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24.11.2024Bundesliga

Werkself Nachdreher zu #B04FCH: Die Bayer-Tugenden an den Tag gelegt

Es war eine bemerkenswerte Aufholjagd, die die Werkself im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim 1846 gezeigt hat. Nach zwei frühen Gegentoren gelang noch vor der Pause der Ausgleich. In Hälfte zwei zeigte der Deutsche Meister und Pokalsieger dann „das, was uns in den vergangenen 18 Monaten so stark gemacht hat: nie aufgeben und immer an sich glauben“, wie es einer der Torschützen des Tages treffend formulierte. Der Werkself Nachdreher.
Jubel nach Abpfiff

Zusammenfassung: Trotz Rückstand nie aufgesteckt

Mit zwei Neuen in der Startelf im Vergleich zum 1:1-Remis in Bochum vor der Länderspielpause begann Bayer 04 dominant, musste jedoch zwei frühe Rückschläge hinnehmen: Niklas Dorsch (10.) und Mathias Honsak (21.) waren für den FCH erfolgreich. Die Werkself steckte aber keinesfalls auf und münzte ihre spielerische Überlegenheit per Doppelschlag in nur zwei Minuten in Tore um: Exequiel Palacios aus der Drehung (30.) und Patrik Schick per sehenswertem Heber (32.) egalisierten. Mit dem 2:2 ging es in die Kabinen, kurz zuvor hatte Nathan Tella noch den angeschlagenen Jeremie Frimpong ersetzt. Nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff traf Schick dann ein zweites Mal an diesem Nachmittag (52.) - Ergebnis gedreht! Es folgten Tor Nummer drei und damit der Hattrick des Tschechen (71.) sowie der fünfte Leverkusener Streich durch Granit Xhaka (82.) zum 5:2-Endstand. Den ausführlichen Spielbericht gibt es HIER.

Stimmen: „Nie aufgeben und immer an sich glauben“

Cheftrainer Xabi Alonso fasste das Geschehen nach Abpfiff so zusammen: „Die erste Halbzeit war hart für uns, sowohl fußballerisch als auch vom Kopf her. Heidenheim hat uns im Mittelfeld viel Stress beschert und eine gute Manndeckung geleistet. Das erste Tor von Pala war daher sehr wichtig, um die Hoffnung zurückzubekommen. Durch den Ausgleich konnten wir dann auch etwas entspannter in die zweite Halbzeit starten. Wir hatten mehr Stabilität und waren auch vom Kopf her besser drin. Es war ein Spiel, in dem viel passiert ist, und wir vieles korrigieren mussten, um den Sieg einzufahren. Aber am Ende haben wir die drei Punkte.“

Dreifach-Torschütze Patrik Schick sagte im Anschluss: „Ein Sieg mit Hattrick - besser geht's nicht. Zum Glück haben wir den Ausgleich noch vor der Halbzeit geschafft, die zweite Hälfte war dann nahezu perfekt von uns. Daran wollen wir anknüpfen in den nächsten Wochen.“ Arthur, Vorlagengeber für Schicks dritten Treffer des Tages, betonte seinerseits: „Es war ein besonderes Spiel für mich. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und freue mich sehr über den Heimsieg. Meine Familie und Freunde waren da, das macht es umso schöner!“

Florian Wirtz

Granit Xhaka kündigte mit seinem Torjubel nach dem 5:2 an, dass er zum dritten Mal Nachwuchs erwartet. Der Schweizer im Anschluss an den Heimsieg: „Es war am Ende eine sehr gute Mannschaftsleistung, auch wenn wir uns den Start ins Spiel natürlich ganz anders vorgestellt haben. Heute haben wir wieder das gezeigt, was uns in den vergangenen 18 Monaten, seitdem ich hier bin, so stark gemacht hat: nie aufgeben und immer an sich glauben.“

Presseschau: „Viel von dem Bayer 04 der Vorsaison“

Der kicker titelte „Erst Doppelschlag, dann Dreierpack: Bayer dreht Spiel gegen Heidenheim“, die Bild am Sonntag „Erst Horror, dann Schick“. Zudem gehörten Edmond Tapsoba, Exequiel Palacios und Patrik Schick zur BamS-„Elf des Tages“. In der Rheinischen Post hieß es unter anderem: „Bayer wirkte zunächst ratlos. [...] Nach dem Seitenwechsel spielte Leverkusen seine Qualitäten dann immer besser aus. [...]“

Der Kölner Stadt-Anzeiger sah ein „Aufbäumen“ der Werkself. Und weiter: „Nach dem Wiederanpfiff sah man dann wieder viel von dem Bayer 04 der Vorsaison: viel Ballkontrolle, zielstrebige Angriffe und konsequente Verteidigung.“ So lautete das Fazit des Blatts: „Dieses Spiel noch zu drehen, war enorm wichtig für den Doublesieger, sonst hätte er sich in einer ernsten sportlichen Krise befunden. Doch es ist ein Zeichen von Stärke einer Mannschaft, diese ersten 25 Minuten vergessen zu machen. Dennoch muss Xabi Alonso mit seinem Team den verschlafenen Start aufarbeiten. Das Selbstbewusstsein dürfte aber gestiegen sein. Das ist von Bedeutung für die sieben Spiele vor Weihnachten.“

Personal: Schick auf den Spuren von Kirsten

Die zentrale Personalie der Partie war natürlich Patrik Schick, der erstmals seit Mai wieder in zwei Bundesligaspielen in Folge erfolgreich war. Sein Dreierpack gegen Heidenheim war zudem bereits sein dritter Hattrick für Bayer 04 in der Bundesliga - häufiger gelang dies im Leverkusener Trikot nur Ulf Kirsten (7). Cheftrainer Xabi Alonso sagte über den Tschechen auf Nachfrage: Wir haben wieder einmal Patriks große Qualität gezeigt bekommen - vor allem sein zweites Tor war top!“

Patrik Schick beim 2:2

Ebenfalls erfreulich: Arthur stand erstmals seit Ende August wieder in der Bundesliga auf dem Platz und wusste zu überzeugen - unter anderem als Vorlagengeber beim zwischenzeitlichen 4:2 von Schick. Außerdem stand U19-Mittelstürmer Artem Stepanov zum ersten Mal in der Bundesliga und zum zweiten Mal überhaupt nach dem DFB-Pokal-Erstrundenduell in Jena (1:0) im Profi-Aufgebot.

Statistik: Fast 80 Prozent Ballbesitz und Rekord-Passanzahl

Unter Xabi Alonso kassierte Bayer 04 nie zuvor in einem Pflichtspiel so schnell zwei Gegentore wie gegen den FCH (21 Minuten). Aber: Die Werkself zeigte Nehmerqualitäten und schlug zurück! Nach den Treffern von Exequiel Palacios und Patrik Schick stehen nun schon 16 Tore vor dem Pausenpfiff zu Buche - mehr als bei jedem anderen Bundesligisten. Überhaupt holte die Werkself in der laufenden Bundesligasaison bereits neun Punkte nach Rückstand – so viele wie kein anderes Team! Erstmals seit April 2016 drehten die Leverkusener zudem in der Bundesliga einen 0:2-Rückstand noch in einen Sieg (damals 3:2 beim FC Schalke 04).

In der Spielstatistik hatte Bayer 04 unterdessen deutlich die Nase vorn: 20:6-Torschüsse, 79 Prozent Ballbesitz und eine deutlich bessere Passquote (91 zu 72 Prozent) sprechen Bände. Zudem spielte die Werkself bemerkenswerte 947 Pässe - Liga-Höchstwert für ein Team in der laufenden Bundesligasaison. Einzig in der Zweikampfquote wies der FCH einen besseren Wert auf (55 Prozent).

Ausblick: Volles Programm bis Weihnachten

Weiter geht es für die Werkself mit gleich drei Englischen Wochen in Folge. Bereits am kommenden Dienstag, 26. November (Anstoß: 21 Uhr), gastiert der FC Salzburg zum 5. Spieltag der Ligaphase der UEFA Champions League 2024/25 in der BayArena. Es folgen zwei Auswärtsduelle beim 1. FC Union Berlin (Samstag, 30. November, 15.30 Uhr) und beim FC Bayern München (Dienstag, 3. Dezember, 20.45 Uhr) im DFB-Pokal-Achtelfinale. Die weiteren Gegner vor dem Jahreswechsel heißen FC St. Pauli, Inter Mailand, FC Augsburg und SC Freiburg.

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