Zurück zur Übersicht
16.01.2019Bundesliga

Gegnercheck: Gladbacher „Sommer-Fußball“ im Januar

Das erste Pflichtspiel des Kalenderjahres 2019 ist für Bayer 04 gleich ein ganz Besonderes: Die Bundesliga-Premiere für Chefcoach Peter Bosz als Werkself-Trainer steht auf dem Programm. Am Samstag (19. Januar, 15.30 Uhr) gastiert Borussia Mönchengladbach in der BayArena. Es ist bereits das dritte Aufeinandertreffen der beiden Teams in der laufenden Saison. Worauf sich die Werkself diesmal einzustellen hat? Der Gegnercheck.
Hazard_imago38303173h.jpg

Position

Erst am letzten Spieltag vor der Winterpause musste die Fohlen-Elf die Rolle des ersten BVB-Verfolgers aufgeben. Im direkten Duell mit dem Tabellenführer aus Dortmund unterlag Mönchengladbach knapp mit 1:2 und musste daraufhin Tabellenplatz zwei, den man zuvor über Wochen hinweg belegt hatte, an den FC Bayern abtreten. Dennoch: Es dürfte kaum einen im Lager der Gladbacher geben, der mit der abgelaufenen Hinrunde nicht absolut zufrieden ist. Vor allem die Heimbilanz macht enorm Eindruck: Alle acht Spiele vor eigenem Publikum gestaltete die Borussia siegreich, kassierte dabei gerade einmal drei Gegentore. Der Lohn: Platz 3 nach 17 Spieltagen, nur 3 Punkte hinter dem Rekordmeister aus München. Eine Ausgangsposition, aus der das Team von Trainer Dieter Hecking Kapital schlagen will. Das Winter-Trainingslager bezog er mit seiner Mannschaft im südspanischen Jerez de la Frontera, beim letzten Härtetest vor Wiederbeginn der Bundesliga musste sich die Borussia im Finale des Telekom-Cups erst im Elfmeterschießen dem FC Bayern München geschlagen geben. Zuvor hatten die Fohlen im Halbfinale Hertha BSC mit 1:0 bezwungen.

Personal

Wintertransfers fanden in den Reihen der Gladbacher bislang nicht statt – obwohl lange Zeit einiges auf den Abgang einer Identifikationsfigur hingedeutet hatte. Kurz vor Abflug aus dem Trainingslager bekräftigte Sportdirektor Max Eberl dann aber gegenüber der „Rheinischen Post“: „Patrick Herrmann bleibt. Für einen Transfer wäre es jetzt, wo bald die Rückrunde startet, zu spät.“ Ein Abschied von Herrmann, der bereits seit 2008 das Trikot der Borussia trägt, war in der Vergangenheit am Niederrhein quasi Dauerthema, zuletzt war der VfB Stuttgart als potenzieller Abnehmer kolportiert worden. Nun soll Herrmann aber auch in der Rückrunde für Mönchengladbach auflaufen – und es scheint durchaus realistisch, dass er das bereits am Samstag in der BayArena tut. Beim Spitzenspiel in Dortmund vor der Winterpause schenkte Hecking dem 27-Jährigen von Beginn an das Vertrauen, auch im Finale des Telekom-Cups stand Herrmann in der Startaufstellung. Für die erste Elf gegen Bayer 04 könnte der schnelle Offensivmann auch deshalb in Frage kommen, weil in Fabian Johnson ein anderer Flügelspieler mit Hüftproblemen ausfallen könnte. Sowohl beim Telekom-Cup als auch beim letzten Testspiel im Trainingslager musste der US-Amerikaner aussetzen. Auch Edeltechniker Raffael wird gegen die Werkself aufgrund eines im Dezember zugezogenen Schlüsselbeinbruchs wohl nicht zur Verfügung stehen; kleine Fragezeichen stehen außerdem hinter den zuletzt längere Zeit verletzten Jonas Hofmann und Matthias Ginter.

Probleme

Die Testspiele im Trainingslager verliefen so gar nicht nach der Vorstellung von Borussia-Coach Dieter Hecking: Zunächst ein 1:2 gegen den Zweitligisten 1. FC Magdeburg, dann ein 0:2 gegen den belgischen Erstligisten Standard Lüttich. Vor allem das Auftreten seiner Mannschaft im ersten Spiel gegen den Vorletzten der 2. Liga erzürnte Gladbachs Cheftrainer, bezeichnete es gar als „Sommer-Fußball“ und bemängelte die Einstellung seines Teams. Im Anschluss an das Lüttich-Spiel bilanzierte Hecking: „Wir sind noch nicht in dem Modus, den wir brauchen. Das war alles viel zu langsam. So wird das gegen Leverkusen nicht reichen.“ Bei diesem letzten Satz hatte der Übungsleiter sicher auch das Pokalspiel Ende Oktober im Kopf, als Bayer 04 der Fohlen-Elf die einzige Pflichtspiel-Niederlage im Borussia-Park der Hinrunde zugefügt hatte – und wie: Glatt mit 5:0 beförderte die Werkself die Borussen aus dem Wettbewerb. Grenzen, die Hecking & Co. nicht noch einmal aufgezeigt bekommen möchten.

Potenzial

Dass im Winter wieder einmal Spieler von Borussia Mönchengladbach auf den Wunschlisten internationaler Top-Klubs auftauchten, dürfen die Verantwortlichen am Niederrhein durchaus als Kompliment auffassen. Gladbachs Top-Scorer Thorgan Hazard (im Bild oben) wird nicht nur von Tabellenführer Borussia Dortmund heiß umworben, zuletzt sollen die Tottenham Hotspur wegen Mittelfeldmann Denis Zakaria angefragt haben. Beide Spieler kamen in jungem Alter nach Mönchengladbach und haben sich seitdem hervorragend entwickelt – das Konzept der sportlichen Führung geht auf. Hazard und Zakaria reihen sich nahtlos in die Riege von Spielern wie Marco Reus oder Granit Xhaka ein, denen im Borussia-Park der Durchbruch gelang. So genießt die Borussia national wie international bei Jung-Profis einen hervorragenden Ruf – und wird auch in Zukunft eine Top-Adresse für Talente bleiben.

Prognose

Ein frühes Pokal-Aus, keine internationalen Spiele: Die Borussia kann sich in der Rückrunde voll auf die Bundesliga konzentrieren. In einer umkämpften Spitzengruppe könnte das zu einem entscheidenden Vorteil werden – gepaart mit der unheimlichen Heimstärke der Gladbacher. Bleibt das Team vor eigenem Publikum derart gefestigt, und Schlüsselspieler wie Hazard und Ginter gesund, stehen die Chancen mehr als gut, dass Mönchengladbach nach zwei neunten Plätzen in Folge in der kommenden Saison wieder international antritt. Ein Startplatz in der Europa League jedenfalls sollte es für die Fohlen allemal werden.

Ähnliche News

Marc Landwehr
eSports - 18.02.2026

#B04eSports: Leverkusener verpassen Offline-Runde und Top Acht

Bitteres Ende des fünften Showdowns der VBL Club Championship 2025/26. In den übrigen drei Spielen der Online-Vorrunde des fünften und finalen Showdowns haben die Leverkusener eSportler keine Punkte holen können. Der Showdown-Eins-Gewinner Bayer 04 verpasst damit den Einzug in die Offline-Runde und kann keine weiteren Zähler für die Gesamttabelle sammeln. In dieser ist das #B04eSports-Team zudem aus den Top Acht gerutscht. Eine direkte Teilnahme am Finalevent um die Deutsche Klub-Meisterschaft ist damit nicht mehr möglich, die Leverkusener müssen den Umweg über die Play-offs gehen.

Mehr zeigen
Pressekonferenz mit Robert Andrich & Kasper Hjulmand | Champions League-Play-offs
Werkself-TV - 17.02.2026

Hjulmand vor #OLYB04: „Das Beste geben für Fans und Klub“

Wiedersehen in Athen: Am Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 21 Uhr dt. Zeit/live auf DAZN), begegnet die Werkself im Karaiskakis-Stadion zum zweiten Mal in der laufenden Saison dem griechischen Doublesieger Olympiakos Piräus. Nach dem Duell in der Ligaphase geht es nun im Hinspiel der Play-off-Runde der UEFA Champions League 2025/26 zur Sache. Cheftrainer Kasper Hjulmand sprach vorab über die Herangehensweise für das Duell, Kapitän Robert Andrich erklärte unterdessen, wie die Mannschaft die Stimmung in der morgigen Spielstätte zu bändigen versucht.

Mehr zeigen
Faninfos #OLYB04
Fans - 17.02.2026

Die Faninfos zum Play-offs-Hinspiel bei Olympiakos Piräus

Im Hinspiel der K.-o.-Play-offs der UEFA Champions League 2025/26 gastiert die Werkself beim griechischen Double-Sieger Olympiakos Piräus. Die Partie findet am Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 22 Uhr Ortszeit/21 Uhr dt. Zeit), im Stadio Georgios Karaiskakis statt. Vorab hat die Bayer 04-Fanbetreuung alle Infos zusammengefasst...

Mehr zeigen
Olympiakos Piräus
Champions League - 17.02.2026

Gegner-Update: Olympiakos mit zwei Gesichtern

Auf ein Neues also: Vier Wochen nach dem 2:0-Heimsieg in der Ligaphase der UEFA Champions League empfängt Olympiakos Piräus die Werkself an diesem Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 21 Uhr deutscher Zeit/live bei DAZN und im Werkself Radio), nun zum Hinspiel in den K.-o.-Play-offs ein zweites Mal binnen kurzer Zeit im Stadio Georgios Karaiskakis. Und es dürfte wieder ein hochintensives Duell in feuriger Atmosphäre werden.

Mehr zeigen
Karneval beim Bayer
Fans - 17.02.2026

„Karneval beim Bayer“ 2026: 100.000 Jecken feiern mit!

Ausgelassene Stimmung von Hitdorf bis Opladen – auch in diesem Jahr ließen wieder etliche junge wie alte Karnevalisten gemeinsam mit Schwarz-Rot die Kamelle fliegen. Los ging es am Karnevalsfreitag in Hitdorf, bevor der bunte Bayer 04-Wagen am darauffolgenden Valentinstag in Schlebusch vorbei an 40.000 fröhlichen Jecken zog. Rund 25.000 begeisterte Zuschauer feierten am Sonntag in Wiesdorf mit, bevor zum Finale am Rosenmontag in Opladen trotz des regnerischen Wetters noch einmal 30.000 lachende Gesichter dem Bayer 04-LKW zujubelten.

Mehr zeigen