Gegner-Check: Zu Hause ist der Sport-Club schwierig zu knacken

In Frankfurt kassierte der SC Freiburg am vergangenen Wochenende bereits seine achte Auswärtsniederlage. Zu Hause aber, im Europa-Park Stadion, fährt das Team von Trainer Julian Schuster einen Sieg nach dem anderen ein. Seit 16 Pflichtspielen sind die Breisgauer daheim ungeschlagen. Am Samstag, 7. März (Anstoß: 15.30 Uhr/live bei Sky, WOW und im Werkself-Radio), wollen sie ihre Serie auch im Duell mit der Werkself fortsetzen. Der Gegner-Check.
SC Freiburg

Position

Nach der 0:2-Niederlage am vergangenen Sonntag im Deutsche Bank Park musste der SC Freiburg den Tabellennachbarn Eintracht Frankfurt an sich vorbeiziehen lassen. Die Breisgauer liegen nun mit 33 Punkten auf Platz acht, nur einen Zähler hinter den Hessen. Der Rückstand auf den Tabellensechsten und nächsten Gegner Bayer 04 beträgt bereits zehn Punkte. Nach der achten Auswärtsniederlage in der laufenden Saison zog Freiburgs Trainer Julian Schuster ein differenziertes Fazit: „Vor allem in der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden, wir hatten viele Möglichkeiten im Ansatz, die wir leider nicht für uns genutzt haben. Das müssen wir uns heute vorwerfen. Es hakte beim letzten Pass, bei der Präzision der Flanken und es fehlte manchmal die Überzeugung im Eins-gegen-eins. Das Positive ist, dass wir uns in diese Räume bringen. Die Leistung von heute zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Kapitän Christian Günter sah es ganz ähnlich: „Wir haben im ersten Durchgang gut hinten rausgespielt und können insgesamt auf dieser Leistung aufbauen. Der Kampf um Platz sieben bleibt jedenfalls offen.“ Dieser Rang würde mindestens für eine Teilnahme an der UEFA Conference League reichen. Und international will Freiburg auch in der kommenden Saison unbedingt wieder spielen. In der aktuellen Spielzeit gibt der Klub bisher eine sehr gute Figur auf europäischem Parkett ab. In der UEFA Europa League konnte sich der Sport-Club als Tabellensiebter der Ligaphase direkt fürs Achtelfinale qualifizieren. In diesem wartet nun am Donnerstag nächster Woche der belgische Klub KRC Genk als Gegner. Und auch im dritten Wettbewerb, dem DFB-Pokal, haben die Breisgauer noch Chancen auf einen großen Coup. Wie die Werkself steht auch Freiburg im Halbfinale, in dem der SC am 21. April auswärts beim VfB Stuttgart antreten wird, während Bayer 04 den FC Bayern München empfängt. Die Freiburger könnten sich also möglicherweise auch über den DFB-Pokal für die Europa League qualifizieren.

Für den SCF ist das Duell mit der Werkself nun das erste von drei Heimspielen binnen zwölf Tagen. Am kommenden Wochenende steht die Bundesliga-Partie gegen den 1. FC Union Berlin auf dem Programm, dann empfangen die Breisgauer im Europa-League-Achtelfinale Genk zum Rückspiel. Der März hält auch für den Sport-Club ein strammes Programm bereit.

Personal

Für das Spiel gegen die Werkself kann Coach Julian Schuster wieder auf den zuletzt gelbgesperrten Niklas Beste zurückgreifen. Gut möglich, dass der Rechtsaußen anstelle von Lucas Höler in die Startelf zurückkehrt. Auch Johan Manzambi ist wieder eine Option für das zentrale Mittelfeld. Der Schweizer hatte beim 1:0-Sieg gegen den SV Werder Bremen Anfang Februar die Rote Karte gesehen und war für drei Ligaspiele gesperrt worden. Manzambi könnte für Patrick Osterhage ins Team rücken.

Nicht zur Verfügung stehen werden am Samstag die beiden Innenverteidiger Philipp Lienhart (Trainingsrückstand nach Bauchmuskelverletzung) und Max Rosenfelder (Muskelverletzung im Oberschenkel) sowie Mittelfeldspieler Daniel-Kofi Kyereh (Reha nach Kreuzbandriss). 

In der Vierer-Abwehrkette vertraute Schuster zuletzt vor Torhüter Noah Atubolu seinen bewährten Außenverteidigern Philipp Treu und Christian Günter sowie im Zentrum den Innenverteidigern Matthias Ginter und Bruno Ogbus. Im Mittelfeld dürfte Maximilian Eggestein gesetzt sein, der bislang in allen 24 Bundesligapartien in der Startelf stand und immer durchspielte. In der Abteilung Offensive hat der Trainer große Auswahl: Neben Niklas Beste stehen unter anderem Standardspezialist Vincenzo Grifo, Yuito Suzuki, Lucas Höler, Derry Scherhant und Igor Matanovic bereit. Letzterer ist mit sechs Treffern gemeinsam mit Grifo erfolgreichster Torschütze der Breisgauer.

Probleme

In der laufenden Saison verzeichnet der SC Freiburg große Ertragsunterschiede bei Heim- und Auswärtsspielen. Während der Sport-Club zu Hause in elf Spielen 24 Punkte holte und nur einmal verlor, fremdeln die Breisgauer in der Fremde. Auch wenn die Leistung wie zuletzt beim 0:2 in Frankfurt durchaus ansprechend war, stand man am Ende wieder mit leeren Händen da. Mit demselben Ergebnis wie bei der Eintracht hatte Freiburg auch in der Hinrunde bei Bayer 04 verloren. In der Auswärtstabelle nimmt der SCF mit nur neun Zählern (zwei Siege und drei Remis bei acht Niederlagen) den 14. Platz ein. So effizient das Team zu Hause zu Werke geht, so schwer tut man sich auswärts mit dem Offensivspiel. Oft fehlen der letzte Biss und die Kaltschnäuzigkeit vorm Tor. Der letzte Auswärtssieg gelang Freiburg Ende Dezember mit dem 4:3 in Wolfsburg. Immerhin sah Julian Schuster bei seiner Mannschaft zuletzt in Frankfurt im Vergleich zu anderen Auftritten in der Fremde eine „deutliche Steigerung, vor allem auch mit Ball“. Defensiv ist Freiburg vor allem nach Ecken und in der Luft anfällig: Zehn Kopfball-Gegentore sind ein negativer Höchstwert (gemeinsam mit dem 1. FSV Mainz 05).

Prunkstück

Mit dem 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach vor zwei Wochen feierte der Sport-Club seinen fünften Heimsieg im fünften Heimspiel in diesem Jahr. Es waren jeweils sehr enge Spiele, in denen am Ende nur ein Tor den Unterschied machte. Aber: Zu Hause im Europa-Park Stadion sind die Breisgauer eine Macht. Was sie wohl in erster Linie ihrer großen defensiven Stabilität zu verdanken haben. Torhüter Noah Atubolu präsentiert sich seit Anfang dieses Jahres wieder in Topform. In der Viererkette leisten die beiden Freiburger Ur-Gesteine Matthias Ginter (32) und Kapitän Christian Günter (33), die zusammen auf 545 Bundesligaspiele für den Sport-Club kommen, gemeinsam mit Neuzugang Philipp Treu und Youngster Bruno Ogbus seit Wochen hervorragende Arbeit. „Wie viele Bälle sie blocken, das ist einfach eine Qualität. Da siehst du schon im Training diese Bereitschaft und die Offenheit, das genau so zu leben, umzusetzen und sich da auch gegenseitig zu pushen“, lobte Trainer Julian Schuster seine Viererkette nach dem knappen Erfolg gegen Mönchengladbach. Im eigenen Stadion kassierte der Sport-Club erst zwölf Gegentore. Nur die Werkself und Borussia Dortmund haben zu Hause noch jeweils einen Treffer weniger hinnehmen müssen. Auch von Rückständen lassen sich die Breisgauer nicht aus dem Konzept bringen: In 16 Spielen lagen sie zwischenzeitlich zurück, holten danach noch insgesamt 15 Punkte. Nur der FC Bayern (18) kommt diesbezüglich auf mehr Zähler. Stark sind die Freiburger schon traditionell und auch in dieser Saison wieder bei Standards: 16 Treffer erzielten sie nach ruhenden Bällen – drittbester Wert in der Liga.

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