
Und so drehte Atlético Madrid im Heimspiel gegen Celta Vigo unter den Augen des aufmerksamen Tribünenbesuchers Roger Schmidt einen 1:2-Rückstand in den letzten vier Minuten nach tollen Toren von Carrasco und Griezmann noch in einen 3:2-Sieg – und Trainer Diego Simeone wusste sich an der Linie gar nicht mehr zu halten vor Begeisterung. Am Samstag machte Atlético ebenfalls in der Schlussphase alles klar und aus einem 1:1 noch ein 4:1 in Gijon. Dabei gelang dem eingewechselten Kevin Gameiro ein Hattrick innerhalb von fünf Minuten (80./82./85.). Der Gegner im Check:
Den Sprung ins Achtelfinale der Königsklasse schafften die Madrilenen völlig erwartungsgemäß. Dass sie dabei schon vor dem letzten Spieltag mit fünf Siegen am Stück als Gruppenerster den FC Bayern hinter sich gelassen haben, war hingegen keineswegs selbstverständlich, zeigt aber, dass für die Rojiblancos, Champions-League-Finalist von 2014 und 2016, offenbar auch in dieser Saison auf höchstem europäischem Parkett alles möglich ist. In der Primera Division beendete das Team das vergangene Jahr nur auf Platz sechs, inzwischen rangiert es nach fünf Siegen und zwei Remis aus den ersten sieben Begegnungen in 2017 auf Position vier, vier Zähler hinter dem Dritten FC Sevilla.
Das ist in weiten Zügen eingespielt und voller Qualität, und mit vielen Atlético-Profis hatte es die Werkself bereits im Achtelfinale vor zwei Jahren zu tun: die Torhüter Oblak und Moya, Juanfran, Gimenez, Godin, Gabi, Saul Niguez, Koke, Torres, Griezmann – lauter alte Bekannte. In allen Mannschaftsteilen gab's aber auch noch mal Blutauffrischung und Verstärkung in den vergangenen beiden Jahren. In der Abwehr kamen der brasilianische Linksverteidiger Filipe Luis vom FC Chelsea und Stefan Savic aus Florenz hinzu, im Mittelfeld der hochveranlagte belgische Zehner Yannick Carrasco von AS Monaco oder im Angriff der Argentinier Nicolas Gaitan (Benfica Lissabon) und der Franzose Kevin Gameiro vom FC Sevilla – allesamt ausgewiesene Könner!
Wer zweimal in den vergangenen drei Jahren im Finale der Champions League steht und dabei Gegner wie Barca oder Bayern ausschaltet, dem ist prinzipiell alles zuzutrauen. Zumal Atlético beide Male schon eine Hand am Henkelpott hatte, 2014 erst durch ein Last-Minute-Gegentor von Ramos in die Verlängerung musste und im vergangenen Jahr sogar erst im Elfmeterschießen an Real Madrid scheiterte. Unter Diego Simeone wurden die Rojiblancos schon Meister (2014), Pokalsieger (2013) und Europa-League-Gewinner (2012). Jetzt ist alles auf einen Triumph in der Königsklasse ausgelegt. „Die Champions League ist der Traum aller hier bei Alético“, sagt Abwehrchef Diego Godin. Dafür nehmen sie in dieser Saison erneut Anlauf.
Ganz ohne Nebengeräusche ging's nicht ab für Atlético in dieser Spielzeit, auch wenn international von Beginn an alles in Butter war. Die Kampf- und Mentalitätsmonster aus Madrid bekamen von Simeone einen weniger kraftraubenden Stil verordnet, agierten mehr über den Ballbesitz und längere Pass-Stafetten. Das wirkte ökonomisch sinnvoll und brachte auch attraktiven Fußball, die alte Effektivität wollte sich indes manches Mal in der Liga nicht einstellen. Mit Beginn des neuen Jahres folgte die Modifizierung zurück zu den Wurzeln. „Die Leute mögen es zwar, wenn wir schön spielen, aber sie mögen es noch mehr, wenn wir gewinnen. Ab jetzt zählt für uns nur noch der Sieg", sagte Kapitän Gabi (33), einer aus der ganz erfahrenen Gilde Atléticos wie auch Godin (31), Juanfran (32), Filipe Luis (31) oder Torres (32). Im Angriff hatte der überragende Franzose Antoine Griezmann in der Liga gefühlt eine ewig lange Flaute von 837 Minuten ohne Treffer. Mittlerweile netzt er aber wieder in gewohnter Verlässlichkeit.
Atlético geht sicherlich als Favorit in die Runde der letzten 16 Teams gegen Bayer 04. Das Team ist stabil, für jeden Gegner extrem unangenehm und auf höchstem Niveau jederzeit wehrhaft. „Atlético hat sich seit unseren Duellen vor zwei Jahren noch mal verbessert und gehört in allen Belangen zu Europas Spitze“, sagt Stefan Kießling voller Hochachtung über den Gegner. Auf der anderen Seite steht eine Werkself, die sich in dieser Saison erstmals ohne Niederlage für ein Achtelfinale qualifiziert hat und gewiss nicht chancenlos ist. Dass das Rückspiel am 15. März im brodelnden Estádio Vicente Calderón an die Leverkusener ganz besondere Herausforderungen in punkto Nervenstabilität und Stressresistenz stellen wird, steht aber außer Frage.
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1996 konnte Bayer 04 mit Peter Hermann den Abstieg gerade noch so abwenden. Was folgte, war ein Trainerwechsel, der für Hermann zur Geduldsprobe werden sollte. Bis er unter Berti Vogts und Klaus Toppmöller mit dem Klub zu neuen Höhenflügen ansetzte: das Vize-Triple und das Finale der UEFA Champions League. Doch es sollte turbulent bleiben, denn nach der Übersaison folgte der erneute Fast-Absturz – und für den stets Bayer 04-loyalen Peter Hermann deutete sich der erste Klub-Wechsel an. Folge 3 beleuchtet Hermanns Jahre zwischen den Trainern Christoph Daum, Berti Vogts und Klaus Toppmöller.
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Mit sieben Zählern steht der 1. FSV Mainz 05 aktuell punktgleich mit dem sechstplatzierten Bayer 04 auf Rang sieben. Beim direkten Duell am heutigen Samstag, 10. Oktober (Anstoß: 15.30 Uhr/live bei RTL und Sky sowie im Werkself-Radio), muss die Werkself vor allem auf ein treffsicheres Offensiv-Duo der Rheinhessen aufpassen. Für kurzentschlossene Leverkusener Fans gibt es vor Ort an der Tageskasse noch Resttickets. Wer Schwarz-Rot dagegen von zu Hause aus verfolgt, hat die Wahl: RTL überträgt das Spiel im Free-TV, im Werkself-Radio gibt es zudem die Expertise des ehemaligen Bayer 04-Profis Falko Götz aufs Ohr. Die Kurzpässe.
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Zurück aus der Länderspielpause: Am Samstag, 10. Oktober (Anstoß: 15.30 Uhr), gastiert die Werkself beim 1. FSV Mainz 05. Vor dem Duell in der MEWA ARENA gegen den Tabellensechsten sprach Cheftrainer Carles Martínez unter anderem über die Arbeit in der ungewohnt langen Abstellungsperiode. Außerdem äußerte sich der Spanier auf Nachfrage zu einigen Personalien, darunter Ibrahim Maza.
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Vor 17 Jahren feierte die Werkself ihren ersten Sieg in Mainz. Zu den überragenden Akteuren an diesem Nachmittag zählten Torwart René Adler, der das Team lange im Spiel hielt, bevor Bernd Schneider aufdrehte und schließlich mit einem Treffer per direktem Freistoß den 3:1-Erfolg perfekt machte...
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