Zurück zur Übersicht
28.02.2018Bundesliga

Gegnercheck: Wolfsburger Wende mit Labbadia?

„Zurück in die Erfolgsspur“ lautet das Motto für die Werkself, wenn es am Samstag (3. März, 15.30 Uhr) zum VfL Wolfsburg geht. Der Gegner dürfte für das Aufeinandertreffen die gleiche Devise gewählt haben, wobei die Lage bei den Niedersachsen ungleich prekärer ist. Die Hoffnungen ruhen dabei auf einem, der in Leverkusen kein Unbekannter ist. Rettet Bruno Labbadia nun den VfL Wolfsburg? Der Gegnercheck vor seinem Heimdebüt.
Labbadia_imago32717198h.jpg

Position

Neuer Trainer, altes Bild: Auch beim ersten Spiel der Wölfe unter Bruno Labbadia stand am Ende der Partie gegen den FSV Mainz 05 ein Remis, bereits zum 13. Mal in der laufenden Saison – einsame Ligaspitze. Labbadias Vorgänger Martin Schmidt hatte ganze 11 seiner nur 19 Bundesligaspiele als VfL-Coach unentschieden gespielt, bevor er im Anschluss an die 1:2-Niederlage gegen Bayern München Mitte Februar zurücktrat. Nur einen Tag später wurde Labbadia präsentiert, der sogleich das Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten aus Mainz vor der Brust hatte – und mit dem altbekannten Ergebnis abschloss. Durch das 1:1 verpassten die Niedersachsen einen Befreiungsschlag, der nach früher Führung möglich gewesen wäre, vermieden aber immerhin das Abrutschen auf den Relegationsplatz. Auf den haben die Wolfsburger, in der Tabelle auf Rang 15 postiert, weiterhin einen Punkt Vorsprung – die Abstiegsgefahr ist noch immer akut.

Personal

Bruno Labbadia entwickelt sich immer mehr zu einer Art „moderner Feuerwehrmann“. Bereits den VfB Stuttgart und den Hamburger SV bewahrte der 52-Jährige vor dem Abstieg, nun soll ihm das in Wolfsburg gelingen. Und auch, wenn das Ergebnis am Ende an Schmidt erinnerte – Labbadia, der sein Trainerdebüt in der Bundesliga 2008 als Coach von Bayer 04 gab, machte einiges anders als sein Vorgänger, schickte unter anderem den brasilianischen Außenverteidiger William und den nach Leihe zurückgekehrten Josip Brekalo von Beginn an aufs Feld. Mit Erfolg: Brekalo verwertete eine William-Flanke zum ersten Tor in Labbadias Amtszeit. Der erst 19-jährige Flügelstürmer ist ein Spieler, den die Werkself im Auge behalten muss – und in der hochkarätig besetzten Wolfsburger Offensive nicht der einzige. Ob die beiden Edeltechniker Daniel Didavi und Yunus Malli, der belgische Nationalstürmer Divock Origi oder sein Ersatz-und Landsmann Landry Dimata – der Angriff der Wölfe genügt höchsten Ansprüchen. Seit Januar gehört nun auch Admir Mehmedi zu diesem Ensemble. In der Hinrunde noch lief der Schweizer für Bayer 04 auf, erzielte in zwölf Einsätzen zwei Tore für die Werkself. Zuletzt in Mainz wurde Mehmedi erst in der Schlussphase eingewechselt. Vielleicht reicht es gegen die alten Kollegen am Samstag zu einem Startelfeinsatz – trotz der starken Konkurrenz in den eigenen Reihen.

Probleme

Wie bereits im vergangenen Jahr, als sich die Wölfe erst in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig retteten, bleibt das Team weit unter seinen Möglichkeiten. Der Kader gibt weit mehr her als den erneuten Kampf gegen den Abstieg, jedoch gelingt es der Elf seit geraumer Zeit nicht, dieses Potenzial abzurufen. Ein Grund, warum es auch in dieser Saison nicht läuft, ist jdas große Verletzungspech, unter dem die Mannschaft sowohl unter Jonker als auch unter Schmidt litt – vor allem im Abwehrbereich. Brooks, Gerhardt, Tisserand, Uduokhai, Jung, Camacho: So liest sich aktuell das Lazarett der Wolfsburger Defensive, das zuletzt dafür sorgte, dass sich auch unter Labbadia die Viererkette beinahe von selbst aufstellte. Auch Offensiv-Routinier Jakub Blaszczykowski, der bei derartigen Notständen häufig als Rechtsverteidiger ausgeholfen hatte, fehlt seit geraumer Zeit mit Rückenproblemen.

Potenzial

Unverändert ist das Leistungsvermögen extrem hoch – sowohl von der Mannschaft als auch vom Verein, der auch aufgrund von hohen Transfererlösen in den vergangenen Jahren finanziell gut dasteht und daher auch immer wieder deutschlandweit umworbene Spieler wie Brooks oder Malli nach Wolfsburg holen kann. Die vergangenen beiden Jahre waren jedoch geprägt von fehlender Konstanz auf personeller Ebene. Labbadia ist bereits der vierte Trainer binnen 16 Monaten, auch der Kader veränderte sich durch zahlreiche Transfers immer wieder. Sollte es „Feuerwehrmann Bruno“ erneut gelingen, sein Team in der Liga zu halten, hat der VfL alle Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass im Klub wieder konstant gearbeitet wird – und die Mannschaft an alte Stärke anknüpfen kann.

Prognose

Dass spielerische Qualität nicht davor schützt, am Ende in die Relegation zu müssen, das zeigte die letzte Saison des VfL. Von allen Abstiegskandidaten verfügen die Wolfsburger auch in diesem Jahr wieder über die höchste individuelle Klasse, direkt absteigen werden die Wölfe wohl auch nicht mehr. Um sich auch das Nachsitzen in der Relegation ersparen zu können, muss die Mannschaft unter Labbadia aber anfangen, Siege einzufahren. Nur Unentschieden werden nicht reichen.

Bewerb_Schwadbud_HomepageMediumRectangle_300x250px_Wolfsburgvs.jpg

Ähnliche News

Ticket-Infos
Bayer 04 - 22.08.2026

Ticket-Überblick für die Spiele der Werkself

Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele der Werkself in der Saison 2026/27.

Mehr zeigen
Die PK vor dem DFB-Pokalspiel bei Wehen Wiesbaden | 1. Runde DFB-Pokal
Werkself-TV - 21.08.2026

Martínez vor Pflichtspielstart: „Das, was wir alle am Fußball am meisten lieben“ – Tapsoba zum Kapitän ernannt

Die Pflichtspielsaison 2026/27 startet für Bayer 04 beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Im Vorfeld des Erstrunden-Duells im DFB-Pokal am Samstag, 22. August (Anstoß: 13 Uhr/live bei Sky und WOW sowie im Werkself-Radio), äußerte sich Cheftrainer Carles Martínez am Freitagmittag auf der Spieltags-Pressekonferenz. Die Themen: Vorfreude, Passion, der Support der Fans – und das Kapitänsamt für die neue Saison.

Mehr zeigen
Loreen Bender am Ball
Frauen - 21.08.2026

„Konkurrenzkampf ist riesig“: Frauen starten in Leipzig in die Bundesligasaison

Nach 62 Tagen Vorbereitung ist es endlich so weit: Für die Werkself startet am Sonntag (16 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) mit der Partie bei RB Leipzig die neue Saison der Google Pixel Frauen-Bundesliga. Nach einem umfangreichen Umbruch im Sommer mit elf Ab- und zwölf Zugängen sorgen die ersten Eindrücke aus den vergangenen Wochen bei Trainer Roberto Pätzold für große Zuversicht.

Mehr zeigen
Bayer 04-Fußballcamp 2026
Fußball Akademie - 21.08.2026

Erfolgreicher Sommer-Endspurt in den Bayer 04-Fußballcamps

Trotz wechselhaften Wetters mit Sommertemperaturen und Regenschauern in dieser Woche ließen sich die Kids auf dem Platz nicht aufhalten! Bis zu 600 junge Kicker brachten dieses Jahr Leben – und viel Freude – in insgesamt 15 Sommerferien-Camps.

Mehr zeigen
U19 von Bayer 04
Jugend - 21.08.2026

Nachwuchs: U19 auf der Erfolgswelle – U17 will den ersten Sieg

Und schon wieder drei Punkte für die U19 von Bayer 04 – bei Borussia Mönchengladbach stand am vergangenen Mittwoch ein 3:0-Erfolg. Nun soll zu Hause gegen den 1. FC Saarbrücken der vierte Sieg im vierten Spiel folgen. Die Leverkusener U17 absolviert derweil ihre zweite Ligapartie der noch jungen Saison und will nach einem Remis zum Auftakt den ersten Dreier feiern. Als Titelverteidiger reist die U15 zum renommierten Tijmen-Turnier – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.

Mehr zeigen