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10.12.2024Champions League

Gegner-Check: Inter noch immer mit weißer Weste

Italienische Mannschaften sind bekanntermaßen defensivstark. Dass Inter Mailand, der nächste Gegner der Werkself an diesem Dienstag, 10. Dezember (Anstoß: 21 Uhr), in der UEFA Champions League aber in den bisherigen fünf Spielen noch keinen einzigen Gegentreffer kassiert hat, ist dennoch bemerkenswert. Ob Gäste-Torhüter Yann Sommer seinen Kasten auch in der BayArena gegen Florian Wirtz und Co. sauber halten kann? Der Gegner-Check.
Inter Mailand

Position

Pflichtaufgabe erfüllt, Generalprobe gelungen: Inter Mailand gewann am vergangenen Freitag sein Heimspiel in der Serie A gegen Aufsteiger Parma Calcio souverän mit 3:1. Der aktuelle italienische Meister ist gerüstet fürs Champions-League-Duell mit der Werkself. Die Nerazzurri sind aktuell Tabellendritter mit drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Atalanta Bergamo, haben allerdings ein Spiel weniger ausgetragen als dieser. Beim 3:1 gegen Parma am 15. Spieltag wurde Inter seiner Favoritenrolle von Beginn an gerecht. Die Mannschaft von Trainer Simone Inzaghi hatte fast 70 Prozent Ballbesitz und schon vor dem ersten, technisch sehenswerten Treffer von Federico Dimarco (40.) zahlreiche gute Chancen. In der zweiten Hälfte sorgten Nicolo Barella (55.) und Marcus Thuram (67.) relativ schnell für klare Verhältnisse im Giuseppe Meazza. Durch ein Eigentor von Mailands Verteidiger Matteo Darmian (81.) konnte Parma kurz vor Schluss nur noch verkürzen. Inter-Coach Inzaghi war voll des Lobes über sein Team: „Die Jungs waren heute Abend brillant, denn Parma ist wirklich eine gute Mannschaft, vor allem auswärts, denn sie haben nur gegen Napoli verloren. Wir wussten, dass wir gut spielen mussten, und das haben wir getan, ich bin sehr zufrieden.“

Hoch zufrieden darf Inzaghi auch mit dem Auftreten seines Teams in der Champions League sein. Der Klub aus der lombardischen Hauptstadt steht aktuell hinter dem FC Liverpool auf dem zweiten Rang. Die Bilanz bisher: Vier Siege, ein Remis, 13 Punkte, 7:0 Tore. Zuletzt gewannen die Nerazzurri in San Siro gegen RB Leipzig 1:0. Der entscheidende Treffer fiel zwar aus Leipziger Sicht unglücklich, weil Lukeba einen Schuss von Federico Dimarco per Hacke ins eigene Tor abfälschte (40.). Doch der Sieg der Gastgeber hätte durchaus höher ausfallen können. Aber Inter vergab zahlreiche weitere gute Möglichkeiten nach dem Seitenwechsel.

In der Königsklasse hatte die Mannschaft um den Ex-Leverkusener Hakan Calhanoglu zuvor zwei weitere 1:0-Siege gegen den FC Arsenal und bei den BSC Young Boys sowie einen 4:0-Erfolg gegen Roter Stern Belgrad eingefahren. Zum Auftakt war Inter ein leistungsgerechtes 0:0 beim englischen Meister und Pokalsieger Manchester City gelungen. Inzwischen ist Inter Mailand seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage liegt zweieinhalb Monate zurück. Am 22. September verlor der 20-malige italienische Meister das Stadtderby gegen die AC Milan 1:2.

Personal

Simone Inzaghi, der ehemalige Top-Torjäger von Lazio Rom, trat bei Inter im Sommer 2021 die Nachfolge von Antonio Conte an. Unter diesem war der Klub gerade italienischer Meister geworden. Inzaghi konnte zwar den Titel mit Inter nicht verteidigen und wurde in seiner ersten Saison in der Lombardei Zweiter. In seinem zweiten Jahr führte der Ex-Nationalspieler den Klub aber zum ersten Mal seit 2010 wieder ins Champions-League-Finale, in dem Inter gegen Manchester City 0:1 unterlag. Neben der Meisterschaft im vergangenen Jahr gewann Inzaghi mit Inter in den vergangenen drei Jahren zudem zweimal den italienischen Pokal und dreimal den nationalen Superpokal. In der laufenden Saison verfügt der 48-Jährige über einen eingespielten und sehr erfahrenen Kader. Zahlreiche Akteure sind aus der Bundesliga bestens bekannt. Neben Hakan Calhanoglu, der zwischen 2014 und 2017 insgesamt 115 Pflichtspiele für die Werkself absolvierte, sind das Torhüter Yann Sommer (FC Bayern München/Bor. Mönchengladbach), die Verteidiger Benjamin Pavard (FC Bayern) und Yann Bisseck (1. FC Köln), Mittelfeldspieler Henrikh Mkhitaryan (Bor. Dortmund) sowie die Stürmer Marko Arnautovic (Werder Bremen) und Marcus Thuram (Mönchengladbach). Letzterer ist aktuell mit elf Pflichtspieltreffern erfolgreichster Torschütze bei Inter. Sein Sturmpartner Lautaro Martinez kommt bislang auf sechs Treffer. In der vergangenen Saison wurde der argentinische Weltmeister und Nationalmannschaftskollege von Exequiel Palacios mit 24 Treffern Torschützenkönig der Serie A.

In der Defensive setzt Inzaghi auf eine Dreierkette, in der zuletzt der gebürtige Kölner Yann Bisseck, Stefan de Vrij und Alessandro Bastoni verteidigten. Benjamin Pavard fehlt seit einigen Wochen wegen einer Muskelverletzung. Als Schienenspieler dürften Denzel Dumfries und Federico Dimarco in der Startformation auflaufen. Chef im zentralen Mittelfeld ist Hakan Calhanoglu. Der 30 Jahre alte Kapitän der türkischen Nationalmannschaft ist nicht nur Standardspezialist, sondern auch als Zweikämpfer top. Seine 8,7 Balleroberungen pro Partie sind der Höchstwert eines Feldspielers im aktuellen Wettbewerb.

Probleme

Mit Ausnahme des klaren 4:0-Sieges gegen Roter Stern Belgrad erwiesen sich die Nerazzurri bislang als Minimalisten in der Champions League. Nur sieben Treffer erzielte Inter in seinen fünf Spielen. Zwei davon fielen per Elfmeter. Dreimal gewannen Thuram und Co. denkbar knapp mit 1:0. Dabei mangelte es in keiner dieser Partien an weiteren Tormöglichkeiten. Allein bei der Chancenverwertung zeigte das Team Schwächen. In der Serie A sieht das jedoch anders aus. Hier stellt das Inzaghi-Team mit 34 Treffern aktuell den zweitbesten Angriff nach Spitzenreiter Bergamo (38).

Prunkstück

Als einzige Mannschaft unter den 36 Teilnehmern hat Inter bislang noch kein einziges Gegentor in der Ligaphase der Champions League kassiert. Das spricht nicht nur für Torhüter Yann Sommer, der saisonübergreifend in neun seiner zwölf Champions-League-Spiele für Inter ohne Gegentor blieb. Natürlich ist dafür auch eine insgesamt kompakte Defensive verantwortlich. So betonte Sommer nach dem 1:0 gegen Leipzig: „Wir sind immer sehr konzentriert und haben auch gegen starke Gegner wie heute keinen Gegentreffer kassiert. Es ist schön, wieder zu Null gespielt zu haben, aber es war eine Mannschaftsleistung.“ Dass Inter hinten wenig zulässt, liegt eben auch daran, dass das Team enorm ballsicher ist und die Kugel gut zirkulieren lässt. Gleiches gilt freilich auch für die Werkself.

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