
Es war ein mitreißendes Topspiel, das die Zuschauer am vergangenen Freitag im Parc des Princes zu sehen bekamen. Beim 3:3 zwischen Spitzenreiter Paris Saint-Germain und dem Tabellendritten Racing Straßburg erwischten die Gastgeber den besseren Start. Bei seinem Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause bereitete Desiré Doué den Führungstreffer durch Bradley Barcola vor (6.). Nach dem Ausgleich der Elsässer leitete Doué mit einem Fehlpass den zweiten Treffer der Gäste ein. Straßburg zog zu Beginn der zweiten Hälfte sogar mit 3:1 davon. Goncalo Ramos (58.) per Elfmeter und Senny Mayulu (79.) trafen in dem packenden Duell schließlich noch für den Champions-League-Titelverteidiger. PSG-Trainer Luis Enrique lobte nach dem Spiel die Moral seiner Equipe: „Wir haben es geschafft, einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen, dank unserer Fans, die wie immer hinter uns standen. Es war ein hartes Spiel, am Ende hat die Mannschaft meiner Meinung nach gut gespielt.“ Nach dem zweiten Remis in Folge – zuvor hatte Paris nur ein 1:1 beim OSC Lille geholt – musste PSG seine Tabellenführung in der Ligue 1 an Olympique Marseille abgeben, das seinerseits 6:2 gegen AC Le Havre gewann und nun mit einem Punkt Vorsprung führt. Gegen Marseille musste Paris in der noch jungen Saison bislang auch seine einzige Niederlage hinnehmen, verlor in der südfranzösischen Hafenstadt 0:1. Ansonsten stehen für den Hauptstadtklub fünf Siege und zwei Unentschieden zu Buche.
In die Ligaphase der UEFA Champions League ist PSG mit zwei Siegen gestartet. Dem 4:0 zum Auftakt gegen Atalanta Bergamo folgte Anfang Oktober ein 2:1-Last-Minute-Erfolg beim FC Barcelona. Die Führung der Katalanen hatte Senny Mayulu nach starker Vorarbeit von Linksverteidiger Nuno Mendes noch in der ersten Halbzeit ausgeglichen. Kurz vor dem Abpfiff gelang Mittelstürmer Goncalo Ramos der Lucky Punch für die Gäste im Camp Nou. Dabei hatte Luis Enrique an seiner alten Wirkungsstätte auf zahlreiche Leistungsträger wie Ballon-d’Or-Gewinner Ousmane Dembelé, Kapitän Marquinhos, Mittelfeldspieler Joao Neves und Außenstürmer Khvicha Kvaratskhelia verzichten müssen.
Mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 6:1 rangieren die Parisiens in der Königsklasse aktuell auf Platz drei hinter Tabellenführer FC Bayern München und dem Zweiten Real Madrid. PSG zählt als Titelverteidiger auch in der laufenden Saison zu den Top-Favoriten in der Champions League. Im Mai dieses Jahres hatten sie den Wettbewerb erstmals gewonnen – und das gleich mit dem höchsten Finalsieg in der Geschichte der Königsklasse. In München ließ Paris Inter Mailand beim 5:0 nicht den Hauch einer Chance.
Beim 2:1 in Barcelona musste Luis Enrique seine komplette Sturmreihe ersetzen. Am vergangenen Wochenende konnte Désiré Doué sein Comeback gegen Straßburg geben. Auch der Georgier Khvicha Kvaratskhelia wurde gegen die Elsässer erstmals seit seiner Oberschenkelverletzung wieder eingewechselt. Der 24 Jahre alte Flügelstürmer war im Januar 2025 von der SSC Neapel nach Paris gewechselt. Er könnte am Dienstag in der BayArena wieder ein Kandidat für die Startelf sein.
Ousmane Dembelé, der sich Anfang September bei einem Einsatz für die französische Nationalmannschaft eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte, wird am Dienstag in der BayArena möglicherweise erstmals nach sechs Wochen wieder im PSG-Kader stehen. Der Ex-Dortmunder, der in der Saison 2016/17 für den BVB spielte, dürfte allerdings zunächst auf der Bank Platz nehmen. In der Offensive hat Luis Enrique ohnehin reichlich Optionen. Neben Dembelé, Doué und Kvaratskhelia stehen Bradley Barcola, Goncalo Ramos sowie die beiden jungen Eigengewächse Ibrahim Mbaye (17) und Quentin Ndjantou (18) zur Verfügung. Auch der vielseitig einsetzbare Senny Mayulu und der Südkoreaner Lee Kang-in sind exzellente, torgefährliche Angreifer.
Den Ausfall von Abwehrchef und Kapitän Marquinhos konnte PSG in den vergangenen Spielen gut kompensieren. Der Brasilianer fehlte wegen einer Oberschenkelverletzung. Für ihn rückte zuletzt Neuzugang Ilya Zabarnyi (kam vom Premier-League-Klub AFC Bournemouth) in die Innenverteidigung. Neue Nummer 1 der Parisiens ist seit diesem Sommer Lucas Chevalier. Der 23 Jahre alte Franzose löste Italiens Nationaltorhüter Gianluigi Donnarumma ab, der zu Manchester City wechselte. Bewährte Leistungsträger in der Abwehr sind Rechtsverteidiger Achraf Hakimi, wie Dembelé einst für Borussia Dortmund aktiv, und sein Pendant auf der linken Seiten Nuno Mendes. Beide wurden in die Top Ten des Ballon d’Or gewählt. Ebenso wie Mittelfeld-Stratege Vitinha. Insgesamt stellte PSG inklusive Gewinner Dembelé und dem inzwischen abgewanderten Donnarumma fünf Spieler unter den ersten Zehn bei dieser Wahl – auch dies ein eindrucksvoller Beleg für die außerordentliche Qualität des Kaders. Bekannt aus der Bundesliga sind neben Dembelé und Hakimi die beiden Verteidiger Willian Pacho (2023-2024 bei Eintracht Frankfurt) und Lucas Hernandez, der bis 2023 vier Jahre für den FC Bayern aktiv war.
Nach der Mega-Saison 2024/25 mit vier Titeln hatte die Mannschaft kaum Erholungszeit. Zwischen dem Gewinn der Champions League (31. Mai 2025) und dem ersten Spiel bei der Klub-WM in den USA (15. Juni) lagen nur zwei Wochen. Sieben Partien inklusive Finale (0:3 gegen den FC Chelsea) absolvierte PSG im Rahmen dieses Wettbewerbs, schlug unter anderem im Viertelfinale den FC Bayern 2:0 und im Halbfinale Real Madrid 4:0. Danach gab es wieder nur eine kurze Pause. Es ging weiter mit dem UEFA Super Cup, in dem sich das Enrique-Team nach 0:2-Rückstand gegen Tottenham Hotspur dank einer Energieleistung mit zwei Treffern kurz vor Schluss ins Elfmeterschießen rettete, dieses gewann und damit den ersten Titel der neuen Saison holte. Die hohe Belastung hat zumindest Spuren hinterlassen. Zum Start der aktuellen Spielzeit mühte sich PSG zu zwei Minimalsiegen gegen den FC Nantes und Angers SCO (jeweils 1:0). Beim anschließenden 6:3 in Toulouse war zwar der Torhunger zurück, aber die Defensive offenbarte einige Unsicherheiten. Auch zuletzt beim 3:3 gegen Racing Straßburg zeigte sich die Abwehr fehleranfällig.
Die Offensivpower des französischen Rekordmeisters (13 Titel) sucht ihresgleichen. Ousmane Dembelé, seit 2023 in Paris unter Vertrag, erzielte in zwei Spielzeiten 43 Pflichtspieltore für PSG, bereitete 33 weitere Treffer vor. Sein pfeilschneller Team- und Nationalmannschaftskollege Bradley Barcola kommt im selben Zeitraum auf eine ähnliche Erfolgsbilanz (30 Tore, 32 Assists). Auch Desiré Doué und Khvicha Kvaratskhelia starteten in Paris sofort in ihrem ersten Jahr durch. Rechtsaußen Doué glänzte als Vollstrecker und Vorbereiter gleichermaßen, der Franzose war mit zwei Treffern und einer Vorlage beim 5:0 im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand der überragende Mann auf dem Platz. Der Georgier Khvicha Kvaratskhelia ist ein ähnlich schneller und trickreicher Flügelstürmer. Aber auch Mittelfeldspieler wie Fabián Ruiz, Senny Mayulu und Joao Neves sind extrem torgefährlich. Letzterer erzielte beim 6:3 gegen Toulouse in der Ligue 1 drei Traumtore per Seitfall- und Fallrückzieher sowie mit einem Distanzschuss in den Winkel. Zudem schalten sich die Außenverteidiger Nuno Mendes und Achraf Hakimi immer wieder erfolgreich in die Angriffe ein. Auch ohne Superstar Kylian Mbappé, der im Sommer 2024 zu Real Madrid wechselte, verfügt PSG in der Offensive über eine unglaubliche Qualität. Luis Enrique sah es voraus: Seine Mannschaft werde ohne Mbappé noch besser werden, hatte der Trainer gesagt. Die Zukunft gab ihm recht.


Wie bereits in den Jahren zuvor wurden im Rahmen der Tandem Young Coach-Ausbildung der Scort Foundation in Kooperation mit der Football Club Social Alliance (FCSA) auch 2026 wieder 22 Teilnehmende zu Fußballtrainern für Menschen mit Behinderung ausgebildet. Mit dabei in Karlsruhe war als langjähriger FCSA-Partnerklub auch Bayer 04. Gemeinsam als Tandem durchliefen Personen mit und ohne Behinderung die Ausbildung und lernten so aus unterschiedlichen Perspektiven voneinander. Nach spannenden und lehrreichen Tagen kehrte auch das Leverkusener Duo mit viel neuem Wissen und einem offiziellen Zertifikat zurück unters Kreuz.
Mehr zeigen
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die drei Kandidaten für den Titel Bundesliga-„Rookie of the Season“ 2025/26 bekannt gegeben. Zur Wahl steht unter anderem Werkself-Profi Ibrahim Maza. Fans von Bayer 04 können ab sofort und noch bis einschließlich Donnerstag, 7. Mai (23.59 Uhr), in der Bundesliga-App für ihren Favoriten abstimmen.
Mehr zeigen
Freude und Enttäuschung lagen bei den Nachwuchs-Teams von Bayer 04 an diesem Wochenende nah beieinander: Während die U19 mit einem 1:3 nach Verlängerung gegen den 1. FC Heidenheim 1846 im Achtelfinale aus dem Kampf um die Deutsche Meisterschaft ausschied, eroberte die U14 mit einem 1:0 gegen Borussia Dortmund die Tabellenführung im WDFV Junioren-Nachwuchs-Cup. Bei den Juniorinnen stand den Niederlagen der U19 und U16 der Turniersieg der U13 im belgischen Beveren gegenüber, wo Schwarz-Rot unter anderem den FC Barcelona bezwang. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
Mehr zeigen
Nach dem überzeugenden 4:0-Sieg der Bayer 04-Frauen bei der SGS Essen sprechen zwei der Torschützinnen über die souveräne Leistung und den außergewöhnlichen Auswärts-Support der Fans. Doppelpackerin Kristin Kögel und Loreen Bender ordnen den vierten Dreier in Folge ein und blicken auf die letzten beiden Spiele der Saison voraus.
Mehr zeigen