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27.01.2026Champions League

Gegner-Check: Das Gelbe U-Boot geht ohne Druck ins Duell mit der Werkself

Für den FC Villarreal wird das Spiel bei Bayer 04 am kommenden Mittwoch, 28. Januar (Anstoß: 21 Uhr/live bei DAZN und im Werkself-Radio), der letzte Auftritt auf internationaler Bühne in dieser Saison sein. Der aktuelle Tabellenvierte aus Spanien ist in der UEFA Champions League noch sieglos und hat mit nur einem Punkt aus den bisherigen sieben Partien keine Chance mehr auf die Play-offs. Der Europa-League-Sieger von 2021 kann in der BayArena also ohne Druck aufspielen und will sich mit einer guten Leistung aus dem Wettbewerb verabschieden. Der Gegner-Check.
Jubel beim FC Villarreal

Position

Der FC Villarreal zeigt in dieser Saison zwei Gesichter: In Spaniens La Liga rangiert der Klub aus der Provinz Castello auf Rang 4 hinter Atletico Madrid, Real Madrid und dem FC Barcelona. In der UEFA Champions League war die Lage bereits vor dem vergangenen 7. Spieltag aussichtslos. Deshalb rotierte Trainer Marcelino gegen Ajax Amsterdam kräftig durch. Selbst bei einem Sieg hätte seine Mannschaft keine Chance mehr auf das Erreichen der Play-offs gehabt. Dennoch war Villarreal bei der 1:2-Heim-Niederlage gegen die Niederländer eine Stunde lang die bessere Mannschaft. Nach der Führung durch Stürmer Tani Oluwaseyi konnte Ajax die Partie jedoch in der letzten halben Stunde noch drehen. Villarreal blieb damit in der Tabelle auf dem vorletzten Platz und neben Kairat Almaty und Slavia Prag die einzige Mannschaft, die noch kein Spiel gewinnen konnte.

Bei seiner fünften Champions-League-Teilnahme holte „das Gelbe U-Boot“, wie der Klub aufgrund seiner gelben Trikots und einer besonderen Verbindung zum Beatles-Song „Yellow Submarine“ genannt wird, seinen einzigen Punkt gegen Juventus Turin (2:2). In den anderen sechs Spielen verloren die Spanier gegen Tottenham Hotspur (0:1), Manchester City (0:2), Pafos FC (0:1), Borussia Dortmund (0:4), den FC Kopenhagen (2:3) und zuletzt eben Ajax Amsterdam.

Ganz anders steht Villarreal in der nationalen La Liga da: Nach 20 Spielen verbucht die Mannschaft um Kapitän Gerard Moreno 13 Siege, zwei Remis und fünf Niederlagen. Mit 41 Punkten liegt der Klub aus dem Osten Spaniens erneut klar auf Champions-League- Kurs. Am vergangenen Wochenende verlor Villarreal allerdings zu Hause im Topspiel gegen Real Madrid durch zwei Tore von Superstar Kylian Mbappé 0:2. Zwar hob Trainer Marcelino die gute Defensivleistung seiner Spieler hervor: „Wir haben es geschafft, dass Real nur wenige Chancen hatte. Wir haben sowohl kollektiv als auch individuell ein gutes Spiel in der Defensive gemacht. Uns fehlt aber das Glück.“ Und doch weiß der 60-Jährige auch, dass sich sein Team aktuell „in einer negativen Phase“ befindet. Zuletzt musste der Europa-League-Gewinner von 2021 drei Niederlagen in Folge hinnehmen. Von den zurückliegenden zehn Pflichtspielen gewann Villarreal nur drei (bei sechs Niederlagen und einem Remis). Unter anderem schieden die Gelben in der Copa del Rey beim Zweitligisten Racing Santander (1:2) aus und verloren in der Liga auch das andere Topspiel gegen den FC Barcelona 0:2 sowie mit demselben Ergebnis gegen Real Betis Sevilla, einen direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze.

Personal

Im finalen Spiel der Ligaphase gegen die Werkself muss Trainer Marcelino auf den gelb-gesperrten Außenverteidiger Santiago Mourino ebenso verzichten wie auf die Innenverteidiger Logan Costa (Kreuzbandriss) und Juan Foyth. Letzterer zog sich beim 0:2 gegen Real einen Achillessehnenriss zu. Der argentinische Nationalspieler, der 2022 gemeinsam mit Bayer 04-Mittelfeldspieler Exequiel Palacios Weltmeister mit der Albiceleste wurde, muss operiert werden. Fehlen wird am Mittwoch zudem Mittelstürmer Pau Cabanes (Kreuzbandriss).

In der Innenverteidigung wurde Foyth gegen Real von Rafa Marin ersetzt, der zuletzt auch in der Champions League an der Seite von Renato Veiga im Abwehrzentrum spielte. Sowohl Marin (Leihspieler von der SSC Neapel) als auch Veiga (Neuzugang vom FC Chelsea) haben sich unter Trainer Marcelino schnell zu Stammkräften entwickelt. Eine zentrale Figur im Spiel der Gelben ist auch Pape Gueye. Der 27 Jahre alte Mittelfeldakteur gewann jüngst mit Senegal den Afrika-Cup und wurde im Finale gegen Marokko mit seinem Traumtor zum 1:0 in der Verlängerung zum spielentscheidenden Mann. Beim FC Villarreal agieren an seiner Seite im Mittelfeld meist Santi Comesana oder Dani Parejo, der mit 36 Jahren der älteste Spieler im Kader ist. Torgefährlichster Mann im Team ist der meist über die linke Außenbahn kommende Alberto Moleiro, der in La Liga auf acht Treffer kommt. In der Königsklasse hat der Spanier allerdings noch nicht eingenetzt.

In der Offensive hat Trainer Marcelino reichlich Auswahl an hoch veranlagten Stürmern. Der Georgier Georges Mikautadze kam im vergangenen Sommer von Olympique Lyon und ist neuer Rekordeinkauf des Klubs. Der Mittelstürmer traf bislang in 24 Pflichtspielen siebenmal für die Gelben. Auch Tani Oluwaseyi, Ayoze Pérez - der in der vergangenen Saison mit 19 Treffern erfolgreichste Torschütze im Team ist aufgrund von Muskelproblemen kurzfristig nicht nach Leverkusen mitgereist - sowie Kapitän Gerard fühlen sich im Sturmzentrum am wohlsten. Der 33 Jahre alte Gerard ist eine Klub-Legende, er spielte bereits in der Jugend für Villarreal und kam 2018 nach Zwischenstationen bei RCD Mallorca und Espanyol Barcelona wieder zurück zum Gelben U-Boot. Aufpassen sollte die Werkself auch auf die rechte Angriffsseite der Spanier, über die oft der Ivorer Nicolas Pepé und der Kanadier Tajon Buchanan vorstoßen.

Probleme

Nur fünf Tore erzielte Villarreal in den bisherigen sieben Spielen der laufenden Champions-League-Saison. Lediglich der zypriotische Klub Pafos FC und Slavia Prag trafen noch jeweils einmal weniger. In vier von sieben Spielen stand bei den Spaniern vorne die Null. Gute Möglichkeiten hatten sie sich in fast allen Partien erarbeitet, aber bei der Chancenverwertung weist Villarreal mit 4,8 Prozent in der Königsklasse den zweitschwächsten Wert nach Slavia Prag auf.

Prunkstück

Die Torflaute der Spanier in der Champions League überrascht angesichts der qualitativ sehr gut besetzten Offensive. In der vergangenen Saison stellte Villarreal hinter Meister Barca (102) und Real Madrid (78) mit 71 Toren nicht nur den drittbesten Angriff in der spanischen Liga, sondern damit noch einen neuen Vereinsrekord auf. Und auch in der laufenden Spielzeit haben die Gelben mit aktuell 37 Toren aus 20 Spielen nach dem katalanischen Tabellenführer, Real und Atletico die meisten Treffer erzielt. Trainer Marcelino, der zwischen 2013 und 2016 bereits einmal bei Villarreal im Amt war, übernahm den Traditionsverein Ende 2023 erneut und sorgt seitdem für viel Konstanz und eine gute Balance. Denn auch die Defensive zählt mit 21 Gegentoren aktuell zu den besten in der Liga. Nur die beiden Klubs aus Madrid (jeweils 17) haben weniger Treffer kassiert.

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