
Mit 4:2 bezwang der FC Brügge am Samstagabend den Tabellen-14. KV Oostende. Das Team von Trainer Carl Hoefkens hatte es sich dabei nach einer 2:0-Pausenführung durch Kapitän Hans Vanaken und Torjäger Ferran Jutgla selbst noch einmal schwer gemacht. Erst verschoss Jutgla einen Elfmeter, dann konnte Oostende innerhalb von acht Minuten ausgleichen. Bei beiden Gegentreffern agierte der ehemalige Herthaner Dedryck Boyata unglücklich. Ein Fehlpass des 31-Jährigen am eigenen Strafraum führte zum Anschlusstor, wenig später verursachte er auch den Strafstoß, den Oostende zum Ausgleich nutzte.
„Aber danach hat die Mannschaft phänomenal reagiert“, lobte Chefcoach Carl Hoefkens. Der hatte sich nach dem 2:2 gefragt, ob sein Team „bezüglich mentaler Belastbarkeit und körperlicher Erschöpfung“ noch einmal würde zulegen können. Konnte es. Casper Nielsen (per Nachschuss nach einem von ihm selbst geschossenen und erneut zunächst abgewehrten Elfmeter) sowie ein Eigentor des Gegners ließen den FC Brügge am Ende als 4:2-Sieger vom Platz gehen. „Das ist die Reaktion, die du sehen willst, selbst wenn du müde bist“, sagte Hoefkens. In der Jupiler Pro League stehen die Blau-Schwarzen nach 15 Spieltagen damit weiterhin auf Platz drei hinter Royal Antwerp und dem Tabellenführer KRC Genk.
Noch besser lief es bis zum 5. Spieltag der Gruppenphase in der Champions League für den belgischen Traditionsklub. Drei Siege, ein Remis und kein einziges Gegentor – so lautete die Bilanz nach vier Partien. Dann kam der FC Porto ins Jan Breydelstadion, den man auswärts 4:0 bezwungen hatte. Am 5. Spieltag aber erwischte der FC Brügge einen rabenschwarzen Abend vor heimischem Publikum. Gleich vier Treffer schenkte ihnen der FC Porto bei seiner gelungenen Revanche ein. Und damit waren die Gastgeber noch gut bedient. Aus dem erhofften vorzeitigen Gruppensieg wurde erst einmal nichts.
Dabei hätte Brügge der Partie nach dem 0:1-Rückstand durchaus noch eine Wende geben können. Aber ähnlich wie im Duell mit Bayer 04, als Patrik Schick vom Elfmeterpunkt an ihm gescheitert war, erwies sich Portos Torhüter Diogo Costa auch gegen Brügge als großer Spielverderber und hielt gleich zwei Elfmeter hintereinander. Erst parierte er den Schuss von Hans Vanaken. Weil jedoch Portos Spieler zu früh in den Strafraum gelaufen waren, wurde der Strafstoß wiederholt. Und auch beim zweiten Versuch von Noa Lang blieb Costa Sieger und bewahrte sein Team vor dem Ausgleich (51.). Sechs Minuten später erzielte Porto das 2:0 durch Evanilson. Und nach 70 Minuten waren die Gäste auf 4:0 davongezogen. „Es war ganz sicher nicht unser Abend heute“, sagte Brügges Torhüter Simon Mignolet nach der deutlichen Niederlage. „In solchen Topspielen kommt es auf Details an.“ Mannschaftskollege Caspar Nielsen ergänzte: „Sie haben kleine Fehler von uns eiskalt ausgenutzt, aber es hätte anders laufen können, wenn wir diesen Elfmeter verwandelt hätten.“
Apropos Elfmeter: Die scheinen – ähnlich wie bei der Werkself – auch beim FC Brügge zu einem kleinen Kopf-Problem zu werden. „Jetzt ist mehr Druck auf dem nächsten Elfmeterschützen, daran werden wir im Training arbeiten müssen“, sagte Hoefkens.
Der Trainer muss in Leverkusen gleich auf drei Stammkräfte verzichten. Sowohl Denis Odoi als auch Raphael Onyedika und Abakar Sylla, der beim 1:0-Sieg gegen Bayer 04 das Tor erzielt hatte, stehen jeweils wegen Gelbsperren nicht zur Verfügung. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Stürmer Andreas Skov Olsen. Der Däne fehlte zuletzt gegen Oostende wegen einer Hüftprellung. „Aber unser Kader ist groß genug, um damit fertig zu werden“, ist Torhüter Simon Mignolet überzeugt. „Und wir wollen unsere Gruppe unbedingt gewinnen.“

Nach dem Wintereinbruch der letzten Wochen wurden alle geplanten Partien der Nachwuchs-Teams im Freien abgesagt. Die meisten Mannschaften waren jedoch ohnehin in der Halle aktiv – und das äußerst erfolgreich: Sowohl die U13 als auch die U16-Juniorinnen gewannen ihre Turniere in Wermelskirchen und auf Schalke. Die U19 landete beim hochkarätigen Mercedes-Benz Junior Cup auf Rang 5 und für die U15 stand beim ebenfalls stark besetzten Pape-Cup in Magdeburg am Ende Platz vier zu Buche – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Enge Tribünen, kleines Feld, laute Fans: Am vergangenen Wochenende trat die U19 von Bayer 04 im Sindelfinger Glaspalast auf dem renommierten Mercedes-Benz Junior Cup 2026 an, der seit über 30 Jahren Topklubs aus dem In- und Ausland anzieht. Über zwei Turniertage duellierte sich der älteste Nachwuchs-Jahrgang des Werksklubs, feierte dabei Siege unter anderem gegen den 1. FC Köln und den FC Bayern München. Am Ende stand der 5. Platz zu Buche. Simone Cannizzaro aus der Leverkusener U17 wurde seinerseits als bester Torschütze des Turniers ausgezeichnet.
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Bayer 04-Fans aufgepasst: Beim Heimspiel in der UEFA Champions League gegen den FC Villarreal am 28. Januar (Anstoß: 21 Uhr) haben Werkself-Anhänger die Möglichkeit, das Spiel aus einer anderen Perspektive zu verfolgen. Aufgrund zurückgegebener Kontingente des Gastklubs wird der Auswärts-Stehblock zum Heimbereich. Tickets sind seit Montag, 12. Januar, für Jedermann erhältlich. Alle Infos.
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Es war ein gebrauchter Samstagabend. Die Werkself unterlag zum Start ins neue Jahr am 16. Bundesliga-Spieltag 2025/26 gegen den VfB Stuttgart 1:4. Ein Ergebnis, das bei Spielern wie Fans gleichermaßen für enttäuschte Gesichter sorgte. „Wir haben ohne Leidenschaft gespielt“, stellte etwa Alejandro Grimaldo im Anschluss ehrlich fest. Mitspieler Jarell Quansah zeigte sich noch selbstkritischer, betonte: „Wir waren Meilen von einer guten Leistung entfernt. Vor allem vor unseren Fans hier im eigenen Stadion kannst du so eine Leistung nicht zeigen. Da müssen wir uns, um ehrlich zu sein, entschuldigen.“ Alle Aussagen sowie Zahlen und Fakten zum Duell mit dem VfB Stuttgart liefert der Werkself Nachdreher.
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