympiakos im Spiel, verkürzte durch Taremi auf 2:3, musste durch Mbappé das vierte Gegentor schlucken und kam nach dem Anschlusstreffer von El Kaabi ein weiteres Mal zurück. In der Schlussphase boten sich Piräus sogar noch Möglichkeiten zum Ausgleich. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt des Spiels abgeschaltet, konnten zweimal zurückschlagen und hatten bis zur letzten Minute Chancen, noch einen Punkt zu holen“, lobte Mendilibar sein Team, das bereits im Heimspiel zuvor gegen die PSV Eindhoven eine überzeugende Leistung gezeigt hatte. Erst in der Nachspielzeit gelang den Niederländern nach der frühen Führung der Gastgeber durch Gelson Martins das 1:1.

In der griechischen Super League zählt Titelverteidiger Olympiakos auch in der laufenden Saison wieder zu den großen Favoriten. Der Rekordmeister verlor von bisher 16 Spielen nur eines. Ansonsten stehen zwölf Siege und drei Remis zu Buche. Am zurückliegenden Wochenende blieb man spielfrei, die Partie bei Asteras Tripolis wurde verschoben. So rutschte Olympiakos in der Tabelle zumindest vorübergehend von Rang 1 auf Platz 3, musste die Konkurrenten PAOK Thessaloniki und AEK Athen an sich vorbeiziehen lassen. Im nationalen Pokalwettbewerb schied Piräus in der vergangenen Woche im Viertelfinale aus und verlor zu Hause 0:2 gegen PAOK. „Es war keine gute Leistung von uns“, hielt Mendilibar fest. Jetzt komme es darauf an, zu reagieren und gegen Bayer 04 um einen Sieg zu kämpfen, um damit die Hoffnungen auf das Weiterkommen in Europa aufrechtzuerhalten.

Personal

José Luis Mendilibar übernahm Olympiakos im Februar 2024. Der 64-Jährige hatte zuvor 19 Jahre in der ersten spanischen Liga gearbeitet. Er gewann als Trainer mit dem FC Sevilla 2023 die UEFA Europa League. Und auch in Piräus ließen die Erfolge nicht lange auf sich warten. Nur drei Monate nach seinem Amtsantritt holte Mendilibar mit Olympiakos den ersten internationalen Titel für einen griechischen Klub überhaupt – die UEFA Conference League. Im Finale in Athen setzte sich sein Team Ende Mai 2024 durch einen späten Treffer von Ayoub El Kaabi mit 1:0 nach Verlängerung gegen die AC Florenz durch. Ein Jahr später folgten die nächsten Titel, das nationale Double aus Meisterschaft und Pokal. Und auch 2026 begann mit einem Triumph: Im griechischen Super Cup setzten sich die Rot-Weißen mit 3:0 nach Verlängerung gegen OF Iraklion durch.

Mendilibar lässt seine Mannschaft meist im 4-2-3-1 spielen. Vor Torhüter Konstantinos Tzolakis bilden in der Regel Lorenzo Pirola und Panagiotis Retsos die Innenverteidigung. Letzterer hat eine Leverkusener Vergangenheit. Retsos stand zwischen 2017 und Januar 2022 viereinhalb Jahre bei Bayer 04 unter Vertrag, war zwischenzeitlich aber an Sheffield United und AS St.-Étienne ausgeliehen. Für die Werkself bestritt Retsos 43 Pflichtspiele. Im Sommer 2022 ging der 27-Jährige wieder zurück zu seinem Ausbildungsklub Olympiakos, dessen Kapitän er nun seit mehreren Jahren ist.

Viel Erfahrung bringen auch weitere Stammkräfte mit, etwa die beiden portugiesischen Offensivkräfte Chiquinho (30) und Gelson Martins (30). Oder der Spanier Dani Garcia (35), der im defensiven Mittelfeld oft neben dem Olympiakos-Eigengewächs Christos Mouzakitis zum Einsatz kommt. Auch die beiden erfolgreichsten Torschützen im Team, Ayoub El Kaabi (32) und Mehdi Taremi (33), haben bereits viele Stationen im Profifußball hinter sich. Taremi kam im Sommer 2025 von Inter Mailand nach Piräus. Der Iraner hatte zuvor vier Jahre für den FC Porto gespielt und war mit dem Klub 2022 schon einmal in der Königsklasse auf Bayer 04 getroffen. Porto gewann damals in der Gruppenphase beide Partien gegen die Werkself (2:0; 3:0), Taremi zählte mit zwei Toren und zwei Assists in beiden Spielen zu den überragenden Akteuren. Der Marokkaner El Kaabi sorgte zuletzt beim Afrika-Cup in seiner Heimat für Furore: Sowohl im Eröffnungsspiel gegen die Komoren als auch gegen Sambia waren dem Mittelstürmer zwei spektakuläre Fallrückzieher-Tore gelungen. Weil El Kaabi beim Finale am Sonnntagabend erneut in der Startelf von Marokko stand – die Gastgeber verloren nach Verlängerung 0:1 gegen den Senegal –, wird der Olympiakos-Torjäger (12 Ligatore bisher) seiner Mannschaft am Dienstag gegen die Werkself fehlen.

Probleme

Vor allem beim 1:6 in Barcelona und beim 3:4 gegen Real Madrid offenbarte Olympiakos Probleme in der Defensive. Gerade in Eins-gegen-eins-Duellen mit Turbodribblern wie Mbappé, Vinicius Junior oder den Barca-Stars Fermin, Lamine Yamal und Marcus Rashford taten sich die Verteidiger um Kapitän Panagiotis Retsos schwer. Zuletzt, beim Viertelfinal-Aus im nationalen Pokal gegen PAOK Saloniki, fehlte es zudem in der Offensive an Kreativität. „Wir haben uns keine Torchancen herausspielen können“, kritisierte Mendilibar.

Prunkstück

Der Coach setzt auf Pressing-Fußball, seine Forderung: „Der Ball muss schnell in den gegnerischen Strafraum“. Dort fehlt der Mannschaft zwar nun El Kaabi, dennoch stehen in Taremi, dem Ukrainer Roman Yaremchuk und dem Portugiesen Daniel Podence reichlich Spieler zur Verfügung, die mit allen Wassern gewaschen und immer für Tore gut sind. Gleiches gilt für Chiquinho und Gelson Martins. Im heimischen Stadion Georgios Karaiskakis sorgen die Fans von Olympiakos regelmäßig für eine besondere Atmosphäre. Bis zum 3:4 gegen Real Madrid hatte Piräus seit über anderthalb Jahren zu Hause nicht mehr verloren. Auch Bayer 04 hat keine guten Erinnerungen an seinen bisher einzigen internationalen Auftritt bei den Rot-Weißen: In der Saison 2002/03 verlor die Werkself im ersten Champions-League-Gruppenspiel 2:6 bei Olympiakos – das Spiel fand damals allerdings im Rizoupoli-Stadion in Athen statt. Für Piräus blieb es bis heute der höchste Sieg in der Königsklasse.

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